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In Propaganda der Tat kommen die Zeitagenten einer Verschwörung auf die Spur.

Sabotage!

Etwas oder jemand sabotiert die TAO. Versuche der Zeitagenten, Attentate in der Menschheitsgeschichte zu verhindern, scheitern nämlich immer wieder an ungeahnten Ereignissen. Und es ist absolut nicht erkennbar, wer oder was dahinter steckt.

Zeitgleich wird in der Zukunft eine Massenverschiebung im Raum-Zeit-Gefüge entdeckt. Doch anders als in der Vergangenheit ist kommende Zeit noch komplett unbekanntes Gelände. Trotzdem macht sich eine Expedition auf den Weg, um diese Ereignisse näher zu untersuchen.

Mit Der Fluch der Katharer schrieb Joachim Sohn eine unterhaltsame SciFi-Geschichte, die allerdings das Manko hatte, dass es allgemein an Wissen mangelte. Die Figuren waren nicht sonderlich gut charakterisiert und wie das Universum an sich funktionierte, das blieb unklar. Propaganda der Tat nimmt sich jetzt all dieser Fehler an und behebt sie.

Was ist der Grund fürs Scheitern?

Das merkt man direkt am Anfang, als man ein Wiedersehen mit Johannes feiert. Diese Figur erhält schon in diesen wenigen Seiten mehr Tiefe und mehr Profil, als es noch im ersten Band der Fall war. Man lernt jemanden kennen, der sich am Fortschritt erfreut, aber sich gleichzeitig auch um seinen neuen Lehrling Toni kümmern und mit der schönen und geheimnisvollen Frau Clementine fertig werden muss.

Parallel dazu erlebt man mit, wie sein einstiger Assistent Karl versucht, ein Attentat in Sarajevo zu verhindern. Was allerdings in Propaganda der Tat mächtig schiefläuft und der eigentliche Auftakt zur Romanhandlung ist. Eben weil lange unklar ist, was der Grund dafür ist, dass das Vorhaben so gescheitert ist.

Wobei Joachim Sohn eben nicht nur die Darstellung seiner Figuren verbessert. Ebenso erläutert er, wie die Zeitreise funktioniert. Und was für Regeln dabei zu beachten sind, bzw. welche Ziele die TAO verfolgt. Diese Informationen erhellen so einiges, was im ersten Roman nur angedeutet wurde. Und sie bereichern die Geschichte enorm.

Mehr Profil ist immer gut

Auch kriegt die TAO an sich in Propaganda der Tat mehr Profil. Vor allem, weil man erfährt, unter welchen Regeln sie agiert, bzw. was sie eben nicht kann. Und hier spielt vor allem die Zukunft eine große Rolle.

Es ist gut, das Joachim Sohn dieses Element mit in die Story einbaut, weil es etwas ist, was ansonsten gerne vernachlässigt wird. Er beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie es den Zeitreisenden möglich ist, mit der fernen Zukunft zu kommunizieren, bzw. ob sie wissen, was sich noch ereignen wird. Hier liefert er überraschende Antworten, die sich für den Verlauf der Story und für kommende Bände noch als wichtig erweisen.

Ebenso berücksichtigt er in Propaganda der Tat die Gegenseite. Die Gegenspieler kriegen zwar im Vergleich zu den Protagonisten längst nicht so viele Auftritte. Aber diese wenigen reichen aus, um sie zum einen identifizierbar zu machen und zum anderen ihnen auch ein Gesicht zu geben.

Nervig!

Wobei nicht alle Antagonisten charakterisiert werden. Man erfährt im Laufe der Handlung von einem bestimmten Gegenspieler. Der allerdings nur am Ende auftaucht und dann auch nicht wirklich viel Profil erhält. Es wird zwar angedeutet, dass der Leser hier an der Nase herumgeführt wird. Aber dennoch enttäuscht diese mangelhafte Charakterisierung, einfach weil sie für diesen Roman so untypisch ist.

Weit übers Ziel hinausgeschossen ist Joachim Sohn bei der Darstellung von Toni. Sie ist eine neue Figur, der er in Propaganda der Tat die nötige Aufmerksamkeit schenkt, um sie glaubwürdig darzustellen. Doch wirkt sie überwiegend zweidimensional und nervtötend. Das bessert sich zwar zum Ende hin, ist dann allerdings zu spät, um den Eindruck über sie zu verbessern.

Trotzdem ist dieser Roman wesentlich besser als der erste Teil. Weshalb man auf die Fortsetzung sehr gespannt sein kann. Denn es gibt jede Menge Plots, die der Autor, der diesen Band übrigens auch selber illustriert hat, bewusst offengelassen hat.

Autor: Joachim Sohn
Titel: Die Zeitagenten Band 2: Propaganda der Tat
Verlag: Edition Roter Drache
Erschienen: 07/2021
Einband: Taschenbuch
Seiten: 377
ISBN: 978-3-96815-019-2
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 

 

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Mehr Charakterisierungen
  • Mehr Infos

Negativ

  • Toni nervt
  • Ein Gegenspieler wird nicht charakterisiert
Götz Piesbergen

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