Doom Patrol
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Review: Doom Patrol 21 – Space Patrol

Lesezeit circa: 5 Minuten

In Space Patrol ist viel los.

Das reinste Chaos

Nachdem Dorothy (Abi Monterey) den Candlemaker auf Crazy Jane (Diane Guerrero) losgelassen hat und dieser zwei ihrer Persönlichkeiten umbrachte, herrscht in Doom Manor das reinste Chaos. Jane selbst ist über und über mit Wachs bedeckt und bewusstlos, derweil Dorothy ein plötzlich auftauchendes Raumschiff stiehlt und auf den Mond flieht. Chief Caulder (Timothy Dalton) und Cliff Steele (Brendan Fraser (Stimme), Riley Shanahan (Körper)) folgen ihr mit einem anderen Schiff.

Zurück bleibt Larry Traynor (Matt Bomer (Stimme), Matthew Zuk (Körper)), der sich um die neuen Gäste, drei Astronauten, die seit Ewigkeiten im Weltall waren, kümmern muss. Dabei findet er in der Astronautin Valentina „Moscow“ Vostok (Mariana Klaveno) eine Art Seelenverwandte, weil sie ebenfalls von einem negativen Geist besessen ist. Vic (Joivan Wade) findet derweil heraus, dass seine große Liebe Roni (Karen Obilom) von ihren alten Erweiterungen langsam vergiftet wird, und Rita  (April Bowlby) kriegt endlich eine Rolle, nur um dann herauszufinden, dass das Theaterstück auf ihrem Amoklauf als Blob aus der Episode Pilot basiert.

Mit Space Patrol greift die Doom Patrol-Reihe einmal mehr auf die reiche Geschichte der Comicvorlage zurück. Dieses Mal wird mit Valentina „Moscow“ Vostok eine Figur eingeführt, die in den Comics in den 1980er und 1990er eine wichtige Rolle hatte. Als Negative Woman war sie sogar eine Zeitlang der Ersatz für das traditionelle Doom Patrol-Mitglied Negative Man.

Die Chemie stimmt

Ihr Auftritt in dieser Folge ist durchaus gelungen, vor allem, weil die Serie nicht lange herumfackelt, sondern sofort klar macht, dass sie und Larry quasi Artverwandte sind. Und in der Tat stimmt die Chemie zwischen den beiden Figuren. Sie tauschen sich aus und passen auf die anderen Astronauten auf, die, so stellt sich bald heraus, schon lange tot sind. Dabei dienen diese zwei eher als Comedy Relief, da sie sich reichlich infantil verhalten, auch wenn man später herausfindet, woran das liegt.

Doch ist dies nur ein Plot von Space Patrol. Hauptsächlich dreht sich das Geschehen um die Flucht von Dorothy sowie ihre Verfolgung durch Chief Caulder und Cliff Steele. Dabei wird einmal mehr deutlich, dass der Chief seine Tochter zwar enorm liebt, doch am liebsten würde er sie wegsperren, damit ihr – und auch anderen – nichts geschieht. Dass dies das falsche Verhalten ist, ist dem Zuschauer natürlich klar.

Das Gute ist, dass mit Cliff jemand an Bord des Raumschiffes ist, der dem Chief – falls notwendig – Kontra gibt. Interessant ist dabei, wie der Robotman zunächst kein Interesse hat, ja sogar auf Dorothy alles andere als gut zu sprechen ist, da sie Jane, die ja quasi seine Ersatztochter ist, verletzt hat. Doch im Laufe der Handlung verändert sich seine Einstellung, weshalb er es dann auch ist, der sie am Schluss überzeugen kann, wieder mit zurück zur Erde zu kommen.

Sie sind tot, oder nicht?

Der andere große Plot von Space Patrol beschäftigt sich mit den Konsequenzen, die der Tod zweier Persönlichkeiten von Crazy Jane hat. Interessant ist, dass diese sich hartnäckig weigert, den Tod von diesen zu akzeptieren. Wie sie vehement auf die anderen Persönlichkeiten einredet, dass die Toten nicht tot seien, und damit wiederholt scheitert, beweist, wie sehr sich die Hauptpersönlichkeit durch ihre Aktionen ins Aus bugsiert hat.

Und dann kommt es zu einem gelungenen Plottwist, der alles, was man bislang über sie wusste, auf den Kopf stellt. Denn auf ein Mal taucht eine totgeglaubte Persönlichkeit auf und stellt das Machtgefüge im Körper in Frage. Wer das ist und was der Zusammenhang mit der Vergangenheit der Figur ist, das muss man selber sehen. In jedem Fall hat sich dieser Subplot, der ja zunächst nichts besonders unterhaltsam angefangen hat, zu einem Highlight dieser aktuellen Season entwickelt.

Allerdings ist dies wieder eine vollgestopfte Episode, bei der man merkt, dass die Macher der Reihe irgendwie allen Figuren gerecht werden wollten. Doch das funktioniert nur bedingt. Denn so ehrenwert die Idee ist, in Space Patrol hat sie spürbare negative Auswirkungen.

Es ist viel los, zu viel!

So wirkt die Handlung um Rita und ihre Bemühungen, wieder als Schauspielerin aktiv zu werden, mehr wie eine Beschäftigungstherapie als wie ein voll ausgereifter Plot. Er ist da, um sie beschäftigen und um sie weiterzuentwickeln. Das ist seine ganze Funktion, die er zwar auch erfüllt. Doch besser wäre es, wenn man zum Beispiel die Beziehung zwischen ihr und Larry weiterentwickeln würde. Denn es wurde zumindest angedeutet, dass sie eventuell mehr als nur gute Freunde sein könnten.

Auch der Subplot um Vic wirkt in Space Patrol wie ein Lückenfüller. Klar, die Doom Patrol-Reihe hatte schon immer einen gewissen Soap-Faktor, der ebenfalls der Vorlage geschuldet ist. Doch wurde dies immer mit einem Augenzwinkern präsentiert. Das fehlt in diesem Fall. Es hat den Eindruck, dass das neue Drama in der Beziehung zwischen dem Jungen und seiner frischen Liebe eben nur deshalb existiert, damit er etwas zu tun hat, und daher auch extrem forciert.

Es wäre besser gewesen, wenn diese beiden Plots mehr Raum erhalten hätten, um sich glaubwürdiger zu entwickeln, zu entfalten. Doch auf Grund der Präsenz der anderen Charaktere mit ihren jeweiligen Subplots, ganz zu schweigen von dem Hauptplot um Dorothy, der ja die Episoden als primärer Seasonsplot zwangsläufig dominiert, ist dieser Platz nicht vorhanden. Es ist zwar immer noch eine gute Folge. Aber keine, die einen restlos begeistern kann.

Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Beziehung zwischen Larry und Valentina „Moscow“ Vostok
  • Plot um Crazy Jane

Negativ

  • Zu viele Plots
Götz Piesbergen

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