Picard und seine Freunde stehen in Dominion mit dem Rücken zur Wand.

Eine unerwartete Wiederbegegnung

Seven of Nine (Jeri Ryan) versucht, ihren alten Freund Tuvok (Tim Russ) um Hilfe zu bitten, doch es stellt sich heraus, dass auch der mittlerweile durch einen Formwandler ersetzt worden ist. Damit gehen der Rest-Crew der Titan langsam die Optionen aus. Weshalb sie sich zu einer Verzweiflungstat entschließen.

Sie locken Vadic (Amanda Plummer) an Bord ihres Schiffes und trennen sie und ihre Kameraden nach und nach voneinander. Danach, so der Plan, wollen Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) und Beverly Crusher (Gates McFadden) mit der Formwandlerin reden. Doch am Ende laufen Dinge nicht so wie geplant, als Geordi  (LeVar Burton) in seiner eigenen Verzweiflung den Körper von Data/Lore (Brent Spiner) ans Netzwerk des Schiffes anschließt. Woraufhin das Chaos ausbricht, als die falsche Persönlichkeit der beiden die Kontrolle übernimmt.

Einen besseren Anfang hätte Dominion nicht wählen können. Ohne, dass man es zuvor ahnte, sieht man einen Gastauftritt von Tuvok, dem – nach Spock – vermutlich beliebtesten Star Trek-Vulkanier. Wunderbar, wie dieses scheinbare Aufeinandertreffen zweier Bekannter inszeniert wird, inklusive einem kleinen Einsprengsel der Voyager-Titelmelodie. Und dann wird dem Zuschauer förmlich der Boden unter den Füßen weggezogen, als sich zeigt, dass er ein Formwandler ist. Womit auch der Tonfall für den Rest der Folge festgelegt ist.

Nachvollziehbarer Hass

Durch die Enttarnung wird klar, dass die Crew der Titan auf sich allein gestellt ist. Sie haben keine Alliierten oder Freunde, die sie von außerhalb um Hilfe bitten können. Denn, wie man in dieser Szene wunderbar gesehen hat, es sind selbst die Leute, denen man normalerweise problemlos vertrauen könnte, inzwischen schon ersetzt worden. Weshalb sich die Frage stellt, wie tief die Infiltration mittlerweile in die Föderation und Sternenflotte eingedrungen ist.

Dabei enthüllt Dominion ebenfalls, dass der wahre Drahtzieher hinter den Plänen von Vadic und ihren Formwandelkollegen überraschenderweise kein Angehöriger ihrer Spezies ist. Wer auch immer hinter diesem Gesicht steckt, er oder sie scheint auf die Gestaltenwandler mit Verachtung zu schauen. Und besitzt anscheinend ebenso eine Art Kontrolle über deren Körper, wodurch er sie quasi an der Leine lässt und so ebenfalls so unter Druck setzen kann, dass sie spuren müssen.

Es ist nicht die einzige interessante Enthüllung, die es in der Folge gibt. Denn man erfährt ebenso einiges über den Ursprung der weiterentwickelten Formwandler. Und wie es scheint, ist die Föderation an deren Entstehung nicht ganz unschuldig. Aber auf diese Weise leuchtet dann auch ein, wieso sie die Solids, die Monoformen, wie Vadic ja Picard und Co verächtlich bezeichnet, so sehr hassen. Schließlich haben sie diese sie und ihre Geschwister gequält, gefoltert und an ihnen experimentiert.

Gewissensbisse

Ein weiteres Mysterium, das in Dominion nicht geklärt wird, ist das von Jack Crusher und seinen besonderen Fähigkeiten. Zu denen jetzt auch auf einmal eine Art von Telepathie gehört, die sich dadurch bemerkbar macht, dass seine Augen auf einmal rot leuchten. Und anscheinend ist diese Gabe übertragbar. Es ist immer noch unklar, woher er diese Fähigkeiten hat. Ob er überhaupt ein Mensch ist. Aber das wird, vermutlich, die nächste Episode klären.

Ein weiteres Highlight ist natürlich auch der Auftritt von Data/Lore. Wie Brent Spiner den Wechsel zwischen den beiden Persönlichkeiten darstellt, ist grandios. Und einmal mehr zeigt sich, dass von ihnen beiden Lore derjenige ist, der auf die Menschen mit Verachtung schaut, was sogar soweit geht, dass er im finalen Akt der Episode deren Pläne bewusst sabotiert.

Dominion ist aber auch eine Folge der Gewissensbisse, der emotionalen Nöte. Zum Beispiel als Beverly eine Möglichkeit findet, die Formwandler aufzuspüren, dies sie allerdings an einen Genozid denken lässt. Oder wenn Geordi das Für und Wider einer Modifizierung von Datas Gedächtnis erwägt, um Lore zu entfernen, er aber weiß, dass er dadurch schlimmstenfalls ebenso einen alten Freund verlieren könnte, der erst eben unverhofft wieder zurückgekommen ist. All dies ist grandios und wunderbar gespielt.

Es wird spannend werden

Die nächste Episode wird auf jeden Fall spannend werden. Weil dann ein wichtiges Geheimnis über Jack enthüllt wird. Bislang gab es ja nur Andeutungen, weshalb umso schöner sein wird, endlich Konkretes zu erfahren.

In jedem Fall ist Dominion eine weitere phantastische Picard-Episode.

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Warpskala

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10 10 0 1
10/10
Total Score

Positiv

  • Überraschender Auftritt von Tim Russ
  • Data/Lore
  • Hintergründe des Hasses der Formwandler
Götz Piesbergen
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2 Gedanken zu „Review: Star Trek Picard 027 – Dominion“

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