Zugegeben, der Titel dieses Romans klingt etwas mysteriös. Aber er hat seinen Sinn.

Ein merkwürdiger Titel
Auf Anaximenes stirbt ein junger Kadett. Die Untersuchungen sind zunächst wenig ergiebig. Die Koloniewelt Korum strebt nach Unabhängigkeit. Nur, dass die Erde etwas dagegen hat.
Auf Eringen führt die Entdeckung von unbekannten Artefakten dazu, dass viele Unschuldige sterben. An Bord eines irdischen Raumschiffs muss eine Frau, die ihr aufgesteckten Grenzen soweit es geht dehnen, um eine Katastrophe zu verhindern. Und auf einem anderen Raumschiff trifft ein Kapitän eine folgenschwere Entscheidung.
Das Ende vom Anfang ist ein vielsagender Titel. Wenn man ihn als erstes liest, stellt sich natürlich die Frage, was genau Galax Acheronian damit meint. Endet hiermit die Koloniewelten-Reihe? Oder beginnt sie jetzt erst recht? Der Autor liefert dazu im Nachwort dieses Romans eine Antwort, die für die Zukunft viel verspricht. Doch dazu später mehr.
Wieder eine bunte Mischung
Es erwarten den Leser wieder eine bunte Mischung an Geschichten. Stories, die sowohl im Weltall spielen, aber auch solche, die Koloniewelten stattfinden. Es gibt ein Wiedersehen mit Anaximenes, jener Welt, deren Bewohner einst von der Erde flohen und sich seitdem enorm weiterentwickelt haben. Man ist wieder auf Schiffen der Erde unterwegs und lernt einmal mehr, wie wenig Frauen an Bord eines solches Raumschiffes bedeuten. Aber ebenso stellt der Autor erneut faszinierende und fremdartige Spezies vor. Mal sind die Stories spannend und wie ein Thriller, ein anderes Mal schon eher tragisch. Eines ist klar: Langeweile kommt in dieser Sammlung nicht auf.
Wobei meiner Meinung nach zwei Erzählungen besonders hervorstechen. Das ist zum einen Die Schätze der Heiligen, die im Jahr 2262 stattfinden. Und zum anderen Nicht gut Genug, selbes Handlungsjahr.
In der ersten Geschichte befindet man sich auf dem Planeten Eringen, wo die dortigen Bewohner auf einem mittelalterlichen Technologielevel leben. Es scheint so, als ob es keinerlei Überlieferungen oder Ähnliches gibt, die an ihre wahre Herkunft erinnern. Bis dann eines Tages spielende Kinder die Überreste eines abgestürzten Raumschiffes finden und dabei technische Geräte vorfinden, mit denen sie nichts anfangen können. Was dann das Interesse von Außerirdischen erweckt, die heimlich unter den Menschen leben. Und von reaktionären Kräften, denen an der Wahrheit nicht viel liegt.
Jede Menge Plottwists, jede Menge Spannung
Mehr über den Inhalt zu verraten, würde bedeuten, auch die Entwicklung vorwegzunehmen, die Galax Acheronian hier einbaut. Er schafft es, innerhalb weniger Seiten dafür zu sorgen, dass die Sympathien klar verteilt sind. Man fiebert mit, man ist wegen den vielen Plottwists überrascht. Um dann am Ende einen wahren Schlag in die Magengrube hinnehmen zu müssen. Hier macht der Autor alles richtig.
Melissa Howorth ist Petty Officer an Bord der U.T.S. Tindari. Für eine Frau hat sie eine verantwortungsvolle Position an Bord der Brücke, wobei sie dieser vor allem der Tatsache verdankt, dass sie ein mechanisches Implantat trägt und nicht so sehr wie eine Frau wirkt. Eines Tages entdeckt sie etwas Ungewöhnliches, was darauf hindeutet, dass anscheinend eine Koloniewelt sich anschickt, von der Erde zu lösen. Und löst damit etwas Unvorhersehbares aus.
Nicht gut Genug ist eine spannende Geschichte. Nicht nur, weil es um die Frage geht, wie die Erde mit einer potenziell abtrünnigen Koloniewelt umgeht. Sondern ebenfalls, wie Melissa Howorth sich an Bord behaupten kann, obwohl sie eine Frau ist. Im Prinzip sieht sie sich wiederholt Vorurteilen ausgesetzt oder wird sinnlos bestraft. Derweil es bei den anderen Frauen welche gibt, die anscheinend einen unerklärlichen Hass auf sie hegen.
Ein guter Beginn…
Auch hier zeigt sich wieder, wie gut Galax Acheronian ist, Stories zu schreiben, die alles, nur nicht vorhersagbar, sind. Mit Melissa hat er dabei eine Protagonistin erschaffen, die man sofort ins Herz schließt. Sie ist intelligent, intelligenter als so mancher ihrer männlichen Kollegen. Muss allerdings wiederholt um Gehör kämpfen. Es ist interessant zu sehen, wie sie dies schafft, zu welchen Tricks sie hierfür greift. Und wie es in ihrem inneren Seelenleben aussieht.
Es gibt in dem ganzen Buch nur eine Story, die nicht begeistert. Und das ist gleich die allererste. „Navjot Sánchez“ handelt davon, das auf einer Akademie ein toter Student gefunden wird. Der Special Agent der SNCIS Julien ermittelt und stößt schon bald auf einige Merkwürdigkeiten.
Die Story fängt gut an. Schnell schafft es Galax Acheronian Atmosphäre zu erschaffen und mit Julien einen charismatischen Protagonisten, der noch dazu ein gewisses Handicap hat, vorzustellen. Der Fall selbst entwickelt sich dabei immer mehr und mehr unvorhersehbar.
… ein schwaches Ende
Bis eben das Ende daherkommt. Das leider nicht überhaupt nicht gefällt. Der Autor baut es zwar halbwegs gut auf. Aber der Plottwist, wieso der Junge starb und wer dafür verantwortlich ist, wirkt dennoch an den Haaren herbei gezogen. Das kann Galax Acheronian besser, das hat er in früheren Stories mehr als genug bewiesen.
Die Frage ist am Ende natürlich, was bedeutet der Titel. Des Rätsels Lösung ist, dass mit diesem guten Roman die „Koloniewelten“-Reihe an sich beendet ist. Nur um dann durch zwei andere Roamnserien ersetzt zu werden, deren Protagonisten und Handlungsorte man bereits unter anderem in diesem Buch kennengelernt hat. Als Fan der Serie weint man der hiermit zu Ende gehenden Reihe eine Träne nach. Freut sich aber umso mehr auf die Zukunft. Die spannend werden wird.
Autor: Galax Acheronian
Titel: Das Ende vom Anfang
Teil/Band der Reihe: Koloniewelten
Verlag: Book on Demand
Erschienen: 2026
Einband: E-Book
ISBN: 978-3695746798
Seiten: 564
Sonstige Informationen:
Produktseite
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