Geoffrey Thornes Schwert des Damokles ist der vierte Roman der Star Trek-Titan-Serie.

Schwert des Damokles
© Cross Cult

Dorthin zu gehen, wo noch nie zuvor jemand war

Das Faszinierende an der Star Trek – Titan-Reihe ist ihr Grundprinzip: Das Unbekannte zu erforschen, Kontakt mit neuen Zivilisationen aufzunehmen, mit einer sehr bunten und vielfältigen Crew. Doch natürlich geht das nicht immer gut, wie Geoffrey Thorne in seinem Roman Schwert des Damokles beweist.

Der Autor wurde am 20. Januar 1970 geboren. Ursprünglich war er ein erfolgreicher Schauspieler, der unter anderem in der TV-Serie In the Heat of the Night die Hauptrolle innehatte. Doch anschließend wechselte er die Karriere und wurde Schriftsteller und Drehbuchautor. Für Star Trek schrieb er überwiegend Kurzgeschichten. Schwert des Damokles war sein erster und bislang einziger richtiger Roman für das Franchise.

Bei ihrer Erforschungsmission stößt die Titan auf den Planeten Orisha. Diese Welt wird regelmäßig von einem merkwürdigen Himmelsphänomen bedroht, dem Auge. Jedes Mal, wenn dieses auftaucht, wird die gesamte Planetenoberfläche erschüttert und die Bewohner durchleiden eine Urangst.

Wissenschaft und Religion

Die Titan versucht dieses Phänomen zu erforschen. Doch bei diesem Unterfangen gerät eines ihrer Shuttles in die Auswirkungen dieses Geschehens und baut eine Bruchlandung auf dem Planeten. Fernab und ohne eine Kontaktmöglichkeit muss die Crew des Shuttles überleben und herausfinden, was genau die Ursache für das Ereignis ist, das diese Welt regelmäßig erschüttert.

Einer der Haupthandlungsträger des Romans ist der der bajoranische Wissenschaftsoffizier Jaza Najem. Geoffrey Thorne widmet diesem zu Beginn des Buches jede Menge Aufmerksamkeit und arbeitet viele verschiedene interessante Charakteraspekte hervor. So versucht Najem seine Religion mit der Wissenschaft in Übereinkunft zu bringen, was ihm, sehr zum Erstaunen seiner Kollegen, problemlos gelingt. Er wird als harter, aber auch gleichzeitig fairer Offizier dargestellt, der den cardassianischen Ensign Zurin Dakal unter seine Fittiche nimmt und diesen fördert und fordert.

Diese Charakterisierung setzt sich im Laufe des Handlung fort. Wiederholt wird dabei seine Intelligenz und Empathie betont, genauso wie sein Glaube an die Propheten. Man erfährt außerdem interessante Details über seine Vergangenheit, über das, was ihn zu dem werden ließ, was er wurde. Durch diese Arbeit wirkt er von allen Figuren in diesem Buch am lebendigsten.

Spannend und doch mit Mankos behaftet

Dabei bietet der Band eine komplexe und trotzdem gleichzeitig hochspannende Geschichte. Wiederholt baut der Autor Wendungen ein, mit denen man so nicht gerechnet haben dürfte. Und vor allem das Finale ist ihm gut gelungen, da er hierbei einen wunderbaren Plottwist präsentiert, mit dem er die Erwartungen des Lesers auf den Kopf stellt. Garnieren tut er dies mit einem schön zu lesenden Epilog, in dem er einige Charaktere weiterentwickelt.

Doch Schwert des Damokles besitzt einige Mankos. Zum einen ist dies der nunmehr vierte Roman hintereinander, in dem die Titan Besatzungsmitglieder verliert, sei es durch Tod oder andere Umstände. Es ist klar, dass der Verlust von Charakteren ein wichtiges Element ist, um zu verdeutlichen, wie gefährlich die Mission der Titan mitunter sein kann. Während jedoch Serien wie Deep Space Nine oder The Next Generation dieses Stilelement vergleichsweise behutsam einsetzen, wirkt es bei Titan schon fast inflationär.

Da waren doch mal mehr, oder?

Und dann ist da das Problem, dass hier erneut ein Crewmitglied eingeführt wird, dessen besondere Fähigkeiten auf wundersame Art und Weise zum Plot passen. Zwar bemüht sich der Autor, die Figur genauso lebendig wirken zu lassen, wie Jaza Najem. Doch der Versuch schlägt fehl, der entsprechende Charakter wirkt blass und längst nicht so gut dargestellt, wie früher eingeführte Protagonisten. Die Titan hat interessante Crewmitglieder, bei denen es wissenswert gewesen wäre, wie sie die Handlung bereichert hätten.

Schwert des Damokles ist kein schlechter Roman. Aber eben leider auch kein guter.

In seinem Nachwort beschäftigt sich Julian Wangler mit dem Thema »Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft«.

Bewertung 10/15

Autor: Geoffrey Thorne
Titel: Star Trek – Titan 04: Schwert des Damokles
Teil/Band der Reihe: Star Trek – Titan 04
Originaltitel: Star Trek – Titan: Sword of Damocles
Übersetzer: Stephanie Pannen
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 08/2010
Einband: Taschenbuch
Seiten: 352
ISBN: 978-3-959818-60-5
Sonstige Informationen:
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Götz Piesbergen

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