Noch ein paar Abzeichen mehr sorgt für jede Menge Wiedersehen.

Viele Wiedersehen

Badgey (Jack McBrayer) wird gemeinsam mit einigen Trümmern von einem Drookmanischen Schiff aufgesammelt. Wo er dann auch sofort den Captain übernimmt und so das Kommando an sich reißt. Sein Ziel ist klar: Rache an Sam Rutherford (Eugene Cordero), seinem “Vater”.

Derweil wird ein Schiff der Binären vernichtet. Doch anders als zuvor gibt es jetzt potentielle Hinweise. Agimus (Jeffrey Combs), der bösartige Computer, der einst von (Jack Quaid) Boimler reingelegt wurde, hat das Geschehen eventuell beobachtet, weshalb die Föderation ihn unter Beobachtung freilässt. D’Vana Tendi (Noël Wells) und Brad Boimler sollen auf ihn aufpassen. Doch in Wahrheit ist dies ein perfider Plan von der KI und seiner Freundin Erdnuss Snackbox (Kether Donohue), um freizukommen und auf einem kleinen, abgelegenen Planeten die Macht zu übernehmen.

Noch ein paar Abzeichen mehr ist eine Episode, in der es nicht nur jede Menge Wiedersehen gibt, sondern auch eine Entwicklung, in der der Hauptplot der aktuellen Staffel weitergeführt wird. Es gibt also Neues in Sachen Raumschiff, das aus dem Nichts andere Schiffe angreift und vernichtet.

Erwarte das Unerwartete

Dabei ist das auch eine Folge, in der stets das Unerwartete passiert. Wiederholt wird man von einem Plottwist überrascht, derweil sich gleichzeitig Spannung und Humor immer wieder abwechseln. Mit dem Endergebnis, dass dies eine der besten Episoden der ganzen Serie ist.

Zunächst gibt es in Noch ein paar Abzeichen mehr einige Wiedersehen zu feiern: Badgey war zuletzt in dem Finale der dritten Season, Die Sterne in der Nacht, kurz zu sehen, als man in einer Postcreditszene sah, wie er und die Überreste von Rutherfords Implantat von jemand damals Unbekanntem hochgebeamt wurden. Das wird in dieser Folge aufgegriffen. Erdnuss Snackbox (Peanuts Hamper im Original) hingegen hatte in Eine mathematisch perfekte Vergeltung ihren letzten Auftritt, während man Agimus vor allem aus Wo die Lust’Gen Quellen liegen kennt.

Man merkt dieser Folge an, dass der Fokus vor allem auf den Gastcharakteren liegt. Die Hauptcharaktere von Lower Decks werden zwar auch in die Handlung der Episode involviert, aber sie bestimmen nicht den Fortlauf, noch werden ihre jeweils eigenen, persönlichen Subplots weiterentwickelt.

Viele hinreißende Plottwists

Doch das ist kein Manko. Denn Noch ein paar Abzeichen mehr macht einfach jede Menge Spaß. Nicht nur, weil hier diese drei großartigen Charaktere auftauchen und den Zuschauer in ihren Bann ziehen, sondern auch, weil es spannend ist zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln und was mit ihnen geschieht.

Die Beziehung zwischen Agimus und Erdnuss Snackbox beispielsweise ist grandios. Hier sieht man zwei Figuren, die in ihrer Bösartigkeit zueinandergefunden haben. Von Anfang an wird dabei klar gemacht, dass die beiden nichts Gutes vorhaben, dass sie den biologischen Lebensformen etwas vortäuschen, um erneut ihre Freiheit zu bekommen, um wieder ihre bösen Pläne fortzuentwickeln.

Was allerdings, und das wird in Noch ein paar Abzeichen mehr klar, die angeblich Betrogenen wissen. Es ist schön zu sehen, wie die Episode die Intelligenz von Brad Boiler und D’Vana Tendi respektiert und diese zwei ebenfalls ihre eigenen geheimen Pläne haben, um mehr herauszufinden, was beispielsweise Agimus plant. Der Lohn der Mühe ist ein Plot, in dem man Sympathien für die KI entwickelt, als diese feststellt, dass sie reingelegt wurde, dass sie, die andere belügt und betrügt, selber belogen und betrogen wurde. Wieso, weshalb und warum Erdnuss Snackbox das gemacht hat, wird am Ende der Folge enthüllt und ist dann ein weiterer hinreißender Plottwist.

Die gute und die böse Seite

Das Wiedersehen zwischen Sam Rutherford und seinem „Kind“ Badgey braucht dabei den Vergleich mit der anderen Handlung nicht zu scheuen. Hier hat man es mit einem Katz-und-Maus-Spiel zu tun, wo der Ingenieur verzweifelt an die gute Seite des Hologramms appelliert, die sich daraufhin von der Bösen abspaltet.

Und das ist in Noch ein paar Abzeichen mehr nicht der einzige Plottwist. Auch hier geschieht stets das Unerwartete; hat man immer das Gefühl, dass Dinge nicht so sind, wie sie zu sein scheinen. Dabei entwickelt sich Badgey immer mehr zu einer enormen Bedrohung, die nichts und niemand aufhalten kann. Bis er am Ende eine Entwicklung durchläuft, die für ihn und alle anderen alles auf den Kopf stellt.

Anders als noch bei Boiler und Tendi hegt Rutherford keine Hintergedanken. Er möchte nur seine Freunde schützen, die Gefahr laufen, von Badgey abgeschossen zu werden. Eine einfache Motivation, die aber großartig umgesetzt wird.

Positive Erschöpfung

Am Ende von Noch ein paar Abzeichen mehr ist man wie erschöpft. Die Episode ist eine 25-minütige Achterbahnfahrt, bei der der Zuschauer von dem Geschehen gefesselt und überwältigt ist. Aber man wird von der ersten bis zur letzten Minute auch bestens unterhalten. Und am Ende wird der Plot mit dem mysteriösen Raumschiff nochmal um eine Nuance erweitert, mit der man so überhaupt nicht gerechnet hat.

Noch drei Episoden, bis die aktuelle Staffel vorbei ist. Und schon jetzt kann man es kaum erwarten, wie es weitergehen wird. So macht Star Trek, so macht Lower Decks Spaß!

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Götz Piesbergen
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