Während die Galaktische Republik langsam wächst, tobt im Sith-Imperium ein erbitterter Kampf um die Nachfolge des verstorbenen Marka Ragnos.

Das goldene Zeitalter der SithDie Handlung

Die Jedi Odan-Urr und Memit Nadill helfen der Kaiserin Teta, das Koros-System zu vereinigen. Diesem Vorhaben steht lediglich eine Gruppe Rebellen auf dem Planeten Kirrek im Wege, doch mit Hilfe der Jedi-Kampfmeditation kann der Kampf schnell ohne allzu große Verluste beendet werden. Zu den Opfern zählen indes die Eltern von Gav und Jori Daragon, welche bei einer Waffenlieferung an die Rebellen ins Kreuzfeuer geraten und abgeschossen werden.

Um sich über Wasser zu halten, suchen Gav und Jori mit der Starbreaker 12 nach neuen Hyperraumrouten, von deren Nutzung sie als Entdecker profitieren würden. Leider verläuft die Kartierungsmission nicht sonderlich gut und die einzige Abkürzung, die sie finden, ist lebensgefährlich. Nachdem ein trandoshanischer Gangsterboss ein Handelsschiff durch die neue Route verloren hat, lässt er ein Kopfgeld auf die Geschwister aussetzen. Diese stehen zu allem Übel auch noch beim Hutten Aarrba in der Kreide und so bleibt ihnen nur, ihr defektes Schiff aus dessen Werkstatt zu entwenden und das Weite zu suchen.

Auf ihrer Flucht gibt Jori willkürlich Koordinaten ein, welche die beiden nach Korriban führen. Dort haben sich vor Äonen dunkle Jedi niedergelassen und sich mit den einheimischen Sith vermischt. Gerade als die Geschwister eintreffen, findet die Begräbniszeremonie von Marka Ragnos statt. Dieser war der letzte dunkle Lord der Sith und hinterlässt nun ein Machtvakuum.

Ludo Kressh, der die Zeremonie leitet, wird nicht nur von der Ankunft der zwei Fremden gestört, sondern ebenso von Naga Sadow, der wie er Anspruch auf den Thron erhebt. Während Kressh das Sith-Imperium weiterhin isoliert halten möchte, um das zu bewahren, was Ragnos geschaffen hat, drängt Sadow auf Expansion. In Gav und Jori sieht er eine Chance und so rettet er sie vor der Hinrichtung, die sein Kontrahent angeordnet hat, um die Sith weiterhin vor der Republik zu verbergen.

Die Entführung der beiden aus dem Gefängnis von Ziost lässt Sadow wie das Werk der Republik aussehen, ebenso die Entwendung der Starbreaker 12, mit der er Jori zurück in ihre Heimat schickt. Schlussendlich kann Ludo Kressh die Täuschung jedoch durchschauen und verbündet sich mit anderen Sith Lords zu einem Angriff auf Sadows Festung. Diese dient jedoch nur der Ablenkung, während Nagas eigentliche Truppen auf der dunklen Seite eines Mondes stationiert sind. Kressh geht ihm in die Falle und auch Joris Flucht zurück in die Republik ist Teil eines größeren Plans.

Da Jori und ihr Bruder machtsensitiv sind, unterrichtet der Sithlord Gav in den Künsten der dunklen Seite. Sein Ziel ist es, die Republik und damit den Rest der Galaxis zu erobern. Dort ahnt man jedoch nichts von den Sith, denn die dunklen Jedi von einst sind zu einem Mythos geworden. So hört auf Coruscant auch niemand auf die Warnungen von Odan-Urr, der eine finstere Machtvision von der Zukunft hatte.

Rezension von Jedi-Chroniken: Das Goldene Zeitalter der Sith

Die Jedi-Chroniken führen die Leserschaft in eine Zeit rund 5.000 Jahre vor der Schlacht von Yavin zurück. Doch obwohl diese Comicreihe damit die bisher ältesten Geschichten erzählt, reicht die Historie der Jedi und der Sith noch viel weiter zurück. So ist aus der Handlung zu erfahren, dass die ersten Sith die Nachfahren von dunklen Jedi sind, welche abermals vor Jahrtausenden ins Exil gegangen sind.

Interessant ist vor allem, dass die Sith ursprünglich eine indigene Spezies auf Korriban waren. Mit der dunklen Seite kamen sie erst bei Ankunft der dunklen Jedi in Berührung, welche sie als Götter verehrten. Die meisten Sith wurden versklavt, andere vermischten sich mit den verbannten Jedi. Das hört sich wie eine präastronautische Lesart der Bibel an, in der sich herabgestiegene Engel ebenfalls mit irdischen Menschen vermischten und dabei die riesenhaften Nephilim hervorbrachten.

Eine derartige Inspirationsquelle dürfte nicht weiter überraschen, da bereits das Konzept der Macht auf der chinesischen Lebensenergie des Chi basiert. Das ist aber völlig legitim, da so ziemlich jeder Science-Fiction-Epos auf irdischen Mythen, Kulturen und Geschichten basiert. Das Erfrischende an Star Wars ist die ungewöhnliche Perspektive auf die Präastonautik, da sich die Kontakte der vermeintlichen Götter mit unterentwickelten Zivilisationen nicht auf der Erde abspielen, sondern auf Welten wie Korriban oder Endor.

Yavin IV spielt dabei ebenfalls eine Rolle, da dort die Ruinen der der untergegangenen Massassi-Kultur zu finden sind. In den Jedi-Chroniken sind die Massassi noch sehr präsent und bilden die Kriegerkaste der Sith. Dieser bedient sich Naga Sadow, um Ludo Kressh und die anderen Sith-Lords niederzuringen. Bevor er zum Krieg gegen die Republik blasen kann, muss er sich nämlich erst mal zum Herrscher über das Sith-Imperium aufschwingen.

Sein Erzrivale Kressh ist dabei zwar nicht minder unsympathisch, doch mit ihm wäre der Galaxis viel Leid erspart geblieben. Ludo liegt nämlich mehr am Fortbestand eines stabilen Sith-Imperiums als einer Expansion. Das ist fast schon weise, denn jedes Imperium, das nach absoluter Herrschaft gestrebt hat, ist bisher untergegangen. Doch das ist Stoff für den nächsten Band.

Stilistisch ist dieser Exkurs in die Frühgeschichte der Jedi und Sith ein mittelprächtiges Vergnügen. Alles wirkt sehr alt, geradezu prähistorisch alt. Die meisten Raumschiffe haben noch Solarsegel und wirken damit wie altertümliche Segelboote. Auf Coruscant befinden sich gerade Pyramiden im Bau, was ein wenig zu stark an das antike Ägypten angelehnt ist. Außerdem sind Pyramiden eher typisch für die Sith, wenn man z. B. an deren Holocrone denkt. Zur Republik passt das nicht wirklich, ebenso wie die Skyline von Coruscant, die an ein auf Mittelalter gestyltes Gotham erinnert.

Besser wäre es gewesen, sich bei der Architektur und Technologie an Stilen des 20. Jahrhunderts zu orientieren. Immerhin handelt es sich sowohl bei der Republik als auch beim Sith-Imperium um raumfahrende Zivilisationen und nicht um Steinzeitkulturen. Einige Raumschiffe sehen zudem fast schon organisch aus, als seien sie aus Holz gebaut. Der Stil hat zwar etwas für sich, es mangelt ihm jedoch an Glaubwürdigkeit.

Die Zeichnungen sind bei alledem ebenfalls eher im Mittelfeld anzusiedeln. Vor allem der Prolog ist echt kein Vergnügen, denn der Detailgrad ist recht niedrig und die Charaktere sind sehr kantig. Die Hände sehen teils wie Schaufeln aus. Zum Glück wurde nach dem Prolog der Zeichner ausgewechselt, sodass sich das Niveau nach den ersten Seiten deutlich hebt. Die Gesichter sind weicher und die Charaktere daher besser wiederzuerkennen. Der Detailgrad insgesamt entwickelt sich zum Besseren.

Durchgehend schwach ist derweil die Koloration. Die Farben sind komplett entsättigt und sehr dezent. Vielleicht ein bewusstes Stilmittel, um den Comic alt wirken zu lassen. Allerdings wird dadurch eine Chance verpasst, dieser frühen Ära Leben einzuhauchen. Die Farbauswahl wirkt oft unnatürlich, außerdem gibt es weder Leucht- noch Glanzeffekte. Die Bilder fesseln einen einfach nicht für längere Zeit, womit sie der hochinteressanten Handlung leider nicht gerecht werden. Wie es besser hätte gehen können, zeigen die farbenfrohen Covermotive.

Fazit

Es heißt, es sei nicht alles Gold, was glänzt. Beim Zeitalter der Sith trifft dies jedoch nur auf die matten Farben zu. Die Geschichte selbst ist definitiv Gold wert und bietet einen tiefen Einblick in eine wirklich längst vergangene Zeit. Wer sich für die Antike des Star Wars-Universums interessiert, muss diese Comicreihe einfach lesen. Erschienen ist Das Goldene Zeitalter der Sith u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 76 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Info

Autor: Kevin J. Anderson
Zeichner: Dario Carraco jr. & Chris Gossett
Farben: Perry McNamee & Pamela Rambo
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

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7 10 0 1
  • Story
    10/10
  • Zeichenstil
    6/10
  • Koloration
    4/10
7/10
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