Abgesehen von einem nervigen Plot ist diese Episode wieder sehr gut geworden.
Wenn der Dank Enttäuschung ist
Die Rosinante ist knapp an Vorräten und plündert deshalb ein nahe gelegenes, totes marsianisches Kriegsschiff. Wobei das so tot nun auch wiederum nicht ist. Denn an Bord finden sie drei Überlebende, die sie auf der Rosinante versorgen. Und die nach anfänglicher Freude über ihre Rettung auf ein Mal ihre Meinung ändern, als sie herausfinden, wo sie sich befinden.
Auf der Erde gibt Generalsekretär Esteban (Jonathan Whittaker) seine wichtigste Ansprache. Anna (Elizabeth Mitchell), die diese geschrieben hat, lauscht gespannt. Und muss schon bald feststellen, dass er in essenziellen Teilen von ihrem Text abweicht und so den Krieg gegen den Mars weiter anfacht.
Die vorige Episode von The Expanse war eine Enttäuschung. Wie auch allgemein die Reihe momentan nicht unbedingt wieder zu Bestform aufläuft. Nachladen ist ebenfalls kein Überflieger. Aber insgesamt deutlich besser, als so manche der letzten Folgen.
Es sind die kleinen Elemente, auf die es ankommt
Es sind hierbei vor allem die kleinen Plots und Elemente, die überzeugen können. So sieht man, wie die Stimmung an Bord der Rosinante gegenüber Naomi sich nach und nach bessert. Es ist dabei vor allem eine Anstrengung auf beiden Seiten. Sie kocht für die Crew, was als Friedensangebot interpretiert werden kann. Derweil die anderen ihre Entscheidung zwar noch immer nicht nachvollziehen kann. Sie aber immerhin nicht mehr so extrem wie einen Paria behandeln.
Auch Bobby und Avasarala erhalten einige Handlungsanteile. Zwar nicht viele. Aber ausreichend, damit sie und ihre Plots sich weiterentwickeln können. Wo man einmal mehr den unbedingten Willen der UN-Untersekretärin merkt, den Krieg davon abzuhalten, weiter zu eskalieren. Weshalb sie auch mit den Beschränkungen, die James Holden ihr auferlegt hat, nicht zufrieden ist.
Am interessantesten ist dann der Plot auf der Erde. Die Ansprache, die Generalsekretär Esteban hält und wie Anna darauf reagiert, ist wirklich exzellent. Vor allem auch deshalb, weil hier Errinwright zur Höchstform aufläuft.
Ein richtig guter Mistkerl
Er war ja schon zuvor ein kleiner Mistkerl. Aber dann sieht man in dieser Folge, wie er nach der Ansprache von Esteban gemeinsam mit diesem Anna wieder empfängt. Und sich wegdreht, um etwas zu trinken, um so vor den beiden anderen sein zufriedenes Grinsen zu verbergen. Schließlich konnte er so seine Pläne erneut weiter vorantreiben und gleichzeitig eine Gefahr, die diesen droht, aus dem Weg räumen. Er ist und bleibt ein Mistkerl, dem man von tiefstem Herzen aus nur das Schlimmste wünscht.
Und dann ist da die Handlung von Mao und den entführten Kindern. Hier wird man ein wenig mit der augenscheinlich Out of Character-Darstellung aus der letzten Folge versöhnt. Denn hier zeigt sich, dass dieser Multimillionär nur gegenüber einem bestimmten Kind sich freundlich präsentiert. Der Rest ist ihm egal und für ihn nur Material für die Proben mit dem Protomolekül. Dass dabei auch Zivilisten sterben, ist ihm egal. Hauptsache, das Ergebnis stimmt.
Womit es nur noch einen Plot gibt. Und das ist leider der Schwächste. Es geht um die geretteten marianischen Soldaten, die dann an Bord der Rosinante für Probleme sorgen. Und so wirklich mag diese Handlung nicht überzeugen. Was vor allem daran liegt, dass diese Marines einem sehr schnell auf die Nerven gehen und ihre Aktionen, inklusive dem Zusammenschlagen von Alex, übertrieben wirken. Immerhin wird dieser Plot dann halbwegs gut beigelegt.
Vorfreude auf das, was kommt
Und die letzten Minuten sorgen hierfür, dass man sich wieder auf die kommenden Episoden freut. Weil nämlich Avasarala dafür sorgt, das Errinwrights abgefangene Nachricht die richtigen Personen erreicht. Und das vermutlich nicht einfach so unter den Teppich gekehrt werden dürfte.
Es ist eine unterhaltsame Folge. Und das ist die Hauptsache.
Informationen
Regie: Thor Freudenthal
Drehbuch: Robin Veith
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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