Star Trek Deep Space Nine
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Review: Star Trek DSN 175, 176 – Das, was du zurücklässt

Lesezeit circa: 6 Minuten

Das, was du zurücklässt ist das Finale von Star Trek – Deep Space Nine.

Es geht zu Ende

Die finale Schlacht zwischen der Föderation und ihren Verbündeten auf der einen Seite, sowie dem Dominion und ihren Alliierten auf der anderen steht kurz bevor. Die Besatzung von Deep Space Nine verabschiedet sich von ihren Liebsten und startet in ein Unterfangen mit ungewissem Ausgang. Denn klar ist, dass das Ergebnis dieses Gefechts völlig offen ist.

Und während Benjamin Sisko (Avery Brooks) und seine Offiziere im Orbit von Cardassia für die Zukunft des Alpha-Quadranten kämpfen, geschehen auf Bajor völlig andere Dinge. Kai Winn (Louise Fletcher) und Gul Dukat (Marc Alaimo), dem die Pah-Geister wieder sein Augenlicht zurückgegeben haben, brechen auf, um eben jene zu befreien. Doch beide haben ihre Hintergedanken, die für den jeweils anderes nichts Gutes bedeuten.

Mit Das, was du zurücklässt ist es soweit: Star Trek – Deep Space Nine geht zu Ende. Dabei handelt es sich hierbei um eine Doppelfolge, also im Prinzip zwei Mal 45 Minuten. Da es keinen klaren Schnitt zwischen den jeweiligen Episoden gibt, wird daher das Finale als eine einzelne, zusammenhängende Folge betracht und rezensiert.

Nicht perfekt, aber nahe dran

Als Serienende muss diese Episode natürlich eine Art Punktlandung hinlegen. Sie muss alle Handlungsfäden abschließen, die noch offen sind. Und sie muss gleichzeitig den Charakteren einen neuen Weg zeigen, der den Zuschauer zufriedenstellt.

Nachdem die Credits von Das, was du zurücklässt gelaufen sind, kann man sagen, dass das Finale nicht ganz perfekt ist. Aber es kommt der Perfektion verdammt nahe dran.

Von Anfang umweht eine Atmosphäre der Melancholie und Wehmut diese Folge. Eben weil von Beginn an deutlich gemacht wird, dass sich Dinge verändern werden. Miles O’Brien hat eine Professorenstelle an der Sternenflottenakademie auf der Erde erhalten, Ezri Dax und Julian Bashir haben die erste gemeinsame Nacht verbracht und die Schwangerschaft von Kasidy Yates schreitet weiter voran. Das sind Sachen, die nicht einfach so zum Episodenende verschwinden, sondern fortdauern.

Eine spektakuläre Schlacht

Doch dann fokussiert sich Das, was du zurücklässt auf den Cardassia-Plot. Fast alles andere tritt dem gegenüber zurück. Weshalb diese Handlung entsprechend mit die stärksten Momente dieser Folge sind.

Ein Vorwurf, der Star Trek oft gemacht wird, ist, dass die Serie keine Action kann. Diese Episode beweist das Gegenteil! Die Raumschiffschlacht wird spektakulär in Szene gesetzt. Man fiebert mit, wenn man mitkriegt, wie die Schiffe der Allianz aus Föderation, Klingonen und Romulanern schwere Verluste erleidet und trotzdem nicht aufgibt. Ständig kriegt man neue Informationen, gibt es neue Wendungen. Inklusive eines Twists, der den Ausgang der Schlacht entscheidet.

Dabei wird in Das, was du zurücklässt auch nach Cardassia gewechselt. Wo man mitkriegt, wie die Gründerin die Bestrafung der Welt befiehlt, weil sie es wagt, gegen die Besetzung durch das Dominion aufzubegehren. Man sieht zwar nicht, wie hier Städte den Erdboden gleich gemacht werden, doch die Reaktion der Cardassianer, die dies hören, spricht Bände. Es ist ein Schock, einer, der eine finale Gräueltat in einem an Gräueltaten ohnehin schon reichen Krieg darstellt.

Bittersüß

Und dann, als dieser Konflikt vorbei ist, wird deutlichgemacht, dass es ein bittersüßer Sieg ist. Einer, der nicht zum Feiern einlädt, auch wenn die Klingonen das tun. In dieser Szene werden die ideologischen Differenzen zwischen der Föderation und ihren Alliierten sichtbar, wobei man dabei trotzdem mitkriegt, dass dies die Freundschaft zwischen den beiden Reichen nicht belastet.

Schade ist hier in Das, was du zurücklässt nur, dass die Romulaner nicht repräsentiert werden. Sie sind anwesend, sie werden erwähnt und ihre Schiffe sind zu sehen. Aber es fehlt an Personen, Figuren, Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann und die auch dafür sorgen, dass einem das Schicksal dieser nicht egal ist.

Es folgt ein Übergang. Der Krieg mit dem Dominion wird abgeschlossen und weitere Schicksale werden geändert. Man erfährt, dass Worf zum Föderationsbotschafter im Klingonischen Reich ernannt wird und dass Odo zum Kollektiv seiner Rasse zurückkehren wird, um es zu heilen und deren Ansichten über die Solids zu ändern. Höhepunkt ist dabei eine Art Abschlussfeier, in der nochmal alle wichtigen Figuren gemeinsam auftreten. Doch auch die Leute, die für die Produktion der Reihe verantwortlich sind, und die Statisten treten hier im Hintergrund auf. Was dies zu einer besten Szenen dieser Episode macht.

Es fehlte die Zeit

Es gibt allerdings noch einen weiteren wichtigen Plot, der die ganze Zeit im Hintergrund von Das, was du zurücklässt gelaufen ist. Es handelt sich um die Pah-Geister, sowie um den Plan von Kai Winn und Gul Dukat, diese zu befreien. Man erfährt dabei, dass eben jener von seiner Blindheit befreit worden ist. Man begleitet die beiden auf der Reise zum Gefängnis dieser Wesen und kriegt dann den finalen Verrat mit, der von der Charakterisierung her Sinn ergibt.

Doch die Art und Weise, wie diese Handlung dann abgeschlossen wird, ist enttäuschend. Der Plot wird eher schnell, schnell abgehandelt, weil auch einfach nicht mehr die Zeit vorhanden ist, um ihn auf eine gute Art und Weise abzuschließen. Hier rächt sich meiner Meinung nach, dass in Extreme Maßnahmen handlungstechnisch auf die Bremse getreten wurde. Da wäre Zeit und Platz gewesen, der hier jetzt fehlt.

Das endgültige Finale von Deep Space Nine, die letzten Minuten, haben dann etwas Bittersüßes. Nicht alle erleben das Ende und so mancher Abschied fällt schwer. Hier zeigt die Serie wieder ihre Stärke, weil man in über 170 Episoden mit den Figuren älter geworden ist und miterlebt hat, wie sie sich verändert haben. Und es gibt das Versprechen einer Rückkehr, die man aber leider nicht mehr im Fernsehen mitkriegt.

Unterm Strich ist Das, was du zurücklässt vielleicht nicht der ganz große Wurf. Aber es kommt dem nahe dran. Und es ist am Ende ein emotionaler und in dieser Hinsicht auch gelungener Abschied. Mehr braucht es nicht, um den Zuschauer glücklich und traurig zugleich zu machen.

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Bittersüßes Finale
  • Cardassia-Plot

Negativ

  • Pah-Geister-Plot wird schnell schnell zu Ende gebracht
  • Romulaner werden nicht repräsentiert
Götz Piesbergen

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