Dies ist der Auftaktband der Adaption eines der eher weniger bekannten Helden Michael Moorcocks.

Ein neuer Ewiger Held
In einer postapokalyptischen Stadt Köln führt der junge Baron Dorian Hawkmoor eine Rebellion gegen das granbretanische Imperium an. Doch im Moment seines größten Triumphes erfährt er auch seine größte Niederlage. Denn er muss sich ergeben, um das Leben seines Vaters zu retten. Nur um dann mit zu erleben, wie dieser von dem granbretanischen Baron Meliadus am Ende doch noch geköpft wird. Er selbst wird nach Londra, der Hauptstadt des dunklen Imperiums gebracht, wo ihm ein schwarzes Juwel in die Stirn verpflanzt wird, welches ihn dazu bringen soll, zu gehorchen.
In der Kamarg regiert Graf Brass. Eines Tages empfängt er einen Abgesandten des granbretanischen Imperiums, der ihm vorschlägt, dass er mit diesem Reich zusammenarbeiten soll. Trotz der Tatsache, dass seine Berater ihm davon abraten, überlegt er sich zuzustimmen. Bis der Abgesandte, der Baron Meliadus, versucht seine Tochter Yisselda zu entführen. Was dem Grafen natürlich nicht gefällt.
Michael Moorcock ist ein bekannter englischer Autor, der vor allem durch seine Elric von Melnibone-Geschichten berühmt geworden ist. Dabei ist ein verbindendes Element all seiner Werke die Figur des Ewigen Helden, einem Charakter, die quer über alle Welten und Universen hinweg die Balance zwischen Chaos und Ordnung wieder herzustellen. Dorian Hawkmoor ist eine solche Inkarnation. Dessen erster Roman im Splitter-Verlag über mehrere Bände hinweg adaptiert wurde. Der erste Teil hat den Namen Hawkmoor – 01 – Das Schwarze Juwel.
Eine interessante Welt
Für die Adaption zuständig sind folgende Herrschaften zuständig: Jerome Le Gris (Pendragon) ist für Adaption und Szenario verantwortlich. Die Zeichnungen stammen von Benoit Dellac (Pendragon) und Didier Poli (Elric). Die Farbgebung hat Bruno Tatti gemacht, unterstützt von Angelina Rodrigues.
Es ist eine interessante Welt, in die man hier reingeworfen wird. Eine Welt, in der sowohl Technologie aber auch anscheinend ebenfalls Magie existieren. Wobei allerdings das überwiegende Technologieniveau auf dem des Mittelalters liegt. Man sieht hier, wie Ritter mit Schwertern und Lanzen gegen ihre Gegner antreten. Derweil im Hintergrund futuristische Flieger zu sehen sind.
Es ist eine interessante Welt, nicht zuletzt auch auf Grund der Art und Weise, wie sich bestimmte Namen anscheinend geändert haben. Manche wirken bekannt, wie das granbretanische Imperium, bei dem natürlich Groß Britannien Namensgeber war. Andere sind hingegen nicht sofort offensichtlich, wie die Kamarg, über die Graf Brass regiert.
Ein Pacingproblem
Dabei sind Gut und Böse eindeutig verteilt. Das erkennt man nicht nur an der jeweiligen Kleidung. Sondern auch an den Taten. Graf Brass stürzt sich selber in die Arena, um einen angeschlagenen Sportler vor einem wütenden Stier zu retten. Derweil Baron Meliadus andere gerne quält. Und wenn er nicht seinen Willen kriegt, schwört er bittere Rache.
Dorian Hawkmoor hingegen wird als jemand dargestellt, der ebenfalls zwischen Gut und schlecht unterhalten kann. Der einen unerbittlichen Willen besitzt, der dann am Ende auch verhindert, dass er durch das schwarze Juwel mental zugrunde gerichtet wird. Er akzeptiert zwar widerwillig die Aufgabe, die er für das granbretanische Imperium machen soll. Doch merkt man, dass er nicht willens ist, sie ebenfalls durchzuführen. Er wird früher oder später daran arbeiten, sich wieder zu widersetzen.
Allerdings hat die Story ein massives Pacingproblem. Sie endet im Grunde genau in dem Moment, wenn die Geschichte erst so richtig los geht. Alles, was zuvor geschehen ist, dient nur dem Setup, der Vorbereitung. Weshalb sich dann auch dieser Plot so plattgewalzt anfühlt.
Müssten die Haare nicht grau sein?
Dafür können die Zeichnungen gefallen. Sie sind gut und schaffen es wunderbar, diese merkwürdig neue Welt lebendig wirken zu lassen. Nur scheint die Kolorierung bei dem Grafen Brass zu schlafen. Er behauptet von sich, ergraut zu sein. Doch wird er im gesamten Album über mit roten Haaren dargestellt. Das widerspricht sich natürlich und passt nicht zur Geschichte.
Dennoch ist dies trotz aller Kritik immer noch ein guter Auftakt.
Info
Szenario und Adaption: Jerome Le Gris
Zeichnungen: Benoit Dellac, Didier Poli
Farben: Bruno Tatti, Angelina Rodrigues
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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