Star Trek Deep Space Nine
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Review: Star Trek DSN 156 – Verrat, Glaube und ein gewaltiger Fluss

Lesezeit circa: 5 Minuten

Verrat, Glaube und ein gewaltiger Fluss umfasst alles, was der Episodentitel aussagt und gleichzeitig noch mehr.

Das passt eigentlich nicht zusammen

Odo (René Auberjonois) wird von einem langjährigen, cardassianischen Kontaktmann zu einem Treffen gebeten. Vor Ort stellt sich heraus, dass in Wahrheit ein sechster Weyoun (Jeffrey Combs) dahintersteckt. Beziehungsweise, wie bald klar wird, eine defekter Klon, den das Dominion, vertreten durch seinen Nachfolger Weyoun #7, gerne tot sehen möchte. Denn er hat vor, zur Föderation überzulaufen und um Asyl zu bitten.

Gleichzeitig steht Chief Miles O’Brien (Colm Meaney) unter Druck. Er soll für die Defiant innerhalb von drei Tagen einen Gravitonenstabilisator reparieren, obwohl er dafür keine Ersatzteile hat und ein Ersatzgerät auch erst sehr spät kriegen würde. Zum Glück weiß Nog (Aron Eisenberg) Rat und beginnt eine riskante Tauschaktion, die für jede Menge Chaos sorgt.

Verrat, Glaube und ein gewaltiger Fluss umfasst zwei Stories, die von der Tonart im Grunde genommen nicht zueinander passen. Der A-Plot mit Odo und Weyoun hat eine ernste und dramatische Atmosphäre. Der B-Plot hingegen ist humorvoll und man lacht sich über die neusten Auswirkungen des Tauschgeschäfts, das Nog betreibt, krumm.

Es passt zusammen, weil es eben nicht zusammenpasst

Normalerweise ist es so, dass eine Folge mit zwei so atmosphärisch gegensätzlichen Plots scheitern muss, eben weil der Kontrast zu stark sein könnte, so dass die Episode zwischen den beiden Parts förmlich auseinandergerissen werden kann. Hier funktioniert es allerdings problemlos, was daran liegt, dass die zwei Handlungsfäden exzellent erzählt werden und die Macher von „Deep Space Nine“ nicht auf Krampf versuchen, sie am Ende ineinanderfließen zu lassen, sondern sie weiterhin separieren.

Die Hauptstory in Verrat, Glaube und ein gewaltiger Fluss ist natürlich der Plot um Odo und Weyoun. Dass die Vorta geklont werden, ist nichts Neues, da man das in der Folge Die Überwindung erfahren hat. Doch dieses Mal erfährt man, dass diese Diener des Dominions auch fehlerhafte Kopien haben können, die dann ihren eigenen Willen haben, was nun nicht unbedingt dem Gedanken der Formwandler hinter ihrer genetischen Manipulation entspricht.

Interessanterweise ist das, was diesen Plot dominiert, nicht Odos Versuch, irgendwelche Geheimnisse aus dem sechsten Weyoun herauszukriegen, sondern vielmehr die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden. Der Constable der DS9 ist vor allem darauf fokussiert, den Vorta heil in die Föderation zu bringen, was durch die Versuche des siebenten Weyouns, der eben ein perfekter Klon ist, erschwert wird.

Was ist da los?

Der imperfekte Klon, Weyoun #6, hingegen bringt Odo die ganze Zeit Ehrerbietung dar. Man erfährt hierbei in Verrat, Glaube und ein gewaltiger Fluss einiges über die vermeintliche Geschichte seiner Rasse, die Beziehung zu den Gründern, den Formwandlern, und was genau ihn motiviert.

So erfährt und sieht man in dieser Episode, dass es den Formwandlern nicht gut geht. Angeblich handelt es sich um eine Krankheit, die sie überall mit Falten ausstattet. Und nur Odo ist davon nicht betroffen, weil er eben nicht Teil der großen Vereinigung seiner Rasse ist, ja sogar von ihnen ausgestoßen worden ist.

Was Verrat, Glaube und ein gewaltiger Fluss auch auszeichnet, ist, wie es Gul Damar gelingt, Weyoun #7 dazu zu überreden, dass er die Jem’Hadar Jagd auf Odo machen lässt; dass er im Prinzip einen seiner Götter zum Tode verurteilt. Und wenn man ihm anmerkt, dass ihm dies schwer fällt, wird ebenfalls klar, dass er sich der Argumentation des Cardassianers nicht entziehen kann. Das geht sogar so weit, dass er die Formwandlerin, die das Dominion im Alpha-Quadranten vertritt, quasi anlügt, was im Grunde genommen auch darauf hindeutet, dass er defekt ist. Mal sehen, ob dieser Plot in weiteren Auftritten fortgeführt wird.

Wenn man ein angenommenes Hilfsangebot bereut

Der B-Plot lebt davon, das Miles Nog freie Hand lässt, und es fortwährend bereut. Denn immer wieder zeigt sich, dass sich der Ferengi mit Hilfe von O’Briens Autorisierungscodes einen neuen Gegenstand genommen hat, um damit auf lange Sicht an den gewünschten Gravitonenstabilisator zu kommen. Der Humor entsteht aus einer immer weiter eskalierenden Kette an verschwundenen Objekten und entsprechend erzürnten Leuten sowie einem Chief, der immer mehr ins Schwitzen kommt, weil er darauf nur reagieren kann und eigentlich nicht weiß, was wieso geschehen ist.

Es tut gut, Miles O’Brien mal nicht wieder als Leidtragenden einer Handlung zu sehen, in der er dann auch noch Tragisches durchlebt. Stattdessen macht Verrat, Glaube und ein gewaltiger Fluss klar, dass dieser Plot mit einem großen Augenzwinkern und einer schönen Portion Humor präsentiert wird. Außerdem ist dies die erste Episode, in der Nog seine Vergangenheit und Philosophie als Ferengi mit seiner Sternenflottenausbildung in Verbindung bringt.

Kurzum: Dies ist eine wunderbare Episode.

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Warpskala

Warpskala
10 10 0 1
10/10
Total Score

Positiv

  • Dramatischer Odo und Weyoun-Plot
  • Lustiger Nog und Miles O'Brien-Plot
Götz Piesbergen
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