[Perry Rhodan NEO 225] Der neue Imperator

Lesezeit circa: 5 Minuten

Atlans Vater auf dem Weg zu seiner Inthronisation. Die Frage ist, ob er im Spiel der Kelche sein Ziel erreicht und Der neue Imperator wird.

Der neue Imperator
© Pabel-Moewig Verlag KG

Titel: Der neue Imperator
Autor: Susan Schwartz
Titelbild: Dirk Schulz / Horst Gotta
Erschienen: 30.04.2020

Zur Handlung

Mascudar da Gonozal, Atlans Vater, macht sich mit zweihundert Kriegsschiffen, der MAGELLAN (wir erinnern uns, die hat er in NEO 224 Perry Rhodan abgenommen), seinem Sohn und Mirona Thetin auf den Weg nach Arkon, um sich krönen zu lassen. Vordergründig wird er pompös empfangen, im Hintergrund beginnt jedoch das Spiel der Kelche. Der Haushofmeister des Kristallpalastes, Gemlin da Hozarius, hat andere Pläne: Er will einen von ihm lenkbaren Strohmann einsetzen – Gaumarol da Bostich.

Da die elysische Welt vernichtet wurde, entscheidet der Rat, dass das jährliche Karaketta-Rennen als neues Inthronisationsritual dienen soll. Als Vertreter des Khasurns der da Gonozal nimmt Atlan teil und natürlich läuft es nicht ganz wie geplant. Aufgrund einer Verleumdungskampagne seiner politischen Gegner muss Atlan gewinnen und per Götterurteil die Unschuld seines Vaters beweisen.

Durch die Vereitelung mehrerer Intrigen gelingt es Atlan, da Hozarius zu entlarven und seinen Vater zu stärken. Das Rennen kann er nach einer Manipulation an seinem Renngleiter zwar nicht gewinnen, aber genau das nutzt er als letzten Beweis, um den Haushofmeister verhaften zu lassen. Diesem steht die infinite Todesstrafe bevor, Mascudar steht kurz vor der Inthronisation und Gaumarol da Bostich? Der wartet im Hintergrund ab.

Gedanken zu Der neue Imperator

Susan Schwartz liefert hier das Spiel der Kelche in seiner feinsten Form ab. Zeitweise sah ich mich in eine populäre, amerikanische TV-Serie versetzt – allerdings ohne Drachen. Auch der “fette” Haushofmeister erinnerte mich an eine bestimmte Figur, welche dort im Hintergrund die Fäden zieht. Bei dem Karaketta-Rennen hatte ich unweigerlich das Podrennen aus Star Wars Episode I vor Augen. Zum Glück wurde Atlan gedanklich nicht zum jungen Anakin. Das hätte mir den Spaß verdorben.

Die beschriebenen Intrigen und Winkelzüge der verschiedenen Parteien haben dazu geführt, dass ich tatsächlich bis zum Schluss nicht genau wusste, wie es ausgehen würde. Auch die Einsetzung von Bostich schwirrte mir bis zuletzt durch den Kopf. Der ist meines Erachtens aber nicht aus dem Spiel, denn auch wenn er nur sehr kurze Sequenzen hatte, wurde er zu vielschichtig beschrieben, um direkt wieder in der Versenkung zu verschwinden und als “Namedropping” zu fungieren. Da bin ich sehr gespannt. Es scheint ja ein wenig in Mode zu kommen, dass verstorbene Zellaktivatorträger der EA in NEO kurz darauf neu auftreten – siehe einen gewissen Ronald T.

Einige Erkenntnisse lassen sich aus diesem wirklich unterhaltsamen NEO für die Gesamthandlung ziehen:

  • Atlan ist zwischen Andromeda und Arkon hin- und hergerissen, damit gleichzeitig zwischen Mirona Thetin und seinem Vater Mascudar da Gonozal, dessen Anerkennung er endlich erreicht zu haben scheint.
  • Besagter Mascudar ist, wie Mirona ganz richtig erkennt, nicht nur ein harter Hund, sondern zeigt despotische Züge. Sie befürchtet, vermutlich nicht zu Unrecht, dass das Tai Ark’Tussan in eine Militärdiktatur abrutschen könnte. Ob Atlan so viel mäßigenden Einfluss auf seinen Vater hat, um das zu verhindern, muss sich erst zeigen.
  • Die Arkoniden sind als Volk noch immer völlig verunsichert und fürchten sich weiter vor der Allianz. Dass diese nicht mehr existiert, ist im Volk auch nach vierzig Jahren noch nicht endgültig angekommen.
  • Atlan wird Vater (das wussten wir schon aus NEO 224), weiß davon aber noch immer nichts. Ein angestrebtes, aufklärendes Gespräch zwischen Mirona und ihm nimmt einen ganz anderen Verlauf und die Beziehung der beiden steht anscheinend auf tönernen Füßen.
  • Mirona Thetin wird sich keinesfalls Mascudar da Gonozal unterordnen und umgekehrt wird er das natürlich auch nicht tun. Hier besteht massives Konfliktpotenzial zwischen Arkon und Andromeda.

Offen bleibt vor allem die Frage, wo Mascudar da Gonozal wirklich herkommt. Als sein Original lebte, gab es die elysische Welt noch nicht im Arkonsystem. Wo also wurde sein Tarkanchar erschaffen und wer hat das Duplikat erzeugt? Gibt es tatsächlich einen “Strippenzieher” im Hintergrund oder agiert der designierte Imperator eigenständig? Es bleibt spannend im NEOversum.

Fazit

Susan Schwartz hat hier mit “Der neue Imperator” einen großartigen NEO abgeliefert und die Verhältnisse auf Arkon I in extrem unterhaltsamer Weise präsentiert. Das Spiel der Kelche bildet den faszinierenden Background für einen Science-Fiction-Politthriller, der unterschwellig ganz viele Dinge für die Zukunft andeutet. Das Verhältnis zwischen Atlan, seinem Vater und Mirona Thetin ist äußerst kompliziert und fragil, wird hier aber deutlich tiefgehender beleuchtet als noch im Vorgänger.

Ich wiederhole mich hier fast jede Woche, aber das ist in dem Fall etwas Positives: NEO macht mir momentan richtig viel Spaß und dieser Roman bildet da keine Ausnahme. Ich freue mich jetzt schon diebisch auf NEO 226, in dem Perry Rhodan wohl ein Kommandounternehmen nach Arkon führt, um die MAGELLAN zurückzuholen.

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Sven Fesser
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