Spotlight: Seth MacFarlane

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Hinter dem am 26. Oktober 1973 geborenen „The Orville-Macher“ Seth MacFarlane steckt ein wahres Multi-Talent.

Eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Amerikas

Sind wir ehrlich: Vor The Orville kannten ihn die meisten von uns bestenfalls als den „Family Guy“. Vielleicht noch als den Typen, der „American Dad“ oder „The Cleveland Show“ produziert. Möglicherweise hat ihn jemand im Jahr 2013 auch die Oscars moderieren sehen und sich gefragt: Wer ist das eigentlich? Dass er mittlerweile zu den einflussreichsten Persönlichkeiten Amerikas zählt, weiß hierzulande kaum jemand. Seth MacFarlane ist inzwischen als Schauspieler, Regisseur, Synchronsprecher, Drehbuchautor, Produzent und Sänger erfolgreich. Sein Vermögen wird auf 200 Millionen Dollar geschätzt.

In TV-Interviews wirkt er zwar durchaus charismatisch. Er hat aber auch etwas Schüchternes an sich. So hält er sich immer krampfhaft an einer Tasse fest. Um seine Nervosität zu verbergen, wie er einst zugab. Im Gegensatz zu den Sprüchen, die man von Zeichentrickserien gewohnt ist, wirken seine Antworten dann überlegt und oft ernst. Vor allem, was politische Themen anbelangt. Er setzt sich sehr für die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen ein und befürwortet die Legalisierung von Cannabis. Außerdem ist er bekennender Sympathisant der Demokratischen Partei.

Seth MacFarlane
A Million Ways to die in the West

Narrenfreiheit für das Zugpferd

Mit seinen politischen Äußerungen bewegt er sich häufig auf einem schmalen Grad. Fast all seine Sendungen laufen auf dem bekanntlich „Trump-freundlichen“ Sender FOX. Letzterer war bisher nicht unbedingt für neutrale Berichterstattung bekannt. So forderte FOX News seine Zuschauer auf, das Gegenteil von dem anzunehmen, was andere Nachrichtenstationen erzählen. Seth twitterte daraufhin: Er sei beschämt, für das Medienunternehmen zu arbeiten. Als einer der wenigen, scheint MacFarlane hier Narrenfreiheit zu genießen. Kein Wunder. Er produziert inzwischen gleich mehrere der großen Zugpferde des Senders.

Begonnen hat alles am 26. Oktober 1973 in Kent/Connecticut. Dort wurde Seth als typisches Kind der amerikanischen Mittelschicht geboren. Sein Vater Ron war Lehrer. Seine Mutter Anne, die 2010 an Krebs verstarb, arbeitete als Bürokraft. Früh entdeckten die beiden das Talent ihres Sohnes. Bereits mit zwei Jahren versuchte sich Seth im Zeichnen von Comicfiguren. Mit sieben Jahren schickte er einen Entwurf an die Muppet-Zeichner rund um Jim Henson. Begeistert schrieben die zurück: „We all think you are very good. Keep working at it.” Und das tat er. Mit neun Jahren verkaufte er seine Comics regelmäßig an eine lokale Zeitung. Dafür bekam er fünf Dollar in der Woche.

Nach einem Abschluss an der Kent School studierte er Film, Video und Animation an der Rhode Island School of Design. Bereits zu dieser Zeit produzierte er einige Filme. Seths Abschlussarbeit „The Life of Larry“ reichte sein damaliger Professor selbst beim Cartoon-Network Hanna-Barbera ein. Dort bot man MacFarlane sofort eine Stelle an.

Seth MacFarlane
Star Trek: Enterprise

Jüngster Produzent im TV

Aber Seths Traum war es, für Walt Disney zu zeichnen. Deshalb arbeitete er freiberuflich auch für den Medien-Giganten. Unter anderem war er am Script von „Ace Ventura: Pet Detective“ beteiligt. Außerdem schuf er „Larry & Steve“, eine Fortsetzung von „The Life of Larry“. Dies führte bei FOX zu Verhandlungen über „Family Guy“. Im Alter von 24 Jahren wurde Seth MacFarlane somit der jüngste ausführende Produzent der Fernsehbranche.

Typisch für die Serie ist die teilweise bis ins Absurde getriebene Überzeichnung alltäglicher Probleme. Hinzu kommt ein sehr gewagter bis sarkastischer Humor. Die Serie läuft (mit einer kurzen Unterbrechung) seit 1999. Sie gewann mittlerweile fünf Emmys. Der große Erfolg führte 2009 zum Spin-off „The Cleveland Show“. Eine weitere erfolgreiche Zeichentrickserie aus der Feder MacFarlanes ist „American Dad“. Genauso wie in „Family Guy“ synchronisiert Seth viele der Figuren selbst. Auch seine Schwester Rachael stellt den Figuren ihre Stimme zur Verfügung.

Von Kritikern verhasst, von Fans geliebt

Sein Regie-Debüt gab Seth mit „Ted“ im Jahr 2012. Er schrieb das Drehbuch, diente als Produzent und lieh dem sprechenden Teddybären seine Stimme. Weil der Film so gut ankam, wurde 2015 noch „Ted 2“ produziert. Um die Drehpausen zu überbrücken, sah MacFarlane sich Western an. Da entstand die Idee zu „A Million Ways to die in the West“. In der Westernparodie spielt MacFarlane den schüchternen Schafzüchter Albert Stark. Der Film wurde von Kritikern zerrissen.

Seth MacFarlane
The Orville

Vorbild: Jean-Luc Picard

Seth MacFarlane war schon immer ein begeisterter Trekkie. Deshalb begann er 2017 kurzerhand sein eigenes Projekt umzusetzen. In der Sci-Fi-Serie „The Orville“ fungiert er unter anderem als Hauptdarsteller, Produzent, Regisseur und Drehbuchautor. In einem Interview sagte er, dass er den Führungsstil von Jean-Luc Picard unter allen Star-Trek-Captains favorisiere. Unterm Strich ist auch seine Figur Captain Ed Mercer stark an Picard angelehnt.

Sicherlich würden seine Fernsehproduktionen für einen guten Lebensunterhalt ausreichen. Dennoch ist das Multi-Talent auch als Sänger erfolgreich. Mit seinen mittlerweile vier veröffentlichten Alben hat er inzwischen vier Grammy Awards gewonnen. All seine Songs sind an die 40er- und 50er-Jahre angelehnt. Sie bilden eine Hommage an die alten Jazz- und Swing-Zeiten.

Persönliches

Privat werden ihm Affären mit zahlreichen Schönheiten nachgesagt. So war er zwischen 2012 und 2013 beispielsweise mit Game-of-Thrones-Schönheit Emilia Clark liiert. Buffy-Star Eliza Dushku datete er 2008. Es wird ihm außerdem eine Affäre mit Cameron Diaz nachgesagt. Genauso wie mit der 20 Jahre jüngeren Halston Sage. Sie spielte Alara Kitan in The Orville. Bestätigt wurde Letztere jedoch nie. Zurzeit ist das Multitalent offenbar Single.

Seth MacFarlane in der IMDb.

Sabine Jobstmann
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Sabine Jobstmann

Sabine ist Jahrgang 1974 und kümmert sich bei uns vor allem um The Orville.

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