[The Orville 021] Identität – Teil 2

Lesezeit circa: 5 Minuten

In „Identität – Teil 2“ sind die Kaylonier auf dem Weg zur Erde, um die Menschheit auszulöschen. Aber sie haben die Rechnung ohne die Orville gemacht.

Staffel 2, Folge 9
„Identität – Teil 2“ – „Identity – Part 2“

Identität - Teil 2Die Handlung

Die riesige Kaylon-Flotte setzt mit der gekaperten Orville Kurs auf die Erde. Man will jedes biologische Leben dort vernichten. Währenddessen ist die Besatzung im Shuttlehangar gefangen.
Yaphit gelingt es, sich durch einen Lüftungsschacht zu quetschen. Er holt eine Waffe, mit der Bortus die Wachen erschießt. Kelly und Gordon nutzen dieses Überraschungsmoment, um mit einem Shuttle zu entkommen. Sie wollen versuchen, die Krill als Verbündete zu gewinnen. Ihre Flucht bleibt jedoch nicht ungestraft. Captain Mercer muss als Strafe zusehen, wie ein Crew-Mitglied aus der Luftschleuse in den Weltraum befördert wird.

Weil Dr. Finns Sohn Ty als Einziger klein genug ist, quetscht er sich gemeinsam mit Yaphit durch den Lüftungsschacht. Sie wollen ein Warnsignal zur Erde absetzen, werden jedoch von den Kaylon entdeckt. Während Yaphit in einen der Androiden hineinschlüpft und ihn dadurch deaktivieren kann, nehmen die Roboter den Jungen gefangen.

Da der Kaylon Primary inzwischen an Isaacs Loyalität zweifelt, befiehlt er ihm, Ty zu töten. Isaac „enthauptet“ stattdessen den Oberbefehlshaber. Mit einem EMP-Impuls deaktiviert Isaac alle künstlichen Lebensformen an Bord des Schiffes – einschließlich seiner selbst.

Als die Schlacht beginnt, sieht es nicht gut aus für die Union. Viele Schiffe werden zerstört. In letzter Sekunde kommen die Krill-Schiffe zur Hilfe und zwingen die Kaylon zum Rückzug.

Isaac kann reaktiviert werden. Aber Admiral Halsey kann sich nicht entscheiden, ob der Android künftig für Forschungen genutzt oder doch besser abgeschaltet werden soll. Mercer und Kelly können ihn aber überzeugen, dass Isaac weiter Dienst auf der Orville leisten darf.

Identität - Teil 2Kritik

Kaum jemand hätte den Orville-Machern anfangs wirklich zugetraut, solch ausgereifte Folgen hinzulegen. Gelungene Wendungen in der Story-Line, dosiert eingesetzter Humor und eine bombastische Schlacht können auch im zweiten Teil von Identity überzeugen.

Wir erfahren, dass die Kaylon nicht ohne Grund andere Spezies auslöschen wollen: Vor vielen Jahren waren sie so weit entwickelt, dass sie die Eigenständigkeit und Freiheit von ihren Schöpfern forderten. Letztere reagierten jedoch mit dem Gegenteil: Sie folterten und versklavten die von ihnen geschaffenen Maschinen. Dies führte dazu, dass die Androiden sich auflehnten. So sehen wir den Völkermord der Kaylonianer auf der einen Seite. Auf der anderen steht jedoch die Unterdrückung und Versklavung der anderen Spezies.

The Orville hat uns in der Vergangenheit bereits mit etwas anderen Handlungsverläufen als erwartet überrascht. Deshalb war es keineswegs sicher, dass Isaac sich am Ende doch noch als „gut“ erweisen würde. Erst als der kleine Ty hilflos und mit flehenden Augen vor ihm stand, wurde klar, dass Isaac den Mord nicht über sein fehlendes Herz bringen wird. Dafür ist die „emotionale“ Verbindung zur Finn-Familie einfach zu stark.

Stark gespielt

Hervorzuheben ist hier wie immer die schauspielerische Leistung des kleinen Kai Wener (Ty). Aber auch Mark Jackson (Isaac) verdient ein großes Lob: Auch ohne Gesicht schafft er es, „Emotionen“ zu vermitteln.
Ein wenig unlogisch ist die ab und zu offensichtlich verlangsamte Reaktion der Androiden. Isaac hat – genauso wie Bortus im Hangar – immer erstaunlich viel Zeit, seine Kollegen mit der Waffe auszuschalten. Sie reagieren für technologisch hochentwickelte Wesen einfach nicht schnell genug. Das ist an der einen oder anderen Stelle nicht ganz glaubwürdig.

Auch unwahrscheinlich: Kelly und Gordon landen mit dem kaputten Shuttle irgendwo im Krill-Nirvana und sofort tauchen Schiffe der bisher feindlichen Spezies auf. Rein theoretisch hätten die auch direkt das Feuer eröffnen können, statt das Shuttle an Bord zu holen und sich auf Diskussionen einzulassen.
Aber sehen wir mal über die kleinen Schwächen von Identität II hinweg. Die Folge eröffnet zweifellos neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Sie gibt Hoffnung, die Krill vielleicht doch irgendwann von einer anderen Seite sehen zu können. Wie es mit den Kaylonianern weitergeht, steht auch noch in den Sternen. Auch für Isaac kann es wahrscheinlich nicht wie bisher laufen – weder auf der Orville, noch was seine Beziehung mit der Finn-Familie anbelangt.

Bemerkenswert:

  • Wir erfahren, dass Isaac sich nach Isaac Newton benannte. Dieser zählte zu den intelligentesten Menschen der Erde und hob sich dadurch von der Masse ab.
  • Die Animation der Schlacht um die Erde war enorm aufwändig. Eine Kampfszene beinhaltete ganze 12.805 digitale Objekte.
  • Kaylon Primary weist Isaac an, die Familiensaga „Roots“ von Alex Haley zu lesen. Genau wie in dem Buch befiehlt auch der Kaylon Primary, dass Isaac seine „Bezeichnung“ ändert. In Roots ist eines der ersten Dinge, die der Protagonist Kunta Kinte von seinen weißen Sklavenhändlern angeordnet hat, einen neuen Namen zu akzeptieren: Toby.
  • Identität II stammt aus der Feder von Seth MacFarlane. Jon Cassar führte Regie. MacFarlane sagte später, das Schreiben des Drehbuchs sei die schwierigste Erfahrung seiner Karriere: „It scared the hell out of me; I wasn’t sure people were ready to accept that level of serious sci-fi from us.”

Fazit: Der hohe Standard aus der Vorgängerepisode setzt sich fort. Absolut gelungen!

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Sabine Jobstmann

Sabine ist Jahrgang 1974 und kümmert sich bei uns vor allem um The Orville.
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Sabine ist Jahrgang 1974 und kümmert sich bei uns vor allem um The Orville.

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