Dies hätte eigentlich eine gute Episode werden können. Wären da nicht einige nervige Charaktere.
Mal wieder: Ein starker Beginn, ein schwaches Ende
Ein ganzer Schwarm an Rodans fällt über Japan her. Sie attackieren alles, was irgendwie Elektrizität transportiert. In ihrer Not versuchen Gorō (Keith Silverstein), Yun (Johnny Yong Bosch) und Haberu (Stephen Fu) die Kreaturen fortzulocken. Doch ausgerechnet dann bauen sie einen Unfall und müssen sich verletzen.
Unterdessen reisen Mei (Erika Harlacher) und Pelops II (Cassandra Lee Morris) nach Tokyo, zu ihrem Treffen mit Professor Li. Als Mei erfährt, dass das Land im Lockdown ist und angegriffen wird, macht sie sich Sorgen um ihre Wäsche, die sie draußen aufgehängt hat. Weshalb Pelops II kurzerhand einen der Roboter einen der Reparaturroboter der Otaki Factory übernimmt, um sich die Lage anzuschauen. Womit er unfreiwillig zu einer wichtigen Figur im Kampf gegen die Kreaturen wird.
Im Prinzip könnte ich zu Ein wilder Schwarm dasselbe schreiben, wie auch schon zu Ein monströser Sommer. Die Episode fängt stark an, endet aber schwach. Und so langsam würde man sich wünschen, dass es erste Hinweise darauf gibt, ob und wann endlich die Titelfigur auftaucht.
Wo bleibt Big G?
Denn die Serie heißt schließlich Godzilla: Singular Point. Doch bis auf das Skelett in der ersten Folge war bislang von dem Kaiju noch nichts zu sehen. Zwar ertönt am Ende der Episode sein Theme, aber das Wesen, das man dann sieht, sieht nicht aus wie er.
Dass der Fokus der Reihe überwiegend auf den menschlichen Figuren liegt, ist dabei kein Fehler. In vielen Klassikern, in denen die Riesenechse auftaucht, war es schon immer so, dass sie die Geschichte dominierte, ohne allerdings zu den Charakteren zu gehören, die sie auch vorantrieben. Letzteres waren üblicherweise Menschen, die auf die Aktionen Godzillas oder anderer Kaijus reagierten.
Insofern ist der Beginn der Episode für dieses Genre typisch. Die Rodans tauchen auf und die Protagonisten reagieren darauf. Was im Falle von Gorō, Yun und Haberu bedeutet, dass sie versuchen, diese von den Städten wegzulenken, was beinahe schiefläuft. Derweil Mei, komplett ahnungslos von dem, was wirklich geschieht, erstmal andere Sorgen hat.
KI als Impulsgeber
Der Auftakt ist dabei durchaus spannend geworden. Man will wissen, ob und wie es den Protagonisten gelingt, gegen die Rodans anzukommen. Derweil Meis Perspektive harmloser Comedy Relief ist. Bis eben auf die Tatsache, dass Pelops II stark am nerven ist.
Und das ist auch das größte Manko dieser Episode: Das alle KIs, sei es Pelops II oder die von Yun als Krücke genutzt werden, um die Handlung voranzutreiben. Sie liefern nötige Impulse, um ein Problem zu lösen, seien es mathematische Berechnungen oder einfache Recherchen. Was auf Dauer einfach nur nervig ist. Im Prinzip lagern hier intelligente Figuren ihr Denken aus, was sehr bedenklich ist.
Leider muss man auch sagen, dass die Spannungskurve nach dem Ende der Rodans stark abbaut. Irgendwie ist da nichts, was einen packt. So spannend es ist, zu sehen, wie die Weltbevölkerung über den plötzlichen Tod der Flugsaurier spekuliert, so uninteressant ist anschließend die Begegnung von Mei mit dem Repräsentanten von Professor Li. Vor allem ist es auch widersprüchlich: Sie erhält einen merkwürdigen Würfel und es heißt, dies sei kein Rätsel. Nur um sich dann doch als ein solches zu entpuppen. Das passt nicht so recht zusammen.
Es wäre schön, wenn es endlich mehr Fortschritt geben würde. Wenn endlich Big G selber auftauchen würde. Aber ich befürchte, das wird noch etwas dauern.
Info
Regie: Noriyuki Nomata, Takuma Suzuki
Drehbuch: Toh EnJoe
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