[Heliosphere 2265 – Das Marsprojekt 01] Verloren

Lesezeit circa: 4 Minuten

Mit Verloren startet Andreas Suchanek sein Heliosphere 2265-Spin-off, Das Marsprojekt.

Der Ableger ist da!

Nach einem Sabotageakt der Assassinen des Ketaria-Bundes ist die JAYDEN CROSS unter dem Kommando von Captain Kristen „Kirby“ Belflair im Nirgendwo gestrandet. Ein Großteil der Besatzung ist verletzt oder tot. Auch die Technik des Schiffes ist stark mitgenommen, sodass unter anderem ein Kollaps des Antriebssystems droht.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Es gilt, herauszufinden, wo man ist und gleichzeitig auch die komplette Zerstörung des Schiffes zu verhindern. Und als ob dies nicht schon schwierig genug wäre, wird ein fremdes Raumschiff entdeckt, das schwer bewaffnet ist.

Andreas Suchanek hatte im Nachwort von Endspiel – Der letzte Schlüssel angekündigt, dass er ein Spin-off zu seiner Heliosphere 2265-Reihe schreiben würde. Das Marsprojekt ist eben dieses. Es spielt parallel zu den Ereignissen der Bände 31 – 36, wobei der Debütroman Verloren auch direkt nach der #24 gelesen werden kann, was im Falle dieser Rezension geschehen ist.

Offen für Neueinsteiger

Der Autor bemüht sich von vornherein, auch Neueinsteiger mitzunehmen. Am Anfang verfasst er eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse, die dazu führten, dass die JAYDEN CROSS zu Beginn des Romans im Nichts strandet. Und baut gleichzeitig auch im Laufe der Handlung kleinere Rückblenden ein, in denen man als Leser weitere Details über die Vergangenheit erfährt. Klar, längst nicht alles der zuvor erschienenen 24 Ausgaben wird erläutert. Aber doch genügend, damit man als Neuling ungefähr weiß, wer Kristen Belflair ist und was ihr bisheriges Leben war.

Dabei erzeugt Andreas Suchanek im Laufe der Handlung von Verloren eine Atmosphäre des Drucks und ein Gefühl des drohenden Kontrollverlustes. Hierfür verwendet er das Element einer Besatzung, die nahezu komplett aus Neulingen besteht, weil die Veteranen alle tot sind. Zum Glück verzichtet er darauf, es vollständig zu verwenden: Einige der erfahrenen Offiziere bleiben noch am Leben, wie eben beispielsweise Kristen Belflair. Aber trotzdem kann er so den Eindruck der Überforderung erwecken.

Zu den beneidenswerten Personen, die von jetzt auf gleich in große Schuhe treten dürfen, gehört der Fähnrich Ian McAllister, der auf einmal Chefingenieur wird, nachdem sein Vorgänger die Reise der JAYDEN CROSS nicht überlebt hat. Zum Glück ist er ein Naturtalent, das Wissen aufsaugt wie ein Schwamm und noch dazu gut aussieht. Wer jetzt befürchtet, dass der Autor bei der Darstellung dieser Figur tief in die Klischeekiste greift, der darf beruhigt sein, denn Andreas Suchanek baut genügend Szenen ein, um zu zeigen, dass dieser Charakter immer noch ein Mensch ist. Jemand mit Selbstzweifeln und Emotionen.

Leider Klischeehaft

Wobei, ganz ohne Klischees läuft die Handlung von Verloren nicht ab. Im Gegenteil: Es gibt einige Elemente, die nerven, weil sie nicht zu dem passen, was man von der bisher bekannten Leistung Andreas Suchaneks in der Hauptserie her kennt. Hier dichtet er Kirsten Belflair mehrere tragische Ereignisse an, um ihre Motivation für ihre Militärkarriere zu erklären. Auch deutet er auf einmal die Existenz höherer Mächte an, die Einfluss nehmen auf das Leben von Menschen. Und als Krönung gibt es zusätzlich noch einen Verräter an Bord der JAYDEN CROSS. All diese Elemente, die nicht hätten sein müssen. Dass er es anders kann, beweist der Autor ja schon in Heliosphere 2265. Wieso greift er auf diese unnötigen Stilelemente in dem Spin-off zurück?

Immerhin bietet das Handlungsszenario von Verloren jede Menge Potential. Man kann nur hoffen, dass der Autor für die zukünftigen Ausgaben darauf verzichtet, sie zu verwenden. Ansonsten ist der Auftakt gut geworden.

Heliosphere 2265 Das Marsprojekt 1 Verloren
Cover © Greenlight Press

Bewertung 13/15

Autor: Andreas Suchanek
Titel: Heliosphere 2265 – Das Marsprojekt 1: Verloren
Teil/Band der Reihe: Heliosphere 2265 – Das Marsprojekt 1
Verlag: Greenlight Press
Erschienen: 09/2015
Einband: eBook
Seiten: 98
ISBN: 978-3-958341-18-0
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 


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Götz Piesbergen
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