Review: DSN 114 – Dr. Bashirs Geheimnis

Lesezeit circa: 5 Minuten

Dr. Bashirs Geheimnis wird zu Tage gefördert.

Nicht mehr der naive Arzt

Dr. Zimmerman (Robert Picardo), der Schöpfer des Medizinischen Notfallhologramms, kommt nach Deep Space Nine. Er will eine neue Version des Hologramms entwickeln und Julian Bashir (Alexander Siddig) soll ihm als Grundlage dafür dienen. Er beginnt, den Doktor ausführlich zu untersuchen und zu befragen. Wobei nicht nur der Chefarzt von Deep Space Nine befragt wird, sondern auch seine Kollegen und Kameraden. Doch als Dr. Zimmerman Julians Familie ebenfalls ausfragen möchte, schiebt der Stationsarzt dem einen Riegel vor, den der Entwickler des MHN allerdings ignoriert. Die Eltern kommen auf DS9 an und schon bald stellt sich heraus, dass ihr Sohn in Wahrheit genetisch optimiert worden ist, was in der Föderation verboten ist.

Während dieser Ereignisse macht Dr. Zimmerman dem Dabo-Mädchen Leeta (Chase Masterson) den Hof. Die ist sich unsicher, ob sie auf der Raumstation bleiben soll. Der Grund ist, dass sie insgeheim darauf gehofft hat, dass ihr Rom (Max Grodenchik) seine Liebe erklärt. Doch der Ferengi traut sich dies nicht und ist deswegen unglücklich.

Julian Bashir ist weit gekommen. Zu Beginn von Deep Space Nine war er noch der naive Arzt, der alles mit enormen Staunen und großen Augen in sich aufgenommen hat. Doch mittlerweile hat er die Naivität abgelegt, was vermutlich daran lag, dass er unter anderem zweimal von einem Gestaltwandler nachgeahmt wurde. Es ist eine interessante Entwicklung. Allerdings wurde auch im Laufe der Jahre angedeutet, dass etwas mit ihm nicht stimmt. So konnte er sich beispielsweise in einer früheren Episode an alle Ergebnisse seiner Spiele mit Miles O’Brien (Colm Meaney) erinnern.

Elternliebe ist ein starkes Gefühl

Jetzt, mit Dr. Bashirs Geheimnis, wird das Rätsel um diese besondere Begabung also gelüftet. Die Enthüllung, dass er genetisch modifiziert worden ist, um vor allem seine kognitiven Funktionen zu verbessern, erklärt vieles von dem, was früher angedeutet wurde. Dabei ist der Grund, der für diese Verbesserungen angegeben wird, nachvollziehbar. Man kann verstehen, wieso Julians Eltern sich für diese Modifikation entschieden haben, da die Elternliebe eines der stärksten familiären Gefühle überhaupt ist.

Doch gleichzeitig wird eben nicht nur die Perspektive der Eltern dargestellt. Ebenso erfährt man auch, wie der Stationsarzt mit der Wissenslast darüber, was mit ihm angestellt wurde, umgegangen ist. Eine wunderbare Szene ist die, wo er deswegen mit seiner Mutter (Fadwa El Guind) und seinen Vater (Brian George) aneinandergerät, wutentbrannt ihr Gästequartier verlässt, nur um dann emotional erledigt im Flur in sich zusammenzusacken. Hier zeigt sich, unter welchem Druck er aktuell steht.

Dabei ist das Highlight der Folge natürlich das Auftreten von Doktor Zimmerman, dargestellt von Robert Picardo. Wobei sein Auftritt und das vom Medizinischen Notfallhologramm natürlich Wissen aus Star Trek – Voyager voraussetzt. Denn schließlich sind die Figur und der Schauspieler vor allem durch ihre Erlebnisse in dieser Schwesternserie bekannt.

Eine Freundschaft, die alles übersteht

Doch davon abgesehen, kann sein Auftauchen in Dr. Bashirs Geheimnis überzeugen. Gekonnt kann man die Arroganz und Überheblichkeit von Doktor Zimmerman im Laufe der Episode kennenlernen. Etwa wenn er sich über das Kontaktverbot von Dr. Bashir einfach so hinwegsetzt und seine Eltern einlädt. Oder, als er wie selbstverständlich Leeta umwirbt, nur, weil er es kann. Der Charakter wird super wie ein sprichwörtlicher Kotzbrocken dargestellt, jemand, der es einem schwer macht, ihn gern zu mögen.

Dabei ist die Interaktion zwischen ihm und Julian Bashir wunderbar. Zu Beginn merkt man, wie sehr die beiden sich gegenseitig respektieren und mögen. Nur um dann zu sehen, wie dieser Respekt durch Dr. Zimmermans Aktionen langsam verschwindet. Hier stimmt die Chemie zwischen den Darstellern.

Was an Dr. Bashirs Geheimnis auch sehr schön ist, ist die Tatsache, dass die Freundschaft zwischen dem Stationsarzt und Miles durch die Enthüllung einem Stresstest unterzogen wurde. Schließlich hat der Chief aus Versehen für die Entdeckung des Geheimnisses gesorgt. Umso schöner, wie er dann am Ende mit Julians besonderen Fähigkeiten locker umgeht, sprich, dass die Freundschaft aus der Situation gefestigt hervorgegangen ist.

Ein schwacher B-Plot

Wenn die Folge eine Schwäche hat, dann ist das natürlich der B-Plot. So schön es auch ist, dass Rom endlich den Mut gefunden hat, Leeta seine Liebe zu gestehen, so nervig wird die Handlung präsentiert. Sie kann nicht begeistern, sondern scheint nur dazu zu dienen, dass sich Chase Masterson von Leeta in verschiedenen halbnackten Umständen präsentieren muss.

Nach den Ereignissen der letzten beiden Folgen ist Dr. Bashirs Geheimnis eine wohltuende Abwechslung. Dr. Bashir, I presume, wie sie auf Englisch heißt, hat zwar die leider obligatorische Schwäche im B-Plot, doch ansonsten kann sie überzeugen.

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Götz Piesbergen
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