Review: Doctor Who 023 – Der Höllenschlund (2)

Lesezeit circa: 6 Minuten

Das Weltbild des Doctors wird auf die Probe gestellt, als er auf die Bestie in der Tiefe trifft.

Rückblick

Im ersten Teil der Doppelfolge sind Rose und der Doctor auf dem Planeten Krop Tor in ferner Zukunft gestrandet. Dieser befindet sich in der Umlaufbahn eines schwarzen Loches. Die TARDIS haben sie nach einem Beben an die Tiefe des Planeten verloren, von wo auch ein unheimliches Wesen seine Ankunft ankündigt, indem es das Personal der Station, die Ood, als Marionetten missbraucht. Als neue Mitglieder der Crew, unterstützen Rose und der Doctor das Team um Captain Flane (Shaun Parkes), das sich zum Kern des Planeten bohrt, um einer geheimnisvollen Energiequelle auf den Grund zu gehen. Als der Bohrer sein Ziel erreicht, begibt sich der Doctor mit der wissenschaftlichen Leiterin Ida Scott in die Tiefe. 

Die Stimme aus der Hölle

Von dort meldet sich die unheimliche Stimme über die Sprachübersetzer der Ood. Es weiß scheinbar einiges über die Besatzung der Sanctuary Base und prophezeit Roses baldigen Tod in einer Schlacht. Das Wesen gibt sich als Teufel aller bekannten Religionen zu erkennen, das vor Anbeginn der Zeit im Inneren des Planeten angekettet und eingekerkert wurde. Es will raus und es setzt alles daran, sein Ziel zu erreichen. 

Während Rose in der Base die Crew koordiniert, die mit der Situation überfordert ist, steckt der Doctor im Inneren des Planeten fest, nachdem das Seil des Aufzugs gerissen ist. Eigentlich hatte er sich dagegen entschieden, dem Geheimnis, welches das Siegel verborgen hielt, weiter auf die Spur zu gehen, aber da er ohnehin festsitzt und ihnen in 60 Minuten der Sauerstoff ausgeht, kann er es auch wagen. Er seilt sich ab in ein endloses, schwarzes Loch. 

It’s that feeling you get, hm? Right on the back of your head. That impulse. That strange little impulse. That mad little voice saying, “Go on! Go on. Go on. Go over, go on!” Maybe it’s relying on that. For once in my life, Officer Scott, I’m going to say… retreat. – The Doctor

Der Höllenschlund

Auf der Flucht vor den Ood

Rose und die verbleibenden Mitglieder der Sanctuary Besatzung robben unterdessen durch die Wartungsschächte der Station, um zu den Ood-Quartieren zu gelangen. Dort haben sie vor, das telepathische Feld gegen die Gegner einzusetzen. Der Weg ist aber beschwerlich, da in den Röhren keine Sauerstoffversorgung ist. Diesen leitet Captain Flane händisch von Sektion zu Sektion. Unter Verlusten erreichen sie ihr Ziel und haben zumindest ein Problem weniger, nachdem sie die Ood außer Gefecht gesetzt haben. Ida und den Doctor aber können sie nicht retten. Sie haben keine Möglichkeit, die beiden wieder nach oben zu holen und der Captain gibt die Station auf. Rose weigert, sich die Base zu verlassen und wird gegen ihren Willen zur Rakete gebracht. Aber etwas hat mit ihnen den Planeten verlassen. 

Der Höllenschlund

Im Angesicht der Bestie

Der Doctor trifft am Grund der Grube auf die Bestie, die den Beschreibungen des Teufels verdammt ähnlich sieht. Er erkennt, dass er nur noch dessen Körper ohne Verstand vor sich sieht, dieser steckt immer noch im Archäologen Toby, der sich mit Rose in der Rakete befindet. Um das Biest aufzuhalten, bleibt dem Doctor keine Wahl. Er muss Roses Leben aufs Spiel setzten, um den Teufel aufzuhalten.

Fazit zu Der Höllenschlund

Wie schon im ersten Teil der Doppelfolge Der unmögliche Planet erwartet den Zuschauer ein waschechtes SciFi Abenteuer in einer lebensfeinlichen Umgebung und einem perfiden Gegner. Er spielt mit den Ängsten der Besatzung, um sie aus dem Konzept zu bringen. Nur Rose behält einen klaren Kopf, da sie sich auf das konzentriert, was sie auf ihren Reisen mit dem Doctor gelernt hat. Sie schafft es, die erfahrenen Astronauten wieder auf Spur zu bringen, um einen Ausweg zu finden. Die Ood sind in dieser Folge nicht mehr die unterdrückten Bediensteten, sondern greifen, besessen von der Bestie, ihre Crew an. Hier kommt es auch zu einem der größten Logiklöcher überhaupt. In einem zentralen Plot der Episode kriecht die Crew durch die Wartungstunnel, in denen sich kein Sauerstoff befindet und sie kann nur Überleben, indem der Captain händisch das Saurstofffeld auf die Tunnel ausdehnt. Ein Crewmitglied stirbt sogar, weil es nicht schnell genug in den nächsten Abschnitt gelangt.  Dann aber öffnet Rose, nachdem sie durch die Ood in die Enge getrieben sind, ein einfaches Bodengitter, um dem Wartungstunnel zu entfliehen und sie landen direkt in der Base. Wohlgemerkt ein Gitter. Mit Löchern. Das hätte man anders lösen müssen. 

Der Höllenschlund

Der Doctor wird unterdessen mit einer Situation konfrontiert, die er dieses Mal wirklich nicht versteht. Er ist sehr rational und steht einem Wesen gegenüber, das einem Mythos entsprungen zu sein scheint. Oder es ist eben der wahre Kern einer jeden Religion. Wenn es aber einen Teufel gibt, wo ist dann Gott. Darauf geht die Story nicht ein, aber es bleibt auch nicht viel Zeit dazu. Dem gegenüber nimmt sie sich relativ viel Zeit, um einen kleinen Einblick in die nicht vorhandene Spiritualität des Doctors zu geben. 

Die Darsteller der Sanctuary-Crew sind durch die Bank hervorragend und machen die beiden Folgen wirklich sehenswert. Shaun Parkes kehrte diesen Monat in der Big Finish Produktion Torchwood – Empire of Shadows zurück und spielt in dem Audio Drama erneut Zachary Cross Flane.  


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Stefanie Maus

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