Spotlight: H. G. Ewers

Lesezeit circa: 4 Minuten

H. G. Ewers war einer der produktivsten Autoren bei Perry Rhodan.

Horst Gehrmann?

So lautet H. G. Ewers bürgerlicher Name. Er wurde am 1. Januar 1930 in Weißenfels an der Saale geboren. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in einem Autohaus. Anschließend schrieb er sich an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale ein, um Medizin zu studieren. Allerdings durfte er dieses aufgrund seiner systemkritischen Äußerungen nicht abschließen. Er wich daher auf ein anderes Studienfach aus und studierte Deutsch, Biologie, Astronomie und Physik auf Lehramt. Nach seinem Studium unterrichtete er seine Fächer an einem Gymnasium. Bereits in dieser Zeit schrieb er.

Flucht

1961 begann der Bau der berühmt-berüchtigten Mauer, welche jahrzehntelang zwischen der BRD und der DDR stehen würde. Gehrmann floh kurz vor Beginn der Bauarbeiten in den Westen. Sein Pseudonym „H. G. Ewers“ entstand bereits damals und unter diesem Namen veröffentlichte er auch seinen ersten Roman, den er noch in der DDR verfasst hatte. 1962 erschien also sein Debutroman Intrige auf Chibbu, den man heutzutage nur noch gebraucht kaufen kann.

Perry Rhodan

1964 stieg er mit dem Planetenroman Die verhängnisvolle Expedition bei Perry Rhodan ein. 1965 begann er für die Hauptserie zu schreiben. Heft 198 – Die letzte Bastion war sein erster Beitrag. Es folgten insgesamt 248 weitere Hefte, womit er mit genau 249 Beiträgen für die Hauptserie an der Spitze steht. Auch in der Serie um Atlan stammen viele Hefte aus seiner Feder. Ebenfalls für Atlan stellte er gemeinsam mit Peter Griese von Heft 760 bis 850 die Exposé-Redaktion.

Darüber hinaus erarbeitete er gemeinsam mit Heidrun Scheer, der Gattin von K. H. Scheer, das Perry Rhodan Lexikon, welches 1971 erschien.

Ewers war vor allem für seine kreativen Nebenfiguren bekannt. Wie kein anderer verstand er es, Figuren zu erdenken und sie am Exposé vorbei in die Geschichte zu schmuggeln. Die sogenannten „Ewer’schen Eigenkreationen“ fanden ihren Platz in vielen Leserherzen und bereicherten die Perry Rhodan-Welt, darunter Raumkapitän Guy Nelson, den Ewers selbst als seine erste Glanzleistung betrachtete. Dabei war die Figur das Ergebnis einer Wette mit Günter M. Schelwokat, der behauptet hatte, dass Ewers keinen Humor in seine Geschichten einbringen könne. Weit gefehlt, Wette verloren. Auch kuriose Einfälle wie die „besonders zerbeulte Kaffeekanne“, mit der Tatcher a Hainu seinen Freund Dalaimoc Rorvic aus der Meditation weckt, stammen von Ewers, der sich mit seinen Einfällen sicherlich selbst ein Denkmal gesetzt hat.

Zurück an die Uni

1996 schrieb Ewers sich an der Universität zu Basel ein, um erneut ein Medizinstudium zu beginnen. Gleichzeitig studierte er an einer schweizer Heilpraktikerschule. Anschließend arbeitete er als Heilpraktiker.

Da er der Mars Society, einer Non-Profit-Organisation, die sich für die Erforschung und Besiedlung des Planeten Mars engagiert, angehörte, hatte er die Möglichkeit, zum „Hobby-Astronauten“ zu werden, indem er das zweiwöchige Mars-Training in Utah durchlief.

Wenngleich er kein Aktiver mehr bei Perry Rhodan war, nachdem er sich 1994 aus dem PR-Team zurückgezogen hatte, verfasste er ab und zu als Gastautor weitere Beiträge. Sein letzter Beitrag für Perry Rhodan war Heft 2110 – Der Gute Geist von Wassermal.

H. G. Ewers/Horst Gehrmann war zweimal verheiratet und lebte mit seiner zweiten Ehefrau bis zu seinem Tod in Weil am Rhein. Er verstarb am 19. September 2013 im Alter von 83 Jahren. Heft 2728 – Die Gravo-Architekten, geschrieben von Michelle Stern, ziert ihm zu Ehren sein Portrait, gemalt von Swen Papenbrock.


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