Mit diesem Film stand die Erfolgsformel der Filmreihe endlich fest.
DER Film
Goldfinger ist nicht irgendein James Bond-Film. Es war für lange Zeit DER James Bond-Film. Der ikonischste Streifen überhaupt, der viele Elemente einführte, die dann auf lange Zeit die Erfolgsformel der 007-Filmabenteuer prägten. Der immer noch einen der besten Titletracks der gesamten Serie hat. Und der viele Szenen und Dialoge hatte, die noch heute zeitlos wirken.
Dabei war ursprünglich als dritter Film ein anderes Abenteuer vorgesehen. Denn als Liebesgrüße aus Moskau produziert wurde, saß Drehbuchautor Richard Maibaum bereits am Skript zu Im Geheimdienst ihrer Majestät. Doch da Teil 3 unbedingt im September 1964 in die Kinos kommen sollte, blieb nicht genügend Zeit für das Locationscouting in der Schweiz. Weshalb dieser Plan erst mal ad acta gelegt wurde.
Dann gab es Überlegungen Feuerball zu verfilmen. Doch das scheiterte daran, dass um genau diesen Roman gerade ein Gerichtsprozess zwischen Ian Fleming und dem Filmemacher Kevin McClory vor dem obersten Gerichtshof Großbritanniens verhandelt wurde. Weshalb auch diese Idee erst mal nicht möglich war.
Neue und alte Gesichter
Womit sich die Produzenten Albert R. Broccoli und Harvey Saltzman für „Goldfinger“ als dritten Film entschieden. Dabei sollte diese Adaption ein Budget von 3 Millionen US Dollar haben, was für damalige Zeiten geradezu absurd hoch war und dieselbe Summe wie Dr. No und Liebesgrüße aus Moskau zusammen war. Gleichzeitig beschloss man den Film, mehr am amerikanischen Markt auszurichten, da die Handlungsorte der beiden vorherigen Filmabenteuer ja die Karibik und Europa waren.
Die Regie übernahm dieses Mal nicht Terence Young. Der hatte für seine Arbeit einen Anteil an den Einnahmen verlangt, kriegte das jedoch nicht, weshalb er stattdessen einen anderen Film drehte. Sein Nachfolger wurde Guy Hamilton, der in Folge noch öfters die Abenteuer des berühmten 00-Agenten lenken sollte. Er war der Auffassung, dass James Bond nicht so sehr wie ein Übermensch wirken sollte und versuchte dies dadurch zu erreichen, dass seine Feinde umso mächtiger auftraten.
Von Vorteil war auch, dass er Ian Fleming kannte. Beide hatten während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam geheimdienstliche Arbeiten für die Royal Navy gemacht. Gleichzeitig kehrten ebenfalls Bob Simmons als Stunt Coordinator und Ken Adam als Production Designer zurück, nachdem sie zuletzt diese Funktionen bei Dr. No ausübten. Und beide sollten ihren Stempel in der Produktion hinterlassen.
Das erste Mal
Für das Drehbuch war wieder Richard Maibaum zuständig, der beim Schreiben des Skripts ein Plothole der Romanvorlage fixte. Allerdings gefiel seine Arbeit Harvey Saltzman nicht, der daraufhin Paul Dehn an Bord holte. Der war im Zweiten Weltkriegs im Geheimdienst tätig, was für die Arbeit keine schlechte Idee war. Doch seine Ideen gefielen Sean Conner nicht, so das Maibaum wieder zurückkehrte. Dennoch sollte die Arbeit der beiden als künftige Blaupause für die kommenden James Bond-Abenteuer dienen.
Goldfinger sollte ebenfalls der erste Film sein, in dem 007 von der Q-Abteilung diverse Gadgets kriegen sollte, die ihrer Zeit weit voraus waren. Auch dies sollte in Zukunft etwas sein, was zum Markenzeichen der Reihe werden sollte. Ebenso, was den Einsatz futuristischer Technologie anging, wie beispielsweise die Laser, die man im Film sah. Diese waren eine noch relativ junge Erfindung, die damals, als die Romanvorlage verfasst wurde, noch nicht existierte.
Beim Cast kehrten natürlich Sean Connery, Bernard Lee, Lois Maxwell und Desmond Llewelyn zurück. Letzterem wurde gesagt, dass er etwas mehr Humor in seine Darstellung als Q einfließen lassen sollte. Was er auch tat, womit eine langjährige, durch freundliche Abneigung geprägte Beziehung entstehen sollte, die ebenfalls ein Merkmal der Reihe werden sollte.
Wenn man sich selber synchronisiert
Das Bond-Girl Pussy Galore sollte durch Honor Blackman (Mit Schirm, Charme und Melone) dargestellt werden. Sie sollte das erste wirklich selbstbewusste und überwiegend emanzipierte Bond-Girl der Reihe sein. Außerdem gefiel der Darstellerin der Name ihrer Figur, der natürlich wieder sehr doppeldeutig war, wie schon die Namen einiger ihrer Vorgänger.

Als Auric Goldfinger, der Antagonist des Films, wurde Gert Fröbe gecastet. Ursprünglich war für die Rolle Orson Welles vorgesehen, doch dessen Gehaltsvorstellungen waren zu groß. Der Ausschlag für Fröbe war seine Darstellung in dem deutschen Thriller Es geschah am helligsten Tag. Es gab allerdings das Problem, dass der Schauspieler kaum Englisch konnte, weshalb er es ursprünglich phonetisch aussprach. Doch seine Aussprache war zu langsam. Weshalb schließlich seine Stimme im US-Original von dem Fernsehdarsteller Michael Collins kam. Gert Fröbe sollte hingegen in der deutschen Synchronisation sich selbst sprechen.
Shirley Eaton sollte als Jill Masterson nur eine kleine Rolle haben. Doch die Szene, wo man sie nackt und tot, am ganzen Körper mit Gold bedeckt, wurde so ikonisch, dass sie ihre ganze Karriere prägen sollte. Harold Sakata, Silbermedaillengewinner im Gewichtheben bei den 1948er olympischen Spielen und professioneller Wrestler, wurde als Goldfingers stummer, koreanischer Diener Oddjob gecastet. Und die Rolle von Felix Leiter wurde dieses Mal von dem kanadischen Darsteller Cec Lindr übernommen, nachdem sein Vorgänger Jack Lord, so Richard Maibaum, eine größere Rolle, mehr Geld und die Nennung als Co-Star verlangte.
Die Formel steht fest
Nach seiner letzten Mission erholt sich James Bond in Miami in einem Hotel. Wo er schon bald über seinen Freund Felix Leiter von M den Auftrag erhält, den Edelmetallhändler Auric Goldfinger zu beobachten. Schnell findet der Agent heraus, dass der Händler ein Spieler ist, der allerdings beim Spielen betrügt. Weshalb 007 den Spieß herumdreht. Er verführt dessen Assistentin Jill Masterson, so das sie ihrem Chef nicht mehr helfen kann und verbringt eine Nacht mit ihr. Doch dann wird er von jemanden Unbekanntes von hinten niedergeschlagen und als er am nächsten Morgen wieder zu sich kommt, findet er die Frau tot vor. Sie ist erstickt, weil ihr ganzer nackter Körper komplett mit Gold angemalt wurde.
Zurück in London beauftragt M Bond herauszufinden, wie der Händler es schafft, seine Goldvorräte international zu schmuggeln. Ausgestattet mit den neusten Gagdets der Q-Abteilung macht sich 007 an die Arbeit. Er trifft „zufälligerweise“ Goldfinger bei einem Golfspiel und lernt nicht nur diesen näher kennen, sondern ebenso dessen rechte Hand, den stummen und tödlichen Diener Oddjob. Später lernt er auch die Pilotin und Gehilfin Pussy Galore kennen, nachdem er von Goldfinger gefangen genommen wurde. Und schon bald erfährt er den ganzen perfiden Plan des Händlers.
Goldfinger ist der Film, mit dem die James Bond-Erfolgsformel für lange Zeit endlich feststand. Es gab die Actionszene im Vorspann, die mit der Haupthandlung nichts zu tun hatte, sondern nur für Stimmung sorgte. Dann gab es das Filmintro, in dem in diesem Fall auf der Haut eines Modells, die Gold angemalt war, Szenen aus dem Film gezeigt wurden, derweil man parallel das großartige Titellied von Shirley Bassey hörte. Und dann ging die eigentliche Action los, mit einem großartigen Antagonisten, einer monströsen rechten Hand, sowie natürlich den diversen Gimmicks, die 007 im Laufe des Films einsetzen sollte.
Eine grandiose Präsenz
Es war einfach nur großartig und machte von Anfang bis Ende Spaß. Was aber auch am gelungenen Casting lag. Sean Connery machte als James Bond natürlich einen erstklassigen Job. Doch ohne Gert Fröbe, Honor Blackman und Harold Sakata hätte dieser Film nicht funktionieren können.
Gert Fröbes Goldfinger hat eine unglaubliche Präsenz, die er im Laufe des Films auch sehr geschickt einsetzt. Man lernt hier einen Engländer kennen, der Gold über alles liebt und der Verlieren hasst. Weshalb man im Laufe des Films wiederholt sieht, wie er versucht, das Schicksal zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Womit natürlich gemeint ist, dass er betrügt, wo er nur kann. Und wenn er ertappt wird oder verliert, ist er zunächst sauer.
Gleichzeitig wird er auch als äußerst intelligent und durchtrieben dargestellt. Als jemand, der, wenn ein Plan nicht reibungslos funktioniert, er einen anderen in der Hinterhand hat. Was man unter anderem daran sieht, dass er, als bei der Versammlung der ganzen Mafiabosse einer aussteigen will, er diesen scheinbar gehen lässt. Nur um ihn dann in Wahrheit von Oddjob hinrichten zu lassen, dessen Wagen mit dem ganzen Gold in einer Schrottpresse zu einem Würfel zusammenquetschen lässt. Nur um dann eiskalt später zu sagen, dass er jetzt nach einer Möglichkeit suchen muss, um wieder an das Gold zu kommen. Oder im Finale, wo er, als sein Plan schiefläuft, zu seinem Glück eine amerikanische Uniform trägt und so unbemerkt entkommen kann.
Wortlos gefährlich
Auric Goldfinger sollte lange Zeit das Maß aller Dinge werden, was die James Bond-Antagonisten angeht.
Was aber ebenso für Oddjob gilt. Dafür, dass er im gesamten Spiel nichts spricht, sprechen seine Taten umso mehr. Er ist der absolut loyale Handlanger, der für seinen Boss bereit ist, alles zu tun. Und dank seines besonderen Huts ist er auch so absolut tödlich. Es ist wirklich ein Genuss, ihn in Aktion zu sehen. Er ist jemand, den man definitiv nicht unterschätzen darf.
Was auch für Holly Blackmans Pussy Galore gilt. Über weite Teile des Films ist sie eben nicht das typische Bondgirl. Sie tritt sehr selbstbewusst auf und lässt sich scheinbar von James Bond Charmeoffensive nicht beeindrucken. Das und ihre Judokünste lassen sie über weite Teile des Films eben nicht wie das hübsche Mädchen von nebenan erscheinen, die unbedingt von James Bond gerettet werden muss. Sie rettet sich wenn selber. Und so ganz nebenbei später auch ihn, weil sie dann doch seinem Charme erliegt. Aber das mindert ihr grandioses Auftreten überhaupt nicht.
Spannend
Wobei es immer noch zwei weitere Frauen gibt, die dem bisher bekannten Bild des Bond-Girls nahekommen. Doch beide finden den Tod, eben weil James Bond sie dann doch nicht erretten kann. Ironischerweise sind die beiden Personen im Film Schwestern. Die eine ist Shirley Eatons Jill Masterson, derweil ihre Schwester Tilly Masterson, die durch ihre Racheaktionen James Bond mehr Probleme bereitet, als nötig, von Tania Mallet dargestellt wird.
Dabei ist der Film von der ersten bis zur letzten Minute spannend. Eben weil Auric Goldfinger so ein großartiger Antagonist ist, der stets sehr dominant auftritt. Die ganze Zeit fragt man sich, was er wirklich vorhat. Und der Film lässt sich mit der Antwort Zeit. Stattdessen erhält man immer noch kleine Brocken, die nur erahnen lassen, was der große Plan ist. Weshalb man bei der finalen Enthüllung umso sprachloser ist. Weil er wirklich äußerst durchtrieben und intelligent daherkommt.
Es ist ein in jederlei Hinsicht erstklassiger und zeitloser Film. Was auch für den grandiosen Titelsong von Shirley Bassey gilt, der nicht umsonst als einer der besten der gesamten Filmreihe gilt. Es ist ein Lied, das einen mitreißt, dass vor allem Auric Goldfinger wunderbar beschreibt. Und die Sängerin mit der großartigen Stimme sollte man nicht zum letzten Mal bei James Bond hören…
Am Ende ist dies einfach definitiv ein Must-See, bei dem wirklich alles stimmt.
Meine persönlichen Top 10 James Bond-Filme:
1. James Bond 007 – Goldfinger
2. James Bond 007 – Liebesgrüße aus Moskau
3. James Bond – 007 jagt Dr. No
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Meine persönlichen Top 10 James Bond-Titellieder:
1. Shirley Bassey – Goldfinger
2. Matt Monro – From Russia With Love
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Info
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn
Produktion: Harry Saltzman, Albert R. Broccoli
Musik: John Barry
Kamera: Ted Moore
Schnitt: Peter R. Hunt
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Warpskala
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