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Darth Vader muss sich mit Prinz Xizor von der Schwarzen Sonne herumschlagen.

Schatten des ImperiumsHandlung

Während Luke, Leia, Lando und Chewbacca Pläne schmieden, wie sie Han Solo aus den Klauen des Kopfgeldjägers Boba Fett befreien, hat der einigen Ärger mit anderen Vertretern seiner Zunft, die ihm die Beute abjagen wollen. Obendrein haben es bald auch Kopfgeldjäger auf Luke Skywalker abgesehen. Die einen, die von seinem Vater beauftragt wurden, wollen ihn lebend, die anderen, die im Auftrag von Prinz Xizor handeln, hätten ihn lieber tot.

Xizors Verbrecherorganisation Schwarze Sonne hat gerade einen Deal mit dem Imperator laufen, der dringend mehr Nachschub an Rohstoffen für den Bau des zweiten Todessterns braucht. Darth Vader kann den Kriminellen jedoch nicht ausstehen, weshalb dieser sich in den Kopf gesetzt hat, den dunklen Lord mit dem Tod seines Sohnes zu brüskieren. Xizor stellt Luke eine Falle, indem er den Rebellen eine Zusammenarbeit anbietet. Leia geht darauf ein, nicht wissend, dass der Falleen sie mit seinen Pheromonen gefügig machen kann. Zum Glück hat sie Chewbacca dabei, der Hilfe holt.

Luke bekommt es unterdessen erst auf Tatooine mit Jabbas Kopfgeldjägern zu tun, die ihm nach dem Leben trachten. Diese haben jedoch keinen Erfolg, da Vader den Söldner Jix angeheuert hat, Jabbas Organisation zu infiltrieren und dafür zu sorgen, dass Luke am Leben bleibt. Kaum ist dieser von Tatooine entkommen, lauern ihm bei Kothlis die nächsten Kopfgeldjäger auf. Diesmal welche von der Sorte, die für seinen Vater arbeiten. Zwar kann er ihnen mithilfe der Macht und seines Freundes Lando entkommen, doch erleidet die Mission, an Unterlagen über den Bau des zweiten Todessterns zu kommen, durch den Überfall der Kopfgeldjäger weitere Opfer unter den Bothanern.

Zusammen fliegen Luke und Lando nach Coruscant, um Leia zu retten. Der Schwarzen Sonne entkommen sie durch den Einsatz eines Thermaldetonators, dessen Zünder auf fünf Minuten eingestellt ist. Dies lässt Xizor keine andere Wahl, als den Rückzug anzutreten. Seine Leute versuchen, die Flüchtigen im Orbit zu erledigen, doch dort funkt Darth Vader dazwischen und zerstört Xizors Raumbasis Skyhook.

Rezension von Schatten des Imperiums

Schatten des Imperiums füllt die Lücke zwischen Episode V und VI. Ähnlich wie später in Krieg der Kopfgeldjäger versuchen auch hier Boba Fetts Konkurrenten, ihm die Beute streitig zu machen. Allen voran IG-88, Bossk, Zuckuss und 4-LOM. Nur Dengar fehlt irgendwie. Dafür gibt es einige neue Kopfgeldjäger, die sterben dürfen. Die Hauptcharaktere müssen wegen des Kanons geschont werden, wobei IG-88 und 4-LOM in Stücke geschossen werden dürfen, da sie sich selbst reparieren können. Wie Bossk jedoch den Angriff auf sein Raumschiff überlebt hat, ohne bei der Explosion ins All gesaugt zu werden, gibt Rätsel auf. Er kriegt nicht mal einen Kratzer ab und schafft es dann sogar noch, vor Boba Fett auf Tatooine einzutreffen.

Dass Fett den in Karbonit eingefrorenen Han Solo am Ende bei Jabba abgibt und das Kopfgeld einstreicht, ist absehbar, denn das ist durch Die Rückkehr der Jedi-Ritter so vorgegeben. Nichtdestotrotz wirkt die Story wie ein konstruierter Lückenfüller, wobei dieser zumindest nicht so ausschweifend wie Krieg der Kopfgeldjäger ist. Im Gegensatz dazu ist auch nicht die Verbrecherorganisation Crimson Dawn in die Jagd auf Han Solo involviert, denn die war zum Erscheinen des Comics im Jahr 1996 noch nicht erdacht. Stattdessen führte Lucasfilm damals die Schwarze Sonne ein, die hier einen zweiten Handlungsstrang ausmacht, der sich parallel zu Boba Fetts Ärger mit Han Solo abspielt.

Schatten des Imperiums ist dabei Teil eines größeren Handlungsbogens, der weiterhin einen Roman sowie ein Video- und Rollenspiel umfasst. Es gibt sogar Merchandise wie Actionfiguren von Prinz Xizor. Dieser wird im Comic ausführlich charakterisiert und erinnert mit seinen Pheromonen und der grünen Hautfarbe ein wenig an die Orionerinnen aus Star Trek. Andere neue Figuren kommen im Comic etwas zu kurz. Darunter Dash, der als Söldner eher halbherzig für die Rebellen kämpft und am Ende scheinbar stirbt. Die Handlung wäre auch ohne diesen Charakter ausgekommen.

Was dieser Band der Reihe Krieg der Kopfgeldjäger auf jeden Fall voraus hat, ist ein stärkerer Bezug zu Episode VI. So wird hier erklärt, wie die Bothaner an die Unterlagen des zweiten Todessterns gelangt sind, auch wenn diese Version der Geschichte kein Kanon und Luke Skywalker nur in den Legends daran beteiligt ist. Weiterhin wird gezeigt, wie Leia an die Verkleidung gekommen ist, mit der sie später als vermeintlicher Kopfgeldjäger Jabbas Palast aufsucht. Um sie unerkannt nach Coruscant zu bringen, übergibt ihr die Schwarze Sonne die Kleidung von Boushh, einem verstorben Kopfgeldjäger, der einst für die Organisation gearbeitet hat, bis er in Ungnade gefallen war. Chewbacca erhält derweil zur Tarnung einen neuen Haarschnitt, bei dem man sich jedoch fragt, wie sein Haupthaar so schnell nachwachsen kann, dass er bei der Rettungsaktion auf Tatooine wieder wie zuvor aussieht?

Weitere Fragen werfen Prinz Xizors Palast auf Coruscant sowie seine Station Skyhook im Orbit auf. Wie kann es sein, dass Palpatine es einer Verbrecherorganisation gestattet, im Herzen seines Imperiums Fuß zu fassen? Es wäre eine Sache, wenn die Schwarze Sonne in Coruscants Unterwelt aktiv ist, aber ein opulenter Hauptsitz direkt an der Oberfläche ist höchst unglaubwürdig. Und warum lässt Xizor Leia durch ein Geflecht von Tunneln in seinen Palast bringen, wenn dieser doch gar nicht verborgen, sondern für jedermann gut sichtbar ist?

Die Handlung an sich weist ebenfalls mehrere Schwächen auf. Zum einen hat Xizor einen lukrativen Deal mit dem Imperator abgeschlossen. Dieser weiß längst von Luke und hat bereits Pläne für diesen. Darth Vader hält sowieso die schützende Hand über seinen Sohn. Warum riskiert der Falleen seine Geschäftsbeziehung mit dem Kopfgeld auf Luke? Am Ende bezahlt er dafür sogar mit seinem Leben. Das ist einfach nur dumm!

Noch unglaubwürdiger ist, wie leicht Luke und Lando in Xizors Palast eindringen können. Chewbacca hat der Verbrecherlord zwar noch absichtlich entkommen lassen, um Luke in eine Falle zu locken, und ebenso gelingt die Flucht danach mit einem Thermaldetonator. Aber so weit hätte es gar nicht kommen müssen, wenn Xizors Leute zahlreicher und besser ausgebildet wären. Kaum zu glauben, dass die Schwarze Sonne die gefährlichste Verbrecherorganisation der Galaxis sein soll. Im Comic spürt man davon nichts!

Jabbas Gangster lassen sich ebenfalls allzu leicht von Jix übertölpeln. Da es sich ausnahmslos um Charaktere handelt, die nicht in den Filmen vorkommen, ist ihr Ableben irgendwie vorprogrammiert, doch deshalb muss es ja nicht gleich beliebig sein. Am Ende ist der Zwist zwischen den Kopfgeldjägern noch der glaubwürdigste Part.

Die grafische Umsetzung ist schlussendlich ebenfalls recht durchwachsen. Die Figuren sind mal mehr, mal weniger gut getroffen. Immerhin Luke und Leia sind meist wiedererkennbar, bei Darth Vader stimmen dagegen die Proportionen nicht immer ganz. Auf einen stimmigen Faltenwurf wurde vor allem bei den fließenden Gewändern von Leia und Prinz Xizor geachtet.

Die Raumschiffe sind mehrheitlich ganz gut gezeichnet, wobei die Qualität zuweilen schwankt. Hervorragend sehen vor allem Boba Fetts Schiff Sklave 1 vor einem Asteroidenfeld und die Executor im Anflug auf den zweiten Todesstern aus. Leider wird dies nicht durch die Koloration unterstützt. Die Farben wirken unnatürlich und oft sehr blass. Die Verläufe sind zu geradlinig, sofern überhaupt vorhanden. Nennenswerte Glanzeffekte gibt es eigentlich nur auf Darth Vaders Helm und Leuchteffekte sind ebenfalls rar gesät. Das Leuchten der Raumschiffsantriebe gleicht einem unförmigen Wabern.

Wirklich gelungen sind dagegen die Cover von Hugh Fleming, die hochdetailliert und realistisch eingefärbt sind. Schade, dass der Comic innen nicht so aussieht, wie es die Covergestaltungen versprechen, dann wäre hier die Bestnote drin gewesen.

Fazit

Zwar gibt es ein paar interessante Bezugnahmen auf Die Rückkehr der Jedi-Ritter, insgesamt ist die Story von Schatten des Imperiums aber eher durchschnittlich und krankt an einigen größeren Logikfehlern. Der Zeichenstil ist ganz passabel, aber die Koloration ist ein Kind ihrer Zeit und noch nicht so ausgereift wie bei Comics ab der Jahrtausendwende.

Erschienen ist Schatten des Imperium u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 40 in der Star Wars Comic-Kollektion. Wobei die Qualität etwas unter den zahlreichen Papierschnitzeln leidet, die vor allem auf dunklen Flächen derart hartnäckig haften, dass sie sich nicht immer vorsichtig abschaben lassen. Neben der Covergalerie gibt es am Ende noch einen kurzen Artikel über die Veränderungen an Episode IV von der Kinoversion zum Extended Cut.

Info

Autor: John Wagner
Zeichner: Kilian Plunkett & John Nadeau
Farben: Cary Porter
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

Warpskala
5 10 0 1
  • Story
    5/10
  • Zeichenstil
    6/10
  • Koloration
    4/10
5/10
Total Score

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