Spotlight: Jack Thompson

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Die Rolle von Jack Thompson im Star-Wars-Universum war lediglich eine kleine, aber dennoch bedeutungsvoll.

Sein Auftritt als Cliegg Lars, seines Zeichens Feuchtfarmer auf dem unwirtlichen Wüstenplaneten Tatooine in „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ ist nur wenige Minuten lang. Cliegg Lars, das ist jener Mann, den die Mutter des jungen Anakin Skywalker, Shmi, nach dem Weggang ihres Sohnes an die Jedi-Akademie heiratete und dessen Sohn Owen aus erster Ehe der Ziehvater von Anakins Sprößling Luke wird, nachdem sein leiblicher Vater der dunklen Seite der Macht verfallen und zum finsteren Darth Vader geworden ist. Die dunkle Seite der Macht… damit hat jener Cliegg Lars weit mehr zu tun, als ihm bewusst ist und lieb sein kann. Bei einem Angriff der vermummten Sandleute haben diese seine Frau, Anakins Mutter, entführt, er selbst hat ein Bein dabei eingebüßt.

Übrigens findet sich in seiner Szene in der deutschen Fassung ein bis heute bei „Star Wars“-Fans bekannter und viel belächelter Synchronisationsfehler. Während Cliegg Lars in der Originalversion davon spricht, dass er seine Frau nicht suchen könne, da er „unable to ride“ („unfähig zu reiten“, was sich auch auf mechanische Transportmittel bezieht!) sei, erklärt er in der deutschen Fassung, er könne „nicht auf einem Pferd reiten“ (welches man auf Tatooine kaum kennen dürfte…). Als Anakin seine Mutter schließlich selbst retten will, findet er diese im Lager der Sandleute nur noch sterbend vor. Hier wird er erstmals von der Macht der dunklen Seite berührt und metzelt die Entführer auf grausame Weise nieder.

Jack Thompson
Cliegg Lars ©Lucasfilm Ltd

Eine interessante Lebensgeschichte

Der australische Schauspieler Jack Thompson hat eine ähnlich interessante Lebensgeschichte wie die Figur, die er einmalig für wenige Minuten im „Star Wars“-Kosmos darstellt. Geboren wurde er am 31. August 1940 in der australischen Stadt Manly nahe der Großstadt Sydney unter dem Namen John Hadley Payne. Während seiner Kindheit wurde er aus unbekannten Gründen von der Familie Thompson adoptiert und trug seitdem diesen Familiennamen. Bemerkenswert am Lebenslauf des Schauspielers ist, dass er 15 Jahre lang neben seiner zweiten Ehefrau Leona King auch mit deren Schwester Bunkie liiert war. Übrigens in gegenseitigem Einvernehmen mit den beiden Frauen, mit denen er während dieser Zeit auch gemeinschaftlich zusammenlebte. Dergleichen nennt man im Übrigen eine „Ménage á trois“.

Ein bekannter australischer Schauspieler

In den 60er-Jahren spielte er in bekannten australischen Fernsehserien wie „Skippy, das Buchkänguruh“, „Motel“ oder „SOS – Charterboot“. Ab 1971 verkörperte er die Hauptrolle des Geheimagenten Erskine in der auf Tatsachen basierenden, im Zweiten Weltkrieg spielenden Spionageserie „Spyforce“. Die Serie lief in Australien, England und auch in den USA zwei Staffeln lang mit insgesamt 42 Episoden recht erfolgreich.

Nach weiteren vorwiegend australischen Produktionen wie „The Man From Snowy River“ mit Hollywood-Veteran Kirk Douglas in der Hauptrolle sah man ihn 1983 neben Pop-Ikone David Bowie in dem bitteren Antikriegs-Drama „Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence“. 1985 war er neben Rutger Hauer im brutalen Historienfilm „Flesh And Blood“ zu sehen, 1987 neben dem britischen Charakterdarsteller Donald Pleasance im Polit-Thriller „Kreis der Angst“ oder 1996 neben den damaligen Hollywood-Stars Christian Slater und John Travolta im Actionkracher „Operation: Broken Arrow“. Auch in Streifen wie „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“ oder dem Thriller „Original Sin“ entwickelte sich Jack Thompson zu einem der Filmgesichter, die „man kennt“, wenngleich sein Name weitgehend unbekannt blieb. Dieser Umstand führte sicherlich auch dazu, dass George Lucas ihm die wie schon erwähnt kleine, aber wichtige Rolle des Cliegg Lars im zweiten Film seiner „Star Wars“-Prequel-Trilogie anbot, der bekanntlich 2002 herauskam.

Gut im Geschäft auch nach „Star Wars“

Jack Thompson blieb auch nach „Star Wars: Episode II“ gut im Geschäft. Er war seitdem in Filmen wie „Attentat auf Richard Nixon“ und „The Good German – In den Ruinen von Berlin“ zu sehen. In dem epischen Abenteuerfilm „Australia“ spielte er neben „Wolverine“-Darsteller Hugh Jackman. Seine letzte Filmrolle spielte er 2016 im Drama „The Light Between Oceans“ (übrigens neben „Magneto“ Michael Fassbender…).

Happy Birthday!

Seinen heutigen 79. Geburtstag begeht der Schauspieler möglicherweise zusammen mit seinen „zwei Frauen“ sowie seinem Sohn Billy (…den er zusammen mit seiner eigentlichen Ehefrau Leona hat). May The Force Be With You!

Jack Thompson in der IMDb.

Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.
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Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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