Review: DSN 117 – Die Überwindung

Lesezeit circa: 5 Minuten

Die Überwindung ist eine Leistung, die Kira Nerys schaffen muss.

Ein letztes Wiedersehen

Tekeny Ghemor (Lawrence Pressman) kommt nach Deep Space Nine. Doch die Hoffnung von Kira Nerys (Nana Visitor) , dass er die cardassianische Opposition anführen könnte, zerschlägt sich sehr schnell, als er ihr erklärt, dass er bald sterben wird. Er bittet sie, ein Ritual mit ihm durchzuführen, wofür sie im Gegenzug von ihm Geheimnisse über Cardassia erhält.

Doch die Lage wird dadurch verkompliziert, dass sie an den Tod ihres Vaters erinnert wird, den sie komplett verdrängt hat. Gleichzeitig kommen auch Gul Dukat (Marc Alaimo) und Weyoun (Jeffrey Combs) auf die Raumstation. Sie wollen verhindern, dass Ghemor zu viel verrät.

Die Überwindung besitzt im Grunde genommen alle Zutaten für eine klassische Star Trek-Episode. Ein zentrales Mitglied des Casts der Serie durchläuft im Laufe der Folge ein moralisches Dilemma, derweil es drumherum eine zusätzliche politische Dimension gibt, die für weitere Spannung sorgen könnte. Gleichzeitig wird auch auf vergangene Episoden zurückgegriffen, was ja mittlerweile das Markenzeichen der Deep Space Nine-Serie ist. Doch leider ist es so, dass die Folge trotz guter Voraussetzungen unterm Strich nicht überzeugen kann.

Drama, Baby, Drama

Zunächst einmal ist es in Die Überwindung super, Tekeny Ghemor wiederzusehen. Dass der alte Cardassianer versucht, mit seinem Tod der cardassianischen Regierung eins auszuwischen, passt zu seiner Charakterisierung aus Die Zweite Haut. Dort hatte er sich ja ebenfalls als ein widerspenstiger Geist erwiesen.

Dass er dann allerdings stirbt bzw. dieses Ereignis direkt zu Beginn der Folge angekündigt wird, ist natürlich ein deutlicher Dämpfer. Denn im Prinzip möchte man ihn ungern verlieren, eben weil man ihn als Zuschauer damals ins Herz geschlossen hat. Doch es fällt im Laufe der Folge leicht und schwer zugleich, von ihm Abschied zu nehmen, da die Serie sein Sterben zwar dramatisch, aber nicht klischeehaft inszeniert. Es ist ein respektvoller Umgang mit dem Tod, wenn auch kombiniert mit einigen Fallstricken, damit die Episode Drama hat und unterhalten kann.

Das Drama wird durch die Präsenz von Gul Dukat und Weyoun verstärkt. Die Auftritte der beiden bieten einige erhellende Erkenntnisse über die Figuren und ihre Funktion im Dominion. Doch insgesamt muss man sagen, dass ihre Gegenwart auch durch andere Charaktere hätte übernommen werden können.

Immer mehr Drama

Immerhin weiß man jetzt, dass Dukat zwar offiziell einen anderen Rang als Gul hat. Doch er mag den Klang der Rangbezeichnung, weshalb er diesen auch beibehält. Und Weyoun, den man ja vorher hat sterben sehen, entpuppt sich als Klon, der noch dazu vom Dominion mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet wurde. So ist ein Highlight von Die Überwindung, wie er bewusst und ungerührt Gift trinkt und dies damit kommentiert, dass er als Diplomat gegen mehrere Giftstoffe resistent ist.

Doch ansonsten hat die Folge das Problem, dass das Sterben von Tekeny Ghemor, auch wenn es respektvoll und gut in Szene gesetzt wurde, als Haupthandlungsträger einer einzelnen Episode zu wenig ist. Was vermutlich mit der Grund ist, wieso er künstlich in die Länge gezogen wird. Wie beispielsweise durch die Erinnerungen von Kira Nerys an den Tod ihres Vaters.

Eben dies wirkt wie aufgesetzt, um weiteres Drama in Die Überwindung einzubauen. Es wird angedeutet, dass der Major das Ableben ihres Papas, den sie ja nicht mitgekriegt hat, weil sie in den Kampf zog, nie überwunden hat. Was sich dann auch wiederum auf ihr Verhalten gegenüber Tekeny Ghemor auswirkt, der für sie ja eine Art Ersatzvater war. Das ist zwar alles schön und gut, ist allerdings dank der Rückblenden nur zusätzliches Füllmaterial.

Schön in die Länge gestreckt

Die Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle wirken sich auch allgemein auf ihr Verhalten aus. Sie erfährt, dass ihr Ziehvater dreckige Geheimnisse hat, und reagiert darauf angewidert. Hier fragt man sich, wieso sie von der Enthüllung so entsetzt ist. Seine Tat stand ja in seiner Akte – wieso hat sie nie selber nachgeguckt, sondern wurde erst von Gul Dukat darauf aufmerksam gemacht? Es wirkte einfach wie aufgesetzt, um zusätzliches Drama zu erzeugen, mit dem die die Episode dann noch weiter gestreckt werden kann.

Das Ergebnis ist, dass Die Überwindung langweilig und mittelmäßig ist. Auf Englisch hat sie übrigens den Titel Ties of Blood and Water.

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Götz Piesbergen
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