Das Ende dieser Reihe schafft es Niveau des Vorgängers zu unterbieten.

Licht und Schatten
Alba Daladyn tritt das Erbe ihres Vaters an. Und stößt erst mal alle wichtigen Leute vor den Kopf, weil sie nicht bereit ist, nach deren Regeln zu spielen. Sie besteht auf ihre Unabhängigkeit, derweil sie gleichzeitig ihre eigenen Pläne weiter vorantreibt. Pläne, bei denen jedoch nicht alle mitmachen.
Und so bricht sie mit einer geschrumpften Crew wieder ins All auf. Und besucht als Erstes den Stammsitz ihrer Familie. Wo sie schon bald auf Attentäter stößt und auf eine Person, die ihr näher steht, als sie man es vermuten könnte.
Prima Spatia war schon immer eine Reihe, in der Licht und Schatten nahe beieinander lagen. Die viele gute Ideen hatte. Aber dann auch wiederum in einigen anderen Aspekten zu wünschen übrig ließ. Mit Die Auferstehung geht die Serie zu Ende.
Misstöne tauchen auf
Der Band fängt exzellent an. Wenn man liest und sieht, wie selbstbewusst Alba Daladyn auftritt, um beispielsweise den Rat in seine Schranken zu verweisen. Oder ebenso, als sie jemanden anderen zu Recht weist, der versucht, ihr ans Bein zu pinkeln. Dieses sehr selbstbewusste Auftreten gefällt und steht der Figur auch gut.
Leider schleichen sich dann erste Misstöne in die Handlung ein. Denn auf ein Mal verabschieden sich zwei Charaktere, die die Serie bislang begleitet haben. Und tauchen danach nicht mehr auf.
Es wirkt befremdlich, wie einfach diese Figuren auf einmal verschwinden. Und es bleibt nicht das einzige Mal, dass Nebencharakter, die die Serie bislang begleitet haben, sang- und klanglos aus der Handlung geschrieben werden. Es ist natürlich einerseits gut, dass sie nicht spektakulär ums Leben kommen. Aber andererseits fühlt sich ihr Abgang so an, als ob sie ihre Schuldigkeit getan haben und dann bitte schön flott verschwinden dürfen.
Bessere Stichwortgeber
Irritationen gibt es allerdings auch woanders. Wenn auf ein Mal Alba in eine Falle tappt, bei der eine neu aufgetretene Nebenfigur den Tag rettet. Und diese auf ein Mal eine direkte Verbindung zu der Hauptfigur aufweist. Das wirkt etwas zu passend.
Es wäre natürlich schön, wenn man sagen könnte, dass die Handlung an sich genügend Material bietet, um davon abzulenken. Überwiegend funktioniert dies ja auch. Aber dann gibt es ebenso Momente, wo die ganze Action, die durchaus großartig inszeniert wird, nicht davon ablenkt, dass der Plot mitunter sehr vorhersehbar geraten ist. So gibt es natürlich irgendwann einen Verräter unter den Leuten, die Alba folgen. Und man kann von Anfang an vorhersagen, wer diese Person ist.
Unter den wichtigen Nebenfiguren, also denen, die von Anfang an dabei waren, gibt es auch Abstufungen. Im Prinzip ist nur ein einziger von ihnen von signifikanter Bedeutung. Der Rest darf zwar etwas zur Handlung beitragen. Aber sie haben nicht wirklich Entwicklungsarcs. Sie sind da, sie sind Stichwortgeber und gut ist.
Was ist das für ein Ende?
Was diesem Band dann aber endgültig das Genick bricht, ist das Ende. Es ist ein Wohlfühlende, dass allerdings gleichzeitig auch stark frustriert. Weil im Prinzip das Album einfach so aufhört. Es bleiben viele Fragen offen und es ist klar, dass von diesen keine einzige jemals geklärt wird.
Es ist schade, dass dieses Album so sehr enttäuscht. Denn die Illustrationen sind großartig geworden. Aber Zeichnungen allein können einen Gesamteindruck nicht retten. Sie sind nur ein Teilaspekt, das Teil eines Ganzen.
Und so muss leider das Fazit lauten, dass dieser Abschluss deutlich zu kurz gesprungen ist.
Info
Autor: Denis-Pierre Filippi
Zeichner: Silvio Camboni
Farben: Piky Hamilton, Andrea Meloni (Beide Arancia Studio)
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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