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In der Auseinandersetzung mit den Chigs sollen Tote den Lebenden helfen.

Mit der Episode Dead Man Flying nähert sich die Serie Space: 2063 (Space: Above & beyond) mit großen Schritten dem Finale. Die geplante Großoffensive, die bereits seit der Folge Abschied für immer im Hintergrund schwelt, steht unmittelbar bevor. Dead Man Flying hat mehrere Bezüge zum Zweiten Weltkrieg. So nutzten die US-Truppen damals im Pazifik die Sprache der Navajos zur Verschlüsselung von Nachrichten, weil man davon ausging, dass es bei den Japanern niemanden gibt, der sie übersetzen kann. Eine fingierte Nachricht, die die Chigs in der Serie auf eine falsche Spur locken soll, geht wiederum auf eine List der Alliierten vor der D-Day-Invasion 1944 zurück. Sie sollte erreichen, dass die Wehrmacht ihre Truppen am falschen Abschnitt der französischen Atlantik-Küste konzentriert.

Zur Handlung der Space: 2063-Folge Dead Men Flying

In der Szene vor dem Titelvorspann wird der Navajo-Indianer und Marine James Dark Moon (Pato Hoffman) in einem Gefängnis hingerichtet. Einer der Beobachter der Hinrichtung ist General Oliver Radford (Ronald G. Joseph), ebenfalls ein Navajo.

In der nächsten Szene landet auf dem Trägerschiff USS Saratoga eine geheimnisvolle Fähre ohne Kennung, und Commodore Ross (Tucker Smallwood) verhängt im Schiff eine Ausgangssperre. Die Wild Cards stehen am Hangar vor verschlossenen Toren.

Wenig später entdeckt Shane Vansen (Christen Cloke) in ihrem Jäger ein neues Modul und entfernt es. Ihre Kameraden folgen ihrem Beispiel. Als die 58ste Staffel während der darauffolgenden Mission einen Transporter in der Doris-Region eskortiert, eröffnet dieser plötzlich auf ferngesteuerte Jäger das Feuer und schließlich auch auf die Wild Cards. Auf Funksprüche reagiert niemand. Shane gibt das Feuer frei, und die 58ste schießt den Transporter kampfunfähig.

Nach der Rückkehr der Wild Cards auf die Saratoga stellt sich heraus, dass das Modul, das die Piloten aus ihren Jägern entfernt hatten, ein Signalgeber war. Er hätte einer Fernlenk-Pilotin, die den Transporter geflogen hat, die Position der Begleitjäger verraten. Ohne Module hat sie die Wild Cards für Ziele gehalten und auf sie geschossen.

Die 58ste Staffel bekommt den Auftrag, einen Transporter, der über ein Telepräsenz-System ferngesteuert wird, zu eskortieren und schließlich an den Feind zu „verlieren“. An Bord befinden sich tote Soldaten – unter ihnen James Dark Moon – und Falschinformationen, die die Chigs vor Beginn der Großoffensive in die Irre führen sollen. Die Dokumente sind in der Navajo-Sprache verfasst, die den Chigs vertraut zu sein scheint.

Der Auftrag gelingt. Dadurch wird Dark Moon, der im Leben nie eine Chance gehabt hat, nach seinem Tod noch rehabilitiert und bekommt postum noch eine Auszeichnung verliehen.

Interessante Details der Folge Dead Man Flying

James Dark Moon wird in Fort Puller hingerichtet.

Die rassistische Vorgesetzte, die von Dark Moon getötet wurde, hieß Louise Elisabeth Smith.

Der Transporter, der Dark Moon zur Saratoga bringt, hat die Aufschrift EMV 35. EMV ist die Abkürzung für „Emergency Medical Vehicle“, womit der Transporter offiziell Verwundete transportiert.

Die Kühlkammer mit dem Leichnam von Dark Moon hat eine Temperatur von – 273 Grad Celsius.

Die 15. Terranische Raumflotte, zu der auch das Trägerschiff USS Saratoga gehört, hat sich im Aguila-Sektor gesammelt. Ein eindeutiges Zeichen, dass der Beginn der Offensive nicht mehr fern ist.

Bei den Space-Marines geht ein Tag ziemlich früh los. Um 5.30 Uhr wundern sie sich bereits, warum sie nicht geweckt wurden.

Die 58ste Staffel startet in dieser Episode von Flugdeck 16.

Commodore Ross nennt seine Gitarre „Roslin“. Das Instrument stammt aus Louisiana, und er hat eine besondere Beziehung zu dieser Gitarre. „Wenn Sie ihr weh tun, tun Sie mir weh“, ermahnt er einen Soldaten.

Oliver Radford ist Vier-Sterne-General.

Nachdem sich die Großoffensive bereits seit sieben Episoden wie ein drohendes Donnergrollen nähert, bekommt sie in Dead Man Flying erstmals den Namen „Round Hammer“. Bisher sind nur vier Menschen über den gesamten Plan informiert, es geht aber das Gerücht um, dass auch die Chigs etwas ahnen. So etwas wurde von A. I. Elroy (Doug Hutchison) in der Folge Auge um Auge bereits angedeutet.

Es gibt ferngelenkte Schiffe für Zielübungen.

Die Wild Cards erledigen den Transporter durch einen Schuss auf das linke Steuertriebwerk.

Auch im Jahr 2064 gibt es noch Flugschreiber. Sie sind auch in den Hammerhead-Jägern eingebaut.

Das Zusatzmodul in den Hammerheads nennt sich AVM-Modul. Es gibt Position und Geschwindigkeit weiter. In der Folge wird aber nicht verraten, wofür AVM steht.

Das Ziel des Täuschungs-Einsatzes ist die Welt Eris, benannt nach der griechischen Göttin der Zwietracht. Das erste Hindernis dorthin ist die „Walden“-Linie, die von feindlichen Fliegern kontrolliert wird. Es folgt ein Asteroidengürtel, der den Planeten Helios umgibt. Der Planet Helios spielt bereits in der Folge Abschied für immer eine wichtige Rolle. Hier sollten zwei Piloten einen Satelliten aussetzen, wurden dabei aber von Chigi von Richthofen ausgelöscht.

Die Täuschungs-Operation nennt sich „Naja-i“. So nennt sich laut General Radford die Sprache der Navajo-Indianer. Der Begriff bedeutet „Die Götter der anderen“. Entwickelt wurde die Operation von Colonel Klingman (Gail O’Grady).

Im Space-Universum verwendeten die Russen bei der Erforschung des Mars 1998 eine Telepräsenz-Verfahren. In Space versetzt es Pilotin Colonel Klingman per Datenhelm virtuell ins Cockpit des Transporters, und sie kann den Transporter über dieses System fernsteuern.

General Radford saß vor vielen Jahren wegen Respektlosigkeit gegenüber einem vorgesetzten im Gefängnis Fort Grissom, „auf der dunklen Seite des Mondes“. Fort Grissom dürfte nach dem Astronauten Gus Grissom benannt sein. Er war am 21. Juli 1961 nach Alan Shepard im Rahmen des Mercury-Raumfahrtprogramms der zweite US-Amerikaner im Weltraum. Seine Kapsel nannte er „Liberty Bell 7“. Er starb am 27. Januar 1967 während eines Tests in der Apollo 1-Kapsel, als in der Kabine ein Feuer ausbrach. Neben ihm starben auch Ed White und Roger Chaffee.

James Dark Moon wurde in einer mondlosen Nacht geboren und glaubte, zum Bösen bestimmt zu sein.

Der Geheimdienst in Space arbeitet zuweilen sehr effektiv. Schon bevor die Wild Cards von den feindlichen Jägern in Empfang genommen werden, sind sie gewarnt.

General Radford verabschiedet James Dark Moon mit folgendem Satz: „Wandle friedfertig im Reich deiner Väter, und sei immer gewahr, wer du bist.“ Damit sagt er dem Geist Dark Moons indirekt, dass er nicht als Mörder, sondern als Held in Erinnerung bleiben wird.

James Dark Moon bekommt postum den Montgomery Star verliehen. Diesen Orden bekamen auch die Wild Cards nach der Jupiter-Schlacht im Pilotfilm. Der Montgomery Star dürfte nach General Bernard Montgomery benannt sein, der 1944 von Winston Churchill zum Generalfeldmarschall (Field Marshal) ernannt wurde. Er schaffte es, General Rommel in Afrika zu schlagen und wurde zum populärsten britischen Heerführer des Zweien Weltkriegs.

Der Originaltitel der Folge Dead Man Flying ist poetischer und lautet Stardust, Sternenstaub. Dieser Titel ist doppeldeutig und könnte einerseits bedeuten, dass alles Leben im Universum im Grunde nur Sternenstaub ist, wie auch das Leben von James Dark Moon. Andererseits könnte er sich auf die Operation „Naja-i“ beziehen. Es geht hier darum, den Feind irrezuführen; ihm quasi Sand – woran man beim Begriff „Dust“ auch denken könnte – in die Augen zu streuen. Für Perry Rhodan-Leser wird Stardust natürlich immer der Name des ersten bemannten Raumschiffs der US Space Force sein, das auf dem Mond landete.

Interessantes für den Filmfan

Interessanter Satz: James Dark Moons letzte Worte vor seiner Hinrichtung sind „Ein Mann ist, was er ist.“ Als General Radford auf der Saratoga die Kühlkammer mit Dark Moons Leichnam öffnet, wiederholt er diesen Satz. Ohne große Erklärung wird dadurch sofort klar, wer der Tote ist.

Die Szenen mit Marines, die über die große Offensive rätseln und immer wieder Gerüchte aufschnappen, erinnern an Szenen aus dem Kriegsfilm Der längste Tag (The Longest Day) von 1962. Hier sind Gerüchte vor der bevorstehenden Landung der Alliierten an der Französischen Küste im Umlauf, von der die Soldaten nicht wissen, wann und wo sie stattfindet. Sie wissen nur, dass sie stattfindet. Hier ein kleiner Dialogauszug aus Der längste Tag:
Campell: „Was ist mit heute Nacht? Irgendwas gehört?“
Pilot: „Nein, nein, gehört hab’ ich nichts.“
Campell: „Was redest du dann für’n Zeug?“
Pilot: „Weißt du, ich … ich hab das Gefühl, dass es heute Nacht losgeht. Ich spür’s.“
Campell: „Gefühl! Lade deine Gefühle woanders ab. Ich muss noch einen Brief schreiben.“
Pilot: „Ich habe dieses Gefühl, seit ich heute Morgen aufgewacht bin. Und ich werde es den ganzen Tag nicht los. Ich kann’s nicht abschütteln. Heute Nacht! – Ich weiß es.“

Der in Deutschland verwendete Titel der Folge, Dead Man Flying, ist eine Anspielung auf den Film Dead Man Walking von 1995, in dem eine Nonne, gespielt von Susan Sarandon, einen verurteilten Mörder bis zu seiner Hinrichtung begleitet. „Dead Man Walking“ ist eine Redewendung und bezieht sich auf einen zum Tode Verurteilten, der zum Ort seiner Hinrichtung geht.

Komponistin Shirley Walker komponierte für diese Episode ein sehr exotisches Thema, in dem eine klagende Flöte und eine dumpfe Trommeln vorkommen; ein Bezug zu James Dark Moons indianischer Herkunft. Das Thema erklingt zum ersten Mal bei Dark Moons Hinrichtung und macht diese Szene noch beklemmender. Später in der Folge wird das Thema mehrere Male aufgegriffen. Sehr leise bei McQueens (James Morrison) Gespräch mit Commodore Ross über Operation „Naja-i“ und bei General Radfords Geschichte über Dark Moons Leben. Eine sehr intensive Version des Themas ist während der letzten Startvorbereitungen zu hören.

 

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Eric Zerm

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