[DSC 023] Gedächtniskraft

Lesezeit circa: 6 Minuten

Auf der Suche nach Spock widersetzt sich Pike Sektion 31, während Burnham mit ihrem Bruder Kurs auf Talos IV nimmt.

Staffel 2, Folge 8 – Sternzeit 1532.9
„Gedächtniskraft“ – „If Memory serves“

Die Handlung von „Gedächtniskraft“

Burnham nahm mit ihrem Adoptivbruder Spock in der letzten Folge Kurs auf Talos IV – dem Planeten, auf dem Pike drei Jahre zuvor in eine Falle geriet. Der Bordcomputer erklärt die besonderen Begebenheiten von Talos IV und auch, dass der Anflug verboten ist. Auf der Oberfläche trifft Michael auf Vina, die sich an Spock erinnert und dem die Talosianer Hilfe anbieten, aber nur, wenn Michael ihren Schmerz mit ihnen teilt. Widerwillig stimmt sie zu, aber erst will sie sehen, was Spock erlebt hat. Dies hilft Spock bei der Verarbeitung seines Problems und er wird geheilt. Er offenbart, dass der Rote Engel ein zeitreisender Mensch ist.

Sektion 31 hat wie immer eigene Pläne und langsam zeichnet sich ab, das Leland wohl in Ungnade gefallen ist. In einer Holo-Konferenz mit vier Admirälen (ohne Cornwell) werden die Fragen lieber an Georgiou gestellt – die ja bekanntlich ihr eigenes Süppchen kocht. Specialist Tyler soll an Bord der Discovery die Ohren offenhalten, damit man mitbekommt, wenn Burnham sich meldet. Das tut sie auch, aber als Illusion der Talosianer, damit die Übertragung nicht aufgefangen werden kann.

Stamets versucht alles, damit sich Hugh wieder heimisch und wohl fühlt. Das gelingt ihm aber nicht. Dr. Culber sucht aktiv nach Tyler und die Konfrontation mit ihm. Doch auch der Zweikampf mit ihm, den Saru nicht unterbindet, bringt ihm keine Antworten. Es kommt soweit, dass er sich von Stamets trennt, da er nicht mehr die gleichen Gefühle hat wie der „tote“ Culber.

Saru geht unerlaubten Transmissionen nach, kurz bevor der Sporenantrieb sabotiert wird. Der Verdacht fällt schnell auf Tyler, immerhin wurde seine Berechtigung benutzt um die Übertragungen zu senden. Gesendet wurden offenbar enorme Datenmengen. Tyler wird darauf hin in seinem Raum unter Arrest gestellt. Trotzdem folgt ein Schiff von Sektion 31 der Discovery auf dem Weg zu Talos IV. Beide Schiffe treffen relativ zeitgleich ein und beide erfassen Spock und Burnham mit dem Transporter – mit einer List gewinnt die Discovery aber das Kräftemessen mit Sektion 31, was das Schiff und seine Crew zum meistgesuchten Schiff der Galaxie macht.

Gedächtniskraft

Kritik

Hui. Was für ein Ritt. Ich war ziemlich begeistert von der Art und Weise, wie Talos IV modernisiert wurde. Die Talosianer sehen einfach nur gut aus, natürlich nicht mehr wie damals, aber eben nicht so überzogen verändert wie die Klingonen in Staffel 1. Man hat hier wohl endlich bemerkt, dass man keine Narrenfreiheit hat. Den Anfang, mit einem Zusammenschnitt von „The Cage“, sehe ich aber zwiespältig. Großartiger Fanservice, keine Frage, und es verankert die Folge nun endgültig im Canon, aber die Art des Zusammenschnittes spiegelt lediglich das Verhältnis zwischen Pike und Vina wieder, aber nicht den eigentlichen Käfig, also den Hauptteil der Pilotfolge. Das ist aber zu verschmerzen.

Kommen wir zu den einzelnen Handlungssträngen, davon gibt es dieses Mal wieder reichlich. Wir erfahren endlich, was Michael so schlimmes getan hat. Sie hat ihm das Herz gebrochen, als sie ihm sagte, dass sie ihn nicht will. Spock versteht aber ihre Motivation dahinter, nachdem die Talosianer seinen Zustand geheilt haben. Warum er in diesem Zustand ist, wissen wir nicht, denn in einer Rückblende ist er noch ganz klar bei Verstand – und stellt sich als unschuldig heraus. Gezeigt wird die Szene, in der er aus der Psychiatrie „flieht“, die maximal ein paar Wochen, wenn überhaupt, her sein dürfte. Hier wäre ein wenig mehr Kontext schön gewesen. Wir erfahren zwar, was nicht stimmt „Er nimmt Zeit fließend wahr und nicht linear“, aber eben nicht den Grund. Die Szene, in der Michael dem jungen Spock das Herz bricht ist eindrucksvoll in Szene gesetzt

Dr. Culber wird interessant. Er ist komplett entfremdet, ebenso wie Tyler. Zwei Männer, die nicht wissen, wer sie sind und quasi nur sich gegenseitig als „Anker“ haben, die aber gleichzeitig getrennt werden durch den Mord des einen an dem anderen. Das ist so komplex, das wird entweder richtig super oder geht derbe in die Hose. Ich bin gespannt.

Auch Saru zeigt eine neue Seite. Er greift beim Zweikampf nicht ein und rechtfertigt sein Verhalten später gegenüber Pike mit „Es gibt leider keine Anleitung für Interaktionen zwischen Menschen in denen ein Klingone wohnt und von den Toten auferstandene Chefärzte“ – sein Captain bemerkt da zu Recht, dass Saru früher sicher anders gehandelt hätte.

Airiam wird gut in Szene gesetzt. Wir wissen im Prinzip, dass sie es war die den Sporenantrieb außer Gang gesetzt und die Transmissionen gesendet hat. Das Motiv bleibt allerdings unklar.

Die Folge „Gedächtniskraft“ schlägt eindrucksvoll eine Brücke zwischen dem ersten Pilotfilm und Discovery. Ich bin ehrlich, ich habe damit gerechnet, dass man das hier in den Sand setzt. Ich bin froh, mich geirrt zu haben. Es bleiben zwar immer noch ein paar Löcher in der Gesamtgeschichte, aber mittlerweile merkt man deutlich, dass die Macher einen Gang zurückschalten und auf Details achten. Trotzdem darf wieder Burnham das letzte Wort haben. Als erstem Offizier hätte eigentlich Saru die „Ehre“ zuteil werden dürfen, Pike die Rückendeckung für seinen Verstoß gegen einen direkten Befehl zu geben. Immerhin nickt er Burnham zu.

Ein paar Überlegungen bleiben trotzdem:

In Fankreisen wird hart darüber debattiert, ob Michael Burnham der Rote Engel ist und ich habe dies bisher auch als die wahrscheinlichste Lösung angenommen. Doch dies ist eigentlich nicht möglich, denn der Rote Engel rettet Michael vor dem Tod als Kind. Da er aus der Zukunft kommt, kann er sich ja nicht selbst retten, weil er in der Zukunft ja sonst nicht mehr leben würde. Aber er ist ein Mensch. In 14 Tagen wissen wir wohl mehr, denn dann steht die Folge „The Red Angel“ an.

Was für Daten wurden da gesendet? Die Daten der Sphäre aus „Der Charonspfennig“ vielleicht?

Funfacts
  • Die original Talosianer aus „The Cage“ wurden komplett von Frauen gespielt und von Männern synchronisiert
  • Erneut ist ein vulkanischer Admiral zu sehen, obwohl Spock der erste Vulkanier auf der Sternenflottenakademie ist. Haben die Admiräle die Akademie nicht besucht?
Der deutsche Titel

„Gedächtniskraft“ ist keine gute Übersetzung, allerdings ist „If memory serves“ nur schwer übersetzbar, da es nur ein Teil von „if memory serves me right“ ist, was so viel bedeutet wie „Wenn die Erinnerung mich nicht trügt“. Ein einfaches „Erinnerungen“ wäre wahrscheinlich aussagekräftiger. Bei beiden Titeln wird auf das Hauptthema der Folge angespielt, Spock, Michael, Pike, Stamets, Culber und Tyler haben allesamt etwas mit Erinnerungen zu tun.

Marco Golüke

Marco ist Jahrgang 78 und mit Star Trek, Star Wars, Galaxy Rangers, Babylon 5 und was es nicht noch alles gibt groß geworden. Er ist der Gründer, Chefredakteur und Herausgeber dieses Magazins und kümmert sich somit auch um alles Organisatorische. Nebenbei schreibt der Familienvater auch noch Kinder- und Kurzgeschichten.
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