Star Trek Lower Decks
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Review: Star Trek Lower Decks 27 – Eine mathematisch perfekte Vergeltung

Lesezeit circa: 5 Minuten

In Eine mathematisch perfekte Vergeltung gibt es ein ungeahntes Wiedersehen.

Ein unverhofftes Wiedersehen

Seitdem Peanut Hamper (Kether Donohue) sich von der Cerritos in einer Stunde der Not davongestohlen hat, schwebt sie allein im Weltall. Sie hat sich im Laufe der Zeit allerdings einen stummen Freund und ein Vehikel zusammengebaut, mit dem sie von dem Ort fliehen möchte, wo sie sich gerade befindet. Und ihre Flucht wird dringend, als Plünderer auftauchen.

Doch ihre überstürzte Reise endet, als sie auf einem Planeten abstürzt. Der ist zu ihrem Glück immerhin von intelligenten, primitiven Lebensformen bewohnt. Und nach einer Zeit gegenseitiger Gewöhnung scheint sie auf dieser Welt die Liebe ihres Lebens zu finden. Bis sich ihre Vergangenheit mit aller Macht wieder zurückmeldet.

Mit Eine mathematisch perfekte Vergeltung gibt es ein Wiedersehen mit Peanut Hamper (Deutsch: Erdnuss Snackbox). Diese Figur, ein Exocomp, lernte man im Season-1-Finale Keine kleinen Rollen kennen, wo sie als Schützling von D’Vana Tendi eingeführt wurde, und sich dann in dem Moment, als die Cerritos von den Pakleds angegriffen wurde, aus dem Staub machte. Umso überraschender, dass sie in dieser Episode wieder auftaucht. Und diese Überraschung wird nur noch dadurch verstärkt, dass diese Folge sich ausschließlich um sie dreht.

Ein wohltuend anderer Beginn

Genau wie wej Duj spielt die Cerritos mit ihrer Crew dieses Mal nur eine kleine Cameorolle. Alles an dieser Folge dreht sich um Peanut Hamper. Und mit Alles ist auch wirklich Alles gemeint.

Es gibt dieses Mal nicht das obligatorische Intro mit der passenden Musik. Stattdessen wurde die Intromelodie angepasst und die Einführungssequenz stark überarbeitet, wodurch Eine mathematisch perfekte Vergeltung sich schonmal wohltuend von den anderen Folgen abhebt.

Solche Episoden, in denen die eigentlichen Hauptfiguren allerhöchstens Cameoauftritte haben, sind nicht verkehrt. Sie sind eine nette Abwechslung von der Norm, weil sie eben nicht 08/15 ablaufen, sondern etwas Anderes bieten. Eine andere Perspektive und eine Handlung, die normalerweise unvorhersehbar verläuft.

Zu viel gewollt

Und auch Eine mathematisch perfekte Vergeltung probiert sich daran. Viele Ereignisse, viele Plottwists hat man so erstmal nicht kommen sehen. Ebenso hat man den Eindruck, als ob Peanut Hamper eine positive Entwicklung durchläuft, weg von der arroganten und egozentrischen Figur, wie man sie zu Beginn der Folge kennenlernt.

Doch diese Episode hat Probleme. Und das Hauptproblem an dieser Episode ist einfach, dass man ihr anmerkt, dass die Macher der Serie sich hier sehr bemüht haben. Sie haben versucht, eine Handlung zu schreiben, die einerseits Schema F folgt. Aber andererseits wiederum nicht. Und gegen Ende gibt es einen Plottwist, der alles auf den Kopf stellt. Sie wollten viel erreichen, zu viel.

Denn ihr Vorhaben funktioniert in Eine mathematisch perfekte Vergeltung so überhaupt nicht. Der Versuch, mit den Klischees zu spielen, mit der großen Liebe, die Peanut Hamper kennenlernt, mit der Veränderung durch den Kontakt mit augenscheinlichen „Primitiven“, geht nicht auf. Es wirkt zwar überwiegend nett. Aber der Funke will einfach nicht zünden. Stattdessen plätschert dieser Plot vor sich hin.

Ein wichtiges Ende?

Durch die finale Enthüllung, dass im Prinzip alle wichtige Handlungsbeteiligten sich gegenseitig angelogen haben, wird der Eindruck der Überambitioniertheit verstärkt. Hier ist die Problematik, dass man zumindest teilweise diesen Plottwist hat kommen sehen. So zum Beispiel, was die „Primitiven“ angeht. Hier wird schon früh klar, dass das große Tabu, welches präsentiert wird, gebrochen werden muss, um die Folge halbwegs glaubwürdig zu beenden.

Und es ist eben auch so, dass Peanut Hamper keine Figur ist, mit der man als Zuschauer warm wird. Es wirkt einfach unglaubwürdig, dass sie sich zum Guten verändert. Noch dazu wirkt diese Entwicklung an sich zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Und der Plottwist im Finale bestätigt diesen Eindruck.

Letzten Endes hat man bei Eine mathematisch perfekte Vergeltung das Gefühl, dass diese Folge nur deshalb eingebaut wurde, um den Status Quo von Peanut Hamper am Ende zu verändern, was einen aber auch positiv stimmt, weil hier unter anderem auf Wo die Lust’gen Quellen liegen zurückgegriffen wird. Und man hat den Eindruck, dass hier ein Ereignis vorbereitet wird, dass dann im Staffelfinale wichtig sein könnte. Doch rechtfertigt dies nicht all das, was die Minuten vorher kam.

Das ist die schlechteste Lower Decks-Folge seit langem. Sie ist ein wenig zu überambitioniert, was ihr am Ende schadet. Man wird zwar, wie es bei der Serie Standard ist, gut unterhalten. Aber das reicht einfach nicht aus, um rundum zu überzeugen.

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Warpskala

Warpskala
5 10 0 1
5/10
Total Score

Positiv

  • Gelungener, anderer Beginn
  • Interessantes Ende

Negativ

  • Zu viel gewollt
  • Peanut Hamper für Plan nicht die richtige Figur
Götz Piesbergen
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