[Perry Rhodan Mission SOL 2 12] Der Chaopressor

Lesezeit circa: 5 Minuten

Die Terminale Kolonne unter neuem Kommando – im Sphärenlabyrinth entscheidet sich ein Schicksal

Perry Rhodan Mission SOL 2 12 Der Chaopressor
©Perry Rhodan KG

Titel: Der Chaopressor
Autor: Kai Hirdt
Titelbild: Arndt Drechsler
Erschienen: 21.08.2020

Zur Handlung

Perry Rhodan kann zusammen mit Eroin Blitzer, der SOL und der Flotte der Ordnungsmächte TRAZUL am Bezug seines Domizils hindern – die künstliche negative Superintelligenz wird verwehen.
Gleichzeitig können Die vielen Einen wohl gerettet werden, denn statt ihrer wird BARIL unfreiwillig den Platz als neuer Chaopressor einnehmen. Womit die Terminale Kolonne wohl auf lange Zeit geschwächt sein dürfte.
A-Kuatond stirbt endgültig, ihr Volk, die Zentrifaal, dürfte aber wieder auferstehen können.
Perry wird zurück an den Ausgangspunkt der Reise gesendet.

Gedanken zu Der Chaopressor

Eine tolle, wenngleich minimal schwächere zweite Miniserie rund um die SOL endet hiermit. Und wohl vorerst auch die MISSION SOL als Ganzes, denn einen dritten Aufguss wird es nach Aussagen des Verlages wohl nicht geben. Vorerst. Und schade irgendwie, aber verständlich.

Das abschließende Heft dieser Miniserie ist leider für mich recht enttäuschend.
Das fängt bereits relativ früh im Heft an. Klar, das Thema, dass alles am Ende anders ist als es auf den ersten Blick scheint, zieht sich durch diese ganze zweite Mission. Nebst der zugehörigen Wendungen und Irrungen.
Genau von diesen liefert uns Kai Hirdt hier eine Überdosis. “Alles verloren – Nein, doch nicht – Oh, jetzt doch – aber nein, doch nicht”. Mir wurde das auf so komprimiertem Raum einfach zu viel. Aber damit kann ich noch leben.

Ärgerlich war dann das letzte Viertel. Man hätte die Serie schön ausklingen lassen können. Ein paar Worte zur weiteren Reise der Sol, eine kleine Verabschiedung von Roi Danton und Perry Rhodan. Nein. Pustekuchen. In einem Last-Second-Manöver gelingt vielleicht wohl die Rettung der Zentrifaal. Entkommt die SOL aus dem Sphärenlabyrinth, von dem auch nicht ganz klar ist, ob es weiterbesteht. Und Perry wird schwups an den Ausgangspunkt seiner Reise gesendet.
Wenn ich 12 oder wie hier gar 24 Hefte lang etwas aufbaue und auswälze, dann sollten die letzten Seiten gerade nach einer Achterbahnfahrt ausklingen.

Wirklich offene Handlungsfäden lässt Kai nicht liegen, das kann man ihm nicht vorwerfen. Zumindest wurden die weiteren Entwicklungen deutlich in den einzelnen Heften schon angedeutet. Dennoch wäre da am Ende etwas Handfesteres zu wünschen. Und auch Alaska Saedelaere hätte einen letzten Kurzauftritt verdient. So wie jetzt wissen wir, dass sein Zustand bedrohlich ist und er in Heilung befindlich sein soll, zumindest war es zu Beginn von Mission SOL 2 so. Klar, wahrscheinlich wird Alaska es schaffen.
Dennoch, auch hier eine für mich verschenkte Chance.

Durch all diese kleinen Holpersteine fühlt sich das Ende unrund an, abgehetzt.
Schmunzeln musste ich allerdings am Ende auch ein wenig. Ein Kosmokratenroboter der Cairol-Baureihe verpasst Perry einen kostenlosen Haarschnitt, bevor er durch das Portal zum Ausgangspunkt der Reise (Heft 2998 der Erstauflage) gehen darf. Das war dann ein mich versöhnlich stimmender Abschlussgag.

Erklärungen?

Ich zitiere hier mal Kai Hirdt aus der Facebookgruppe:
Well … Zugegeben haben sich während des Verlaufs ein paar unerwartete Handlungsfäden ergeben, die ich am Ende einsammeln musste. Und die Umplanung, weil mir Corona einen Handlungsstrang zerschossen hat, war nicht hilfreich. Insofern gebe ich zu, das war ein gerüttelt Maß Stoff für ein einzelnes Heft.

Das erklärt einiges. Bedauerlich und einem wirklich runden Ende natürlich nicht zuträglich. Manchmal macht einem das Leben, die Wirklichkeit, einen Strich durch die Rechnung. Und ein Handlungsstrang, welcher mit Viren das Elend vieler Völker deutlich beschreibt, wäre wohl angesichts der Corona-Pandemie in die Hose gegangen. Davon möchte man ja durch Bücher eigentlich fliehen, seine ein oder zwei Stunden in fernen Welten schweifen, weg von dem Elend hier im “real life”.
Insofern kann ich verstehen, dass eine Umplanung im laufenden Projekt einiges zerschießt. Im Grunde können wir froh sein, dass es “nur” ein Handlungsstrang war und nicht die Basis für die ganze Miniserie.

Ausblicke und ein Fazit

Dem Heft selber hatte ich im ersten Ärger über das holprige Ende 4 von 10 Sternchen zugestanden. Mit etwas Abstand und den klärenden Worten von Kai folgend kann ich etwas aufwerten auf 6 von 10. Nicht die tollste Wertung, aber in meinen Augen angemessen.
Die komplette zweite Staffel der Mission SOL wird dadurch nicht abgewertet, das sind klare 8 von 10 Sternen. Minimalst schwächer als der Vorgänger.
Es bleibt ein wenig Wehmut und der Wunsch, mehr von der SOL zu hören und zu lesen. Gerne auch ohne Perry Rhodan und mit weniger großen, ja universellen Bedrohungen. Bodenständiger.
Und gerne wieder unter Führung von Kai, denn Geschichten erzählen kann er. Verdammt gut.


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Mario Staas
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