Review: Star Trek Lower Decks 13 – Begegnung mit der Befangenheit

Lesezeit circa: 7 Minuten

In Begegnung mit der Befangenheit sind alle Unterdeckler beschäftigt.

Die Unterdeckler und ihre Probleme

Brad Boimler (Tawny Newsome) ist zwar jetzt wieder an Bord der Cerritos. Doch laut dem Computer ist er nicht registriert, weshalb sich für ihn unter anderem die Türen nicht öffnen. Und als dann Tom Paris (Robert Duncan McNeill), von dem er ein Fan ist, an Bord kommt und er nicht zu ihm kommen kann, beschließt er ein waghalsiges Unterfangen.

Gleichzeitig sieht Sam Rutherford (Eugene Cordero), wie der eigentlich verstorbene Sicherheitsoffizier des Raumschiffes, Shaxs (Fred Tatasciore), wieder unter den Lebenden weilt. Daraufhin versucht er herauszufinden, wie dies sein kann, da er sich noch gut daran erinnern kann, wie der bajoranische Lieutenant ums Leben kam.

Und D’Vana Tendi (Noël Wells) und Beckett Mariner (Tawny Newsome) erhalten von der Schiffsärztin T’Ana (Gillian Vigman ) einen besonderen Auftrag. Sie sollen für sie eine bestimmte Kiste holen. Für die Mädels ist dies die erste gemeinsame Mission, bei der allerdings viel schiefläuft, sodass die Orionerin sich gezwungen sieht, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Und sie entwickelt sich weiter

Die neuste Episode von Lower Decks hat mit Begegnung mit der Befangenheit einen merkwürdigen Titel. Auf Englisch heißt sie nämlich We’ll always have Tom Paris. Doch Jörg Hillebrand hat dann auf seinem Twitter-Account darauf verwiesen, dass der Episodennamen eine Hommage und Spielerei mit der TNG-Folge Begegnung mit der Vergangenheit ist, die auf Englisch We’ll always have Paris heißt. Und auch, wenn es inhaltlich keine Überschneidungen zwischen den beiden Episoden gibt, ist es trotzdem eine wunderbare Idee.

Was diese Folge inhaltlich auszeichnet, ist, dass dies die allererste Episode der aktuellen Season ist, in der alle vier Hauptfiguren zu tun haben. Das ist eher die Ausnahme als die Regel, da bedingt durch die 25 Minuten Laufzeit, wo ja auch noch Vor- und Abspann Zeit wegnehmen, es unmöglich ist, jedes Mal allen Charakteren gleichermaßen gerecht zu werden. Doch dieses Mal ist es gelungen, was diese Episode einmal mehr zu einem exzellenten Sehvergnügen macht.

Dabei liegt dieses Mal der Fokus auf D’Vana Tendi und Beckett Mariner, als diese beiden für die Schiffsärztin etwas holen sollen. Es ist, wie die beiden Mädchen sagen, das allererste Mal, dass sie gemeinsam etwas unternehmen und die Orionerin nicht Rutherford fragt, der ja normalerweise ihr Partner ist. Natürlich läuft nicht alles glatt, sodass die beiden bald improvisieren müssen. Was in Begegnung mit der Befangenheit zu exzellenten Charaktermomenten für D’vana führt.

Ja, er lebt noch

Einer der Kritikpunkte der ersten Season war ja, dass sich diese Figur nahezu nicht weiterentwickelt hatte. Nur ein Mal gab es Andeutungen von charakterlichem Wachstum, als sie sagte, dass sie es nicht mochte, dass über ihre Spezies schlecht geredet wird. Daran wird in Begegnung mit der Befangenheit angeknüpft. Denn jetzt erfährt man, wieso es D’Vana Tendi so unangenehm ist, auf ihre Herkunft reduziert zu werden. Es gibt dabei die eine oder andere Überraschung, die am Ende mit dafür sorgt, dass der Charakter der Orionierin sich in den drei Episoden der zweiten Staffel wesentlich weiter fortentwickelt hat, als im Vergleich zur ersten Season.

Doch auch Beckett Mariner wird weiterentwickelt. Über sie erfährt man ebenfalls Details, wieso sie sich in einigen Sachen so verhält, wie man es nicht anders kennt. Wodurch das Bild des Ensigns, der nur oberflächlich ist, kleine Risse erhält. Hier darf man gespannt sein, was da noch kommen wird.

Die größte Überraschung von Begegnung mit der Befangenheit ist dabei sicherlich die Rückkehr von Lieutenant Shaxs, der ja im Finale von der ersten Lower Decks-Season, Keine kleinen Rollen, sein Leben gab, um die Pakleds zu besiegen und die Cerritos und Sam Rutherford zu retten. Jener ist auch darüber irritiert, wieso der Bajoraner wieder unter den Lebenden ist, und versucht, diesem Mysterium nachzuspüren. Das Schöne an diesem Plot ist, dass er die Wirkkraft des Todes nicht im Nachhinein unterminiert. Im Gegenteil: Die Macher der Serie betonen bewusst, dass das Ereignis für den Bajoraner traumatisch gewesen sein muss und er es noch nicht vollständig verarbeitet hat.

Wer ist hier der Sicherheitsoffizier?

Gleichzeitig ist dies auch das erste Mal in der aktuellen Season, dass Sam Rutherford mehr zu tun kriegt. Bislang war er nur zu sehen und hatte wenig zu tun, weshalb die Befürchtung aufkam, dass ihm dasselbe Schicksal wie D’Vana Tendi aus der ersten Season droht: ständig präsent, aber kaum Charakterweiterentwicklung. Diese Angst wurde mit dieser Episode etwas gemildert, da das, was der Ensign erfährt, ihn ziemlich beschäftigt und irgendwie auch traumatisiert. Hoffentlich wird dies in den kommenden Folgen weiter aufgegriffen.

Es wird sowieso interessant werden, ob Shax wieder Sicherheitsoffizier der Cerritos werden wird oder ob Kayshon dies bleibt. Immerhin wurde der Tamarianer mit großem Aufwand erst in Kayshon, seine Augen offen eingeführt, da würde es befremdlich wirken, wenn er jetzt quasi einfach so wieder ersetzt wird. Weshalb dieser Aspekt, diese Frage ein weiteres Element ist, mit dem die Macher von Lower Decks dafür sorgen, dass man weiterhin am Ball bleibt, weil man wissen möchte, wie es weitergehen wird.

Womit von den Unterdecklern nur noch Brad Boimler überbleibt. Und wie in früheren Folgen dient sein Plot in Begegnung mit der Befangenheit mehr dem Comedy Relief. Der Moment, wo er durch die Lüftungsschächte der Cerritos klettert und sich dabei mit dem Teller unterhält, ist einfach nur zu köstlich. Gleichzeitig zeigt sich hier aber auch, dass er, wenn nötig, in der Lage ist, zu überleben oder auf geniale Ideen zu kommen. Er ist zwar noch nicht vollständig in das Charaktergefüge wieder eingefügt, ist allerdings auf dem besten Wege dahin.

Ein Jubiläum, nur nicht hierzulande

Der Gastauftritt von Tom Paris ist auch wieder typisch für Lower Decks. Genau wie der Auftritt von Q in Veritas dient er primär dem Comedy Relief. Aber gleichzeitig sorgt er für nostalgische Gefühle und jede Menge Anspielungen auf die Voyager-Serie. Inklusive einem Moment, wo Brad Boimler kurz das Theme jener Reihe pfeift.

Lower Decks bleibt auf einem konstant hohen Niveau. Wenn es so weitergeht, wird dies eine der besten Star Trek-Staffeln aller Zeiten.

Übrigens ist Begegnung mit der Befangenheit die 800. Star Trek-Folge insgesamt. Allerdings nur in den Ländern, wo auch die zweite Short Trek-Season lief, was ja hier in Deutschland nicht der Fall war. Hierzulande muss man sich daher noch etwas gedulden, ehe wir ebenfalls dieses besondere Jubiläum feiern können.

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Götz Piesbergen
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