Spotlight: Nichelle Nichols

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Als Lieutenant Uhura in der klassischen »Star Trek«-Serie war Nichelle Nichols das Vorbild für viele Schwarze.

Der Playboy war ihr Durchbruch

Sie wurde als Grace Dell Nichols am 28. Dezember 1932 in Robbins, Illinois, geboren. Ihre Eltern waren Samuel Earl Nichols, ein Fabrikarbeiter, der ebenfalls Bürgermeister und der Chefmagistrat der Stadt war, sowie Lishia (Parks) Nichols. Die Familie zog später in ein Appartement in Chicago. Sie studierte in Chicago, aber auch New York und Los Angeles.

Ihren Durchbruch hatte sie 1961 in dem Musical Kicks und Co. von Oscar Brown. Das Stück war eine Satire auf das Playboy-Magazin, wurde allerdings nach wenigen Auftritten in Chicago eingestellt. Doch das reichte aus, um Hugh Heffner, den Verleger von Playboy, auf Nichelle Nichols aufmerksam zu machen und sie für seinen Chicago Playboy Club zu buchen.

In den nächsten Jahren war sie sowohl als Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin aktiv. Des Weiteren arbeitete sie ebenso als Model. Im Januar 1967 war sie auf dem Cover des »Ebony«-Magazins zu sehen. Sie tourte gemeinsam mit Duke Ellington und Lionel Hempton Bands als Sängerin durch die USA, Kanada und Europa. Sie trat außerdem in der Serie »The Lieutenant« auf, in der Folge »Set it Right«, die sich mit rassistischen Vorurteilen auseinandersetzte. Die Reihe wurde von Gene Roddenberry produziert.

Nichelle Nichols
Uhura während der klassischen Serie

Eine Bitte von Martin Luther King

Eben jener erschuf bald darauf eine Fernsehserie mit dem Namen »Star Trek«. Für diese TV-Reihe wurde die Rolle der schwarzen Kommunikationsoffizierin Nyota Uhura erschaffen. Nichelle Nichols erhielt den Zuschlag für den Charakter. Doch die Schauspielerin war nicht zufrieden damit, wie sich ihre Rolle entwickelte und überlegte, die Serie nach der ersten Staffel zu verlassen. Bei einem Treffen mit dem schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King überzeugte dieser sie allerdings davon, das Thema nochmal zu überdenken. Denn ihr Auftritt war ein großes Vorbild für die schwarze Bevölkerung Amerikas. Seine Bitte hatte Erfolg, denn sie blieb »Star Trek« danach auf lange Zeit verbunden.

Und Martin Luther King hatte Recht. Denn mit ihrem Auftreten in der Serie war Nichelle Nichols ein großer Einfluss auf viele berühmte schwarze Frauen. Die Schauspielerin Whoopi Goldberg und die NASA-Astronautin Mae Jemison nannten sie als Vorbild für ihre jeweilige Karriere.

Berühmt wurde sie auch für ihren Kuss mit William Shatner in der Folge »Platons Stiefkinder«. Es war einer der ersten Küsse zwischen einem Weißen und einer Schwarzen, der im Fernsehen zu sehen war. Er war zwar mit Telekinese forciert, trotzdem setzte er Maßstäbe und sorgte damals für Furore. So wurde die Episode in den Südstaaten nicht ausgestrahlt.

Dem Weltraum treu geblieben

Auch nach dem Ende der klassischen »Star Trek«-Serie blieb sie dem Franchise treu. Sie sprach ihre Rolle in »Star Trek – The Animated Series« und tauchte ebenfalls in den »Star Trek«-Kinofilmen auf.

Nach dem Ende von »Star Trek« trat sie nur selten in anderen Filmen und Fernsehserien auf. So sah man sie in »Truck Turner« und sie sprach einige Figuren in den Zeichentrickserien »Gargoyles« und »Batman: The Animated Series«. Sie synchronisierte sich selbst in »Futurama« und »Die Simpsons«. Ebenso veröffentlichte sie auch zwei Bücher, einmal »Beyond Uhura« und »Saturn‘s Child«.

Hauptsächlich arbeitete sie allerdings für die NASA in einem Programm, in dem Minoritäten und Frauen für die Weltraumorganisationen rekrutiert werden. Das machte sie zusammen mit einem Unternehmen, welches sie leitete, nämlich »Women in Motion«. Das Projekt war ein voller Erfolg und viele später bekannte Astronauten und Astronautinnen wurden dadurch rekrutiert. Sie selbst blieb lange Zeit der NASA verbunden. So war sie gemeinsam mit ihren »Star Trek«-Kollegen dabei, als das allererste Space Shuttle auf den Namen »Enterprise« getauft wurde.

Nichelle Nichols
Uhura in Star Trek 3

Auf Wiedersehen und danke für alles

Nichelle Nichols‘ jüngerer Bruder war ein Mitglied des »Heaven‘s Gate«-Kult. Er und die anderen Mitglieder der Sekte begingen am 26. März 1997, als der Komet Hale-Bopp das Firmament passierte, Selbstmord. Seine Verwandtschaft zu ihr strich er wiederholt in diversen Videos hervor.

Sie hatte in den 60er-Jahren eine Affäre mit Gene Roddenberry. Bald war jedoch klar, dass der Schöpfer von »Star Trek« in Majel Hudec, der späteren Majel Roddenberry, verliebt war, einer guten Bekannten von Nichelle Nichols. Deshalb beendete sie die Beziehung. Als die Gesundheit von Roddenberry schwächer wurde, schrieb sie das Lied »Gene«, welches sie bei seiner Beerdigung sang.

Die Schauspielerin war zweimal verheiratet. Die erste Ehe war im Jahr 1951, als sie den Tänzer Foster Johnson heiratete, mit dem sie auch einen Sohn hatte, Kyle Johnson. Die Heirat wurde allerdings bereits im selben Jahr geschieden. Ihre zweite Ehe ging von 1968 bis 1972 mit Duke Mondy.

2015 erlitt die Schauspielerin einen kleinen Schlaganfall, von dem sie sich allerdings erholte. Jedoch wurde letztes Jahr bekannt, dass sie an Demenz leidet, weshalb sie sich in diesem Jahr auf eine Goodbye-Tour begab.

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Götz Piesbergen

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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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