Star Trek Discovery
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Review: Star Trek DSC 048 – Stürmisches Wetter

Lesezeit circa: 5 Minuten

Die Discovery bricht in Stürmisches Wetter in gefährliche Gefilde auf.

Eine ungewöhnliche Episode

Die Dunkle-Materie-Anomalie (DMA) hat auf ihrem Weg durch die Galaxie ein Loch in den Subraum gerissen. Die Discovery soll in eben diesen hineinfliegen, um Details über die Anomalie herauszufinden. Doch bereits der Weg hinein erweist sich für das Schiff als gefährlich. Und auch innen wird die Situation nicht besser. Im Gegenteil: Es droht sogar lebensgefährlich zu werden.

Denn je länger sich das Raumschiff im Subraum aufhält, desto stärker wird die strukturelle Integrität des Schiffes gefährdet. Am Ende kann die Crew zwar mehr Details über die DMA herausfinden, doch könnte dies für sie bereits schon zu spät sein, da sie, falls sie den Weg zurückfinden würden, diesen nicht überstehen könnten.

Stürmisches Wetter ist vom Konzept her eine Bottle Show. Gemeint ist damit, dass es sich hierbei um eine Episode handelt, in der das Geschehen innerhalb von Kulissen stattfindet, die bereits für die Serie erschaffen worden sind, um Budget zu sparen. Das war etwas, was in den früheren Reihen aus der klassischen Star Trek-Ära gang und gäbe war und durchaus gute Folgen erschuf. Man denke nur an den DS9-Überklassiker Im Fahlen Mondlicht.

Stürmisches Wetter

Eine gefährliche Atmosphäre

Doch was damals vergleichsweise Sinn ergab, weil die zur Verfügung stehenden Mittel eben begrenzt waren, hat sich in der Ära der Streamingdienste im Prinzip erledigt. Das Geld sitzt hier deutlich lockerer und steht in größerem Umfange bereit, um eine so specialeffektreiche Reihe wie Discovery problemlos Realität werden zu lassen.

Doch auch wenn Stürmisches Wetter in dieser neuen Zeit nicht so Recht Sinn ergibt, ist die Umsetzung fantastisch. Es gibt weitere Fortschritte bei der Ursachenerforschung der DMA. Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) erweist sich als ein guter Captain. Und zwei Subplots werden geschickt miteinander verschmolzen.

Zunächst gelingt es dieser Folge, dass eine gefährliche Atmosphäre erschaffen wird. Quasi von Beginn an wird klar gemacht, dass der Aufenthalt im Subraum alles andere als gut ist. Zum einen ist da der feurige Eintritt und zum anderen die immer näher kommende Bedrohung, der die Crew der Discovery auf einen cleveren Weg entkommt, die gleichzeitig ein netter Callback der klassischen Star Trek-Ära ist. Man denke nur an den Auftritt eines bekannten Ingenieurs in The Next Generation.

Noch mehr Traumata

Es ist dabei erstaunlich, wie sehr Michael Burnham angesichts dieser Situation in Stürmisches Wetter für ihre Verhältnisse einen kühlen Kopf behält. Hier zeigt sich, dass sie ein guter Captain ist und dass sie auch zu dem Posten passt, da sie hier ihre Angewohnheit, sich zur Not selber zu opfern, des Öfteren ausleben kann.

Doch wesentlich interessanter ist, dass hier ihr Partner Cleveland Booker (David Ajala) ein Spotlight erhält. Einmal mehr erfährt man, dass er den Untergang seiner Heimatwelt noch nicht vollständig verarbeitet hat. Nachdem er beim Versuch, den Sporenantrieb zu benutzen, eine Art Schlag von der Anomalie erhalten hat, sieht er sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert, die ihm über viele seiner Lebenserfahrungen bittere Vorwürfe macht. Und die ihm auch gleichzeitig prophezeit, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, wo Michael Burnham eine Entscheidung treffen wird, die für die Sternenflotte gilt und nicht für ihre Beziehung.

Das Schöne ist, dass hier klargemacht wird, dass es zwar einmal mehr Traumata sind, mit denen er sich heraumschlagen muss, dass diese allerdings nicht nur mit der Vernichtung seines Planeten zu tun haben, sondern noch tiefer in seine Vergangenheit zurückreichen. Man erfährt hier mehr über ihr sein früheres Leben und gleichzeitig wird hier ein Konflikt vorbereitet, der sicherlich in der nahen Zukunft noch zum Tragen kommen wird.

Stürmisches Wetter

Wenn zwei sich unterhalten

Interessant ist auch, was zwischen Gray Tal (Ian Alexander) und Zora geschieht. Im Prinzip handelt es sich bei beiden um Charaktere, die auf der Suche nach einem neuen Lebenssinn sind. Gray will zwar einerseits Trill-Wächter werden, aber andererseits fühlt er sich als Zivilist an Bord der Discovery fehl am Platze, besonders dann, wenn Adira wieder als Sternenflottenoffizier aktiv werden muss. Denn sie ist ja schließlich sein Anker, den er nach seiner Wiederbelebung braucht.

Bei Zora ist es in Stürmisches Wetter so, dass sie seit ihrer Sichselbstbewusstwerdung ebenfalls auf der Suche nach einem Lebenssinn ist. Wobei bei ihr auch noch andere Dinge hinzukommen, da sie als KI der Discovery fest mit dem Schiff integriert ist. Was sowohl Vor- als auch Nachteile hat.

Es zeigt sich dabei, dass Gray eine einfühlsame Person ist. Die Szene, wie er Zora hilft, sich quasi selbst zu finden, ist eine der besten der Episode. Vor allem auch, weil sie erstklassig geschauspielert wird. Denn im Prinzip musste Ian Alexander ja mit dem luftleeren Raum spielen, was er allerdings super gemeistert hat.

Stürmisches Wetter ist eine gute Folge, die Spaß macht beim Gucken.

Götz Piesbergen

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