Der Sith-Krieg
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Review: Star Wars – Jedi-Chroniken: Der Sith-Krieg

Lesezeit circa: 8 Minuten

Die einstigen Jedi Exar Kun und Ulic Qel-Droma entfachen einen Vernichtungskrieg gegen die Galaktische Republik.

Der Sith-KriegDie Handlung

Ulic Qel-Droma macht sich zunehmend von seinem dunklen Meister unabhängig. Er besiegt den Mandalore im Zweikampf und zieht fortan mit dessen Heer in die Schlacht. Gemeinsam zerstören sie die republikanischen Schiffswerfen bei Foerost und erbeuten die im Bau befindlichen Kreuzer. Dann übernimmt sich Ulic jedoch, als er Coruscant direkt angreift. Zwar geht seine Strategie zunächst auf, doch wird er von seiner Partnerin Aleema verraten und daraufhin gefangen genommen.

Exar Kun wirbt in der Zwischenzeit unter den jungen Jedi um Anhänger. Nachdem er Odan-Urr getötet hat, bringt er eine kleine Gruppe nach Yavin IV, wo er sie mittels eines Rituals mit Geistern verstorbener Sith infiziert und so auf die dunkle Seite zieht. Als er von Ulics Gefangennahme hört, fliegt er nach Coruscant, wo er den Senat hypnotisiert und den Kanzler sowie Jedimeister Vodo vor versammeltem Publikum tötet.

Anschließend befiehlt Kun seinen neuen Schülern, deren alte Meister zu ermorden. Mit Ausnahme von Meister Thon fallen auch alle der Säuberung zum Opfer. Thon überlebt, da er während des Attentats nicht alleine ist. Ihm stehen Sylvar und Nomi Sunrider zur Seite. Nach dem misslungenen Attentat kann sich sein einstiger Schüler Oss von der dunklen Seite befreien, während Crado zu Exar Kun zurückfliegt. Dieser duldet jedoch kein Versagen und schickt ihn auf eine Mission ohne Wiederkehr.

Auf die gleiche Mission wird auch Aleema vom befreiten Ulic geschickt. Dieser gibt vor, nichts von ihrem Verrat zu wissen, sodass sie die Mission nicht infrage stellt. Mit einer antiken Sith-Waffe zerstört sie ein ganzes Sternensystem und damit auch sich selbst und Crado. Leider sterben einige Jedi ebenfalls, die Aleema aufhalten wollten. Der Rest der Jedi muss die nahe Welt Ossus evakuieren, bevor die Schockwelle eintrifft und alles zerstört.

Auf Ossus gelingt es Exar Kun, im Chaos einige Jedi-Artefakte an sich zu bringen. Ulic wird derweil von seinem Bruder Cay gestellt. Erst als er diesen im Zweikampf tötet und seine einstige Geliebte Nomi ihn von der Macht abschneidet, erkennt er seinen Fehler und sagt sich von der dunklen Seite los. Sein dunkler Meister unterliegt indessen einem Gegenangriff der Jedi auf Yavin IV. Die Massassi werden dabei ausgelöscht und Kun an einen dunklen Ort verbannt.

Die nunmehr führungslosen Mandalorianer werden zwischenzeitlich in der Schlacht von Onderon besiegt und flüchten auf den Mond Dxun, wo der Mandalore der einheimischen Fauna zum Opfer fällt. Ein anderer nimmt seinen Platz ein und leitet die Überlebenden fortan im Exil.

Rezension von Jedi-Chroniken: Der Sith-Krieg

Im fünften Band zeigt sich wieder einmal sehr schön, dass das Streben nach absoluter Macht am Ende jedes Imperium zu Fall bringt. Zudem haben die Sith die Angewohnheit, auch untereinander Krieg zu führen. Ulic missachtet die Befehle seines Meisters und greift immer größere Ziele an, um seine Position zu heben. Aleema, die sich passenderweise mit Schlangen schmückt, intrigiert gegen ihn, während Exar Kun seinen Fokus auf die Zerstörung des Jedi-Ordens legt. Jeder will der Größte sein – so kann kein Teamwork zustande kommen. Kein Wunder, dass Darth Bane später die Regel der Zwei aufgestellt hat, wobei selbst das noch einer zu viel ist.

Bevor alles endet, wie es nun mal enden muss, richten die Sith aber noch viel Schaden in der Galaxis an. Etwas irritierend ist dabei, wie leicht Exar Kun einige junge Jedi von seinen Irrlehren überzeugen kann. Zwar sind die Massen durchaus leicht zu manipulieren, wie sich das auch in der Realität bei dunklen Mächten wie den Nazis gezeigt hat, aber hier ist die Rede von Jedi. Gut ausgebildete Schüler sollten spüren, wenn die dunkle Seite der Macht im Spiel ist. Stattdessen reagieren sie wie bildungsferne Durchschnittsbürger.

Vor allem die Wandlung von Oss Wilum ist extrem unglaubwürdig. Zwar begeht er das Attentat auf seinen alten Meister Thon unter Kontrolle von Sith-Geistern, doch warum ist er Exar Kun überhaupt nach Yavin IV gefolgt? In den letzten beiden Bänden wirkte sein Charakter durchaus gefestigt.

Crado handelt sogar noch dümmer. Obwohl er als einziger Mitläufer Exar Kuns nicht von einem Sith-Geist besessen ist, nimmt er am Attentat auf Meister Thon teil. Dabei hält ihn nicht mal die Anwesenheit von seiner einstigen Gefährtin Sylvar von seinem Tun ab, und anschließend wundert er sich noch, dass sie ihn kratzt. Statt spätestens hier wachgerüttelt zu werden und zu bereuen, kriecht er wieder vor Exar Kun zu Kreuze. Offenkundig spürt er dessen negative Intentionen nicht und lässt sich von ihm auf eine Selbstmordmission schicken. Crado ist mit Abstand der schwächste Charakter dieser Geschichte, was die Frage aufwirft, wie er überhaupt zu einer Jedi-Ausbildung zugelassen werden konnte?

Ulics Schicksal ist derweil am tragischsten, da er alles verliert. Erst wird er verraten, dann tötet er seinen eigenen Bruder und wird von der Macht abgeschnitten. Am Ende ist er weder ein Sith noch ein Jedi und zu seiner einstigen Geliebten Nomi kann er auch nicht zurück. Er hat wirklich alle enttäuscht, einschließlich sich selbst. Zumindest wendet er sich zum Ende von Exar Kun ab, der schlichtweg bekommt, was er verdient. Allerdings lebt sein Geist bekanntlich fort und wird in ferner Zukunft neues Unheil bringen.

Das Unheil in dieser Ära ist bereits enorm, denn ein ganzes Sternensystem ist ausgelöscht. Wie die Schockwelle der Katastrophe Ossus jedoch in nur wenigen Stunden erreichen kann, ist fraglich. Immerhin umkreist die Jedi-Welt eine andere Sonne, liegt also einige Lichtjahre entfernt. Selbst wenn sich die Schockwelle der Sternenexplosionen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten würde, müsste sie zumindest Monate brauchen, was Zeit genug für eine Evakuierung lassen würde.

Der hölzerne Jedi Ood, der irgendwie an Groot erinnert, opfert sich bei Ankunft der Strahlenfront, um ein paar antike Lichtschwerter zu retten, was zwar irgendwie rührend ist, aber nicht ganz dem Geist der Jedi entspricht, da es um vergängliche materielle Dinge geht. Sein Tod zeigt jedenfalls, wie heftig die Zerstörung ist. Jedes Leben auf Ossus wird verbrannt, was die Frage aufwirft, wie der Planet binnen nur weniger tausend Jahre wieder bewohnbar sein kann? Immerhin wird er dereinst wieder eine Heimstatt der Jedi werden.

Etwas geradliniger ist da schon die Vorgeschichte der Mandalorianer, die es auf Onderons Mond Dxun verschlägt. Diese tauchen u. a. im PC-Spiel Knights of the Old Republic II wieder auf. Der Mond Yavin IV wird unterdessen zu dem verlassenen Ort, den Fans aus Episode IV: Eine neue Hoffnung kennen.

Optisch kann der fünfte Band der Reihe weitestgehend überzeugen. Der Detailgrad ist deutlich höher als im letzten Band, schwankt aber zuweilen, obwohl er aus der Hand eines einzigen Zeichners stammt. Gelungen sind vor allem die Posen und Hände, die Gesichter sind dagegen mal gut getroffen und mal etwas zu kantig. Insgesamt kann sich der Comic aber sehen lassen.

Die Koloration hat sich ebenfalls verbessert. Vor allem die Himmel haben realistische Farbverläufe und auch auf der Kleidung der Charaktere erzeugen Farbverläufe ein angemessenes Spiel von Licht und Schatten. Bei Gesichtern ist diese Technik nur teilweise umgesetzt, zuweilen sind diese noch vollflächig in einer Farbe gehalten. Gleiches gilt für zahlreiche Hintergrunddetails, die noch sehr eintönig sind. Der Gasriese Yavin hat zwar leichte Schattierungen, sieht aber immer noch aus wie eine Sonne mit Krakelee. Etwas kurios ist zudem Meister Vodos Ankunft auf Coruscant. Der Jedi hat stets eine knallrote Hautfarbe, nur auf einem Bild ist er plötzlich grellgrün.

Fazit

Die Handlung ist etwas geradliniger und daher auch nachvollziehbarer als im Vorgängerband. Zudem verschmelzen die Handlungsstränge wieder zunehmend mit dem Rest des erweiterten Star Wars-Universums. Sieht man einmal von einigen physikalischen Unmöglichkeiten ab, zu denen u. a. der niedrige Orbit von Onderons Mond Dxun zählt, der bei einer solch dichten Annäherung eigentlich auf den Planeten stürzen müsste, funktioniert so weit alles.

Die grafische Umsetzung macht ebenfalls einen großen Schritt nach vorn und ist nicht mehr allzu weit von den heutigen Möglichkeiten entfernt. Wer mehr über die Frühgeschichte des Star Wars-Universums erfahren möchte, ist mit diesem Band gut beraten und wer einmal mit den Jedi-Chroniken angefangen hat, kommt ohnehin nicht darum herum. Erschienen ist Der Sith-Krieg u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 102 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Info

Autor: Kevin J. Anderson
Zeichner: Dario Carrasco jr.
Farben: Rachelle Menashe & Pamela Rambo
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

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7 10 0 1
  • Story
    7/10
  • Zeichenstil
    6/10
  • Koloration
    6/10
7/10
Total Score

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