In einem immer mehr eskalierenden Krieg kommt es darauf an, die richtigen Verbündeten zu finden.
Zusammen gegen den Rest der Welt
Die Königreiche Charis und Chisholm sind zu einem Kaiserreich verschmolzen. Besiegelt wurde dies mit der politischen Ehe zwischen ihren jeweiligen Monarchen, Sharleyan und Cayleb. Was ursprünglich als eine Zweckhochzeit gedacht war, entwickelte sich schnell zu einer Liebesehe, in der beide auf Augenhöhe miteinander umgehen. Auch wenn sie noch längst nicht in alle Geheimnisse eingeweiht worden ist, vor allem in diejenigen, die Merlin angehen.
Doch davon abgesehen kommt die Union zur rechten Zeit. Denn Charis wird von einem Handelsembargo in alle kirchlichen Länder getroffen. Da klar ist, dass es so nicht weitergehen kann, beschließt das neue Kaiserreich die Invasion eines Landes, dass der Kirche angehört. Und riskiert damit einiges.
David Weber ist wahrlich kein Autor, der sonderlich subtil vorgeht. Er macht eindeutig klar, wer gut ist und wer böse. Vor allem Letztere stellt er gerne äußerst negativ dar. Sie werden mit hasserfüllten Gedanken geschrieben oder handeln allgemein so, dass man sie von tiefstem Herzen nicht mag.
Die Nachteile einer Aufteilung
Das merkt man auch in Die Flotte von Charis, dem nunmehr vierten Nimue Alban-Roman. Wobei dies in den USA erst der zweite Band von David Webers Reihe war. Denn natürlich wurde die US-Vorlage hierzulande zweigeteilt.
Und das macht sich in diesem Fall besonders negativ bemerkbar. Gemeint ist in dieses Mal eben nicht nur der Spannungsaufbau, der erst wieder mühsam von vorne beginnen muss. Gemeint ist ebenfalls die Handlung, die mitten im Geschehen anfängt und man erst mal aufgeschmissen ist, da es ja auch keine Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse gab.
Ehe man sich alles zusammenklamüsert hat, was jetzt geschehen ist und wieso Person X jetzt an Ort Z ist, dauert es etwas. Bedenkt man, dass der Autor seinen Roman mit einer Unmenge an handlungstragenden Charakteren bereichert, kann man sich sicher schon denken, wieso das so herausfordernd ist. Zwar gibt es einen Anhang, in dem alle Figuren aufgeführt werden, die im Laufe des Buches auftreten. Aber die Kurzbeschreibung hilft nicht unbedingt weiter, sich alles zusammenzureimen.
Spannung? Durchaus vorhanden
Hinzu kommt dann außerdem noch die übliche Neigung von David Weber, ein Thema in Form von seitenlangen Dialogen weit auszuwälzen. Das ist mühsam, weil der Autor es auch nicht schafft, diese Gespräche abwechslungsreich zu schreiben. Im Gegenteil: Viele Wortwechsel lesen sich ungefähr so spannend, wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen.
Es mag sein, dass es Leute gibt, die es feiern, wenn der Autor bei solchen Gesprächen wirklich ein Thema von allen möglichen Seiten beleuchtet. Wenn er ausführlich darlegt, wieso jetzt dieses oder jenes geschieht. Aber er nimmt damit der Handlung die Luft zum Atmen. Er setzt die Priorität dann auf bestimmte Szenen, arbeitet auf diese hin und lässt dabei Sachen wie Spannung außer Acht.
Jedoch muss man fairerweise auch betonen, dass es durchaus spannende Momente gibt. Nämlich immer dann, wenn es zu Gefechten kommt. Hier stört die langatmige Schreibweise des Autors nicht, weil es, ironischerweise, dazu beiträgt, dass man von dem Geschehen wie gefangen ist. Und weil die Kämpfe an sich ebenfalls sehr aufregend dargestellt werden.
Doch sind diese Momente eher die Ausnahme, als die Regel. Am Ende bleibt einfach das ernüchternde Fazit, dass Die Flotte von Charis ein Roman ist, der die schlechten Seiten der deutschen Veröffentlichungspolitik und David Webers Schreibweise besonders verdeutlicht.
Info
Autor: David Weber
Titel: Nimue Alban 04: Die Flotte von Charis
Originaltitel: By Schism Rent Asunder, Teil 2
Übersetzer: Ulf Ritgen
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 04/2009
Einband: Taschenbuch
Seiten: 510
ISBN: 978-3-404-23332-8
Sonstige Informationen: Produktseite
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