Spotlight: Michael Biehn

Lesezeit circa: 6 Minuten

Michael Biehn durfte dem Terminator und den Aliens kräftig einheizen.

Filmfans dürfte bekannt sein, dass Sean Bean stirbt. So zumindest ein beliebter Running Gag, da seine Rollen häufig das Ende des Filmes nicht erleben. Selbiges gilt allerdings auch für Michael Biehn, dessen Charaktere häufig sterben oder schwer verwundet werden.

Die Anfänge

Der US-Amerikaner Michael Connell Biehn wurde am 31. Juli 1956 in Anniston, Alabama, geboren, wuchs aber in Lincoln, Nebraska, und Lake Havasu City, Arizona, auf. Schon früh legte er sich auf eine Karriere als Schauspieler fest. Zu Beginn seiner Karriere 1977 hielt er sich mit Modeljobs und Werbefilmen über Wasser, später folgten auch kleine Auftritte im Fernsehen. In der Komödie Coach (1978) spielte er bereits seine erste Hauptrolle. Nach ein paar weiteren kleinen Rollen übernahm er eine der Hauptfiguren in der Serie The Runaways (1978), die nach nur 17 Episoden eingestellt wurde.

Die Maschine aus der Zukunft

Trotz weiterer Filme, in denen er häufig einen der Hauptcharaktere mimte, kam es nicht zum Durchbruch. Den schaffte er letzten Endes mit Terminator (1984) von James Cameron. Hier verkörperte er Kyle Reese, den Gegenspieler des Terminators, der von Arnold Schwarzenegger gespielt wurde. Michaels Glück: Arnold sollte eigentlich Kyle Reese spielen, Cameron befand ihn aber für zu muskulös für die Rolle. Beim Vorsprechen allerdings hatte Michael es dann fast noch in den Sand gesetzt. Er kam gerade von einem anderen Vorsprechen und sprach in einem Akzent, den er so schnell nicht loswerden konnte. Er wurde allerdings zu einem zweiten Termin eingeladen und konnte dort überzeugen.

Zwar ging es nach Terminator erst mal wieder ins Fernsehen, aber bei den nächsten beiden Cameron-Projekten war er wieder mit dabei. Als Corporal Hicks bei Aliens – Die Rückkehr (1986) und Abyss – Abgrund des Todes (1989) als Lt. Coffey. Auch seine Rolle als Kyle Reese nahm er noch einmal auf, in der Fortsetzung Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991) trat er in einer Traumsequenz auf, die in der Kinoversion fehlte und erst später auf DVD und Blu-ray dabei war.

Cameron hatte wohl generell Gefallen an Biehn gefunden, denn auch in dem nie verwirklichten Spider-Man-Film sollte er als Sandman auftreten. Arnold Schwarzenegger hätte dort Doctor Octopus gespielt. Camerons erste Idee für Terminator 2 sah auch vor, dass er den T-1000 spielen sollte, fand dies aber zu verwirrend für die Zuschauer.

Weitere große Rollen

Es dauerte nicht lange und auch andere Regisseure und Produzenten besetzten ihn. Michael Bay tat dies zum Beispiel 1996 in seinem oscarnominierten Film The Rock – Fels der Entscheidung. Hier traf er auch seinen Kollegen von The Abyss wieder, Ed Harris, der seinen Vorgesetzten spielte. In The Art of War (2000) lieferte er sich ein Duell mit Actionstar Wesley Snipes. Und Robert Rodriguez bedachte ihn mit der Rolle des Sheriffs Hague in seinem Planet Terror (2007).

Michael Biehn

Und etliche Rollen, die nichts wurden

Michael Biehn ist beliebt in Hollywood, auch wenn er nicht zu den großen Stars gehört. Deswegen musste er öfter mal zurückstecken, wenn es um die Vergabe von Auftritten ging. In Camerons Titanic (1997) war er für die Rolle des Cal Hockley vorgesehen, Billy Zane bekam sie. Ebenso war er auch für Camerons Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009) im Gespräch, bekam aber auch diesen Auftritt nicht. Er sprach für die Hauptrolle in Dredd (2012) vor, verlor aber gegen Karl Urban. Das gleiche Pech hatte er auch mit Mad Max: Fury Road (2015), hier ging der Job dann an Tom Hardy. Auch bei Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) war er in der engeren Wahl, Ego wurde aber am Ende von Kurt Russell gespielt. Auch für Martin Riggs in Lethal Weapon- Zwei stahlharte Profis (1987) von Richard Donner und John Nada in Sie leben (1988) von John Carpenter war er eine Option, berücksichtigt wurden allerdings Mel Gibson und Ex-Wrestler Roddy Piper.

Auftritte in Videospielen

Bereits 1999 wurde er für die Zwischensequenzen in Command & Conquer 3: Tiberian Sun verpflichtet. Seine erste Verbindung zu einem Videospiel ist aber schon älter. 1987 nutzte Konami für sein allererstes Spiel der Metal-Gear-Reihe ein Bild von ihm als Kyle Reese, um daraus das Cover-Artwork zu machen. 2013 lieh er seiner Filmfigur aus Aliens die Stimme für Aliens: Colonial Marines und ebenso auch in Far Cry 3: Blood Dragon als Sgt. Rex ‚Power‘ Colt. Auch sein Aussehen wurde hier benutzt. 2016 kehrte er in diese Rolle zurück.

Und sonst?

Michael Biehn macht sich auch neben dem Schauspiel einen Namen. Seit 2013 ist er als Produzent aktiv, 2010 und 2011 führte er ebenfalls zweimal Regie. Bei beiden Filmen schrieb er auch am Drehbuch mit und spielte die Hauptrolle. Er hat keine feste deutsche Synchronstimme. In Terminator wird er von Ulrich Gressieker, in Aliens von Christian Brückner und in Abyss von Arnim André gesprochen. Thomas Nero Wolf wurde am häufigsten eingesetzt.

In der zweiten Staffel von The Mandalorian wird er übrigens einen Auftritt als Kopfgeldjäger haben. Mehr Details sind noch nicht bekannt.

Privates

Michael Biehn ist zum dritten Mal verheiratet, er hat insgesamt fünf Kinder. Er ist ein großer Basketball-Fan, war selbst aktiv und durfte dies in manchen Filmen auch zeigen. Er bezeichnet seine Arbeit an Navy Seals – Die härteste Elitetruppe der Welt (1990) als die schlechteste Erfahrung seines Lebens und hält diesen Film auch für den schlechtesten, in dem er mitgewirkt hat. Er hat zwar einen Account bei Twitter, hat diesen aber offensichtlich nur genutzt, um seinen Film The Victim zu bewerben. Gleiches gilt für seine Website.

I’d rather have a small part in a good film with good people than play the lead in something I don’t really care for.

Michael Biehn im Web

Bildquelle: Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, Link


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Marco Golüke
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Marco Golüke

Marco ist Jahrgang 78 und mit He-Man, Star Trek, Star Wars, Galaxy Rangers, Babylon 5 und was es nicht noch alles gibt groß geworden. Er ist der Chefredakteur und Herausgeber dieses Magazins und kümmert sich somit auch um alles Organisatorische.

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