[Heliosphere 2265 021] Ohne Ausweg

Lesezeit circa: 5 Minuten

Ist die Lage für die HYPERION wirklich Ohne Ausweg?

Heliosphere 2265 21 Ohne Ausweg
Cover © Greenlight Press

Hoffnungslosigkeit?

Es scheint so, als ob die Zeit für die HYPERION ausläuft. Obwohl die Crew des Schiffes in der Zukunft viele wichtige Infos erhalten hat, ist ihnen der Weg zurück in ihre Herkunftszeit abhandengekommen. Gestrandet und ohne Optionen, der Auslöschung der Zeit zu entkommen, versucht die Mannschaft die letzten Momente zu genießen, die ihnen noch bleiben. Bis Captain Jayden Cross doch noch eine Möglichkeit findet, die ihnen die Rückreise ermöglichen kann. Allerdings wird dies ein schwieriges Unterfangen, bei dem sie das Unmögliche wagen müssen.

In ihrer ursprünglichen Gegenwart finden derweil Aufräumarbeiten statt. Nach der Dunklen Welle versucht die junge Demokratie im Alzir-System herauszufinden, was noch funktioniert und was nicht. Gleichzeitig bildet die frischgewählte Präsidentin Jessica Shaw ihre Regierung und trifft wichtige Postenentscheidungen.

Der Titel des 21. Heliosphere 2265-Romans, Ohne Ausweg, klingt nach Hoffnungslosigkeit. So als ob wir hier den Abschied von der HYPERION mit ihrer Crew erleben. Und tatsächlich schreibt Andreas Suchanek auf den ersten Seiten ein deutliches Abschiedsszenario, wenn auch ein eher ungewöhnliches. Anstelle von Traurigkeit herrscht hier eine gewisse Fröhlichkeit vor. Die Leute akzeptieren zwar ihren kommenden Untergang, lassen allerdings den Kopf nicht hängen. Stattdessen liest man zum Beispiel, wie Doktor Petrova weiterhin den Mars-Folianten untersucht und dabei neue Funde macht.

Die richtige Entscheidung

Und dann, nach wenigen Seiten, kommt die Handlungswendung: Die Entdeckung einer weiteren Möglichkeit, wie das Schiff wieder nach Hause kann. Die allerdings ihre Nachteile hat, da die Mannschaft sich entscheiden muss, ob sie ihre außerirdischen Alliierten zurücklassen sollen oder nicht. Wobei sie am Ende den Entschluss fassen, diese mitzunehmen.

Dies ist auch das große Manko von Ohne Ausweg. Andreas Suchanek hat sich hier in eine kleine Sackgasse geschrieben. Denn es ist klar, dass die HYPERION oder zumindest Teile von ihrer Mannschaft es zurück in ihre ursprüngliche Zeit schaffen werden. Genauso wie man sich denken kann, dass diese Crew ihre Freunde und Alliierte nicht einfach so dem Vergehen überlassen, sondern alles daran setzen, diese zu retten. Alles andere würde auch den bisherigen Charakterisierungen widersprechen.

Gleichzeitig muss man allerdings ebenfalls sagen, dass der 21. Heliosphere 2265-Roman zwar überraschungs- aber nicht spannungsarm ist. Denn schon allein die Tatsache, dass das Schiff unter enormen Zeitdruck steht, sorgt dafür, dass die Geschichte ein Pageturner wird. Für zusätzliche Aufregung sorgt dann ein Angriff der letzten Sjöberg-Fanatiker dieser Zukunft, die auch in den finalen Momenten des Universums bewusst diejenigen zu vernichten versuchen, die gegen ihren geliebten Imperator sind.

Ein Charakterstück

Parallel zu den Ereignissen der Zukunft blickt Andreas Suchanek auch auf die Geschehnisse im Alzir-System, zu der jungen Demokratie, die schon viele Schicksalsschläge hinter sich hat. Erstaunlicherweise kommt dieser Plot ohne Action aus. Stattdessen ist dieser Teil von Ohne Ausweg vor allem ein Charakterstück, in dem man sieht, wie die frisch gewählte Präsidentin Jessica Shaw anfängt, ihre Arbeit zu machen.

Es hat viel von Aufräumarbeiten, wenn man die Entscheidungen liest, die das neue Staatsoberhaupt trifft. Sicherlich wird dabei so manche von diesen in zukünftigen Romanen noch von Bedeutung sein.

Interessanterweise halten sich die Auswirkungen der dunklen Welle bislang in Grenzen. Sieht man von den Zerstörungen ab, sind hier bislang noch keine Überraschungen aufgetreten. Keine neue Informationen wie damals auf dem Mars. Aber vielleicht wird das noch geschehen.

Nichts wird mehr dasselbe sein

Eines macht der Roman auf jeden Fall klar: Auch wenn die Lage eigentlich dazu verpflichtet, dass alle an einem Strang ziehen, gibt es immer noch Leute, die ihre eigenen Pläne verfolgen. Und was Andreas Suchanek hier andeutet, lässt darauf schließen, dass es hier in künftigen Geschichten eine unschöne Überraschung geben könnte.

Am Ende sind die Erlebnisse der HYPERION in der Zukunft abgeschlossen. Und das Mächteverhältnis in der Milchstraße wird so schnell nicht mehr dasselbe sein. Man darf deshalb gespannt sein, was der Autor sich für den nächsten Roman einfallen lassen wird.

Bewertung 12/15

Autor: Andreas Suchanek
Titel: Heliosphere 2265 21: Ohne Ausweg
Teil/Band der Reihe: Heliosphere 2265 21
Verlag: Greenlight Press
Erschienen: 08/2014
Einband: eBook
Seiten: 60
ISBN: 978-3-958340-09-1
Sonstige Informationen:
Produktseite


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Götz Piesbergen
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