Robert Ellenstein

Spotlight: Robert Ellenstein

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Robert Ellenstein war ein vielbeschäftigter Mann. Als Schauspieler konnte er auf über 200 Auftritte im Fernsehen und mehrere Hundert Theaterrollen zurückblicken.

Robert „Bob“ Ellenstein wurde am 18. Juni 1923 in Newark, New Jersey, USA geboren. Sein Vater Meyer C. Ellenstein war von Beruf Zahnarzt und hatte von 1933 bis 1941 das Amt des Bürgermeisters von Newark inne. Über Roberts Mutter ist nur wenig bekannt. Sie war 1936 eine der drei Überlebenden eines TWA-Flugzeugabsturzes in Pennsylvania.

Nach der Schulzeit besuchte Robert Ellenstein die University of Iowa, wo er erfolgreich ein Theaterstudium absolvierte und dafür eine Auszeichnung erhielt. Anschließend geriet er in die Wirrungen des Zweiten Weltkrieges. Er diente bei der US-amerikanischen Luftwaffe und wurde bei einem Einsatz in den Niederlanden verwundet. Für seine Dienste erhielt er das „Purple Heart“, eine Auszeichnung der US-Streitkräfte für Soldaten, die im Kampf vom Gegner verwundet wurden. Das „Purple Heart“ wird auch posthum an gefallene Soldaten verliehen.

Karrierebeginn

Zwei Jahre nach Ende des Krieges ging Ellenstein nach Cleveland, Ohio, wo er dem 1915 gegründeten Regionaltheater Cleveland Play House beitrat. Er spielte damals nicht nur Theater, sondern führte auch Regie und unterrichtete Nachwuchsschaupieler:innen.

Zur damaligen Zeit war das Live-Fernsehen eine beliebte Unterhaltung. In Robert Montgomery Presents stellte Ellenstein 1950 in der Live-Darstellung Der Glöckner von Notredame den Quasimodo dar. Diese Live-Show präsentierte bis 1957 überwiegend Dramen, darunter auch eines um die Hindenburg-Katastrophe, welches sogar mit Interviews Überlebender aufwarten konnte. Es war ein ehrgeiziges Projekt, in dem der Erfinder Robert Montgomery nicht nur moderierte, sondern auch selbst Rollen übernahm. Darüber hinaus sind in der Show viele (teils im Nachhinein berühmt gewordene) Gaststars zu finden, darunter Roger Moore, Leslie Nielsen, Grace Kelly, Jack Lemmon, Angela Lansbury, Boris Karoff, Charlton Heston und Peter Falk. Für A Case of Identity trat Ellenstein ein weiteres Mal in der Live-Show auf.

Ellensteins erster Filmauftritt fand 1954 in Schurkenpolizist statt. In diesem Streifen um den korrupten Polizisten Det. Sergeant Christopher Kelvaney (Robert Taylor) hatte Ellenstein die Rolle des Det. Sidney Y. Meyers inne. Ein Jahr später spielte er in Illegal, einer Verfilmung des Theaterstückes The Mouthpiece, die Rolle des Joe Ritter.

Viel zu tun

Die 1950er Jahre waren ein arbeitsreiches Jahrzehnt für Robert Ellenstein, der zunächst in weiteren Live-Shows zu sehen war wie Kraft Television Theatre, Lux Video Theatre, The Philco Television Playhouse, Omnibus und viele weitere. Es war das sogenannte “Goldene Zeitalter” des Live-TVs und Ellenstein war mittendrin. Später war er in vielen Serienproduktionen zu sehen, darunter Western, Krimis und Dramen. Auch in den 1960er Jahren blieb er ein vielbeschäftigter Schauspieler und er wirkte unter anderem, auch mehrmals, in Bonanza, Die Leute von der Shilo Ranch, Solo für U.N.C.L.E., Verrückter Wilder Westen, Der Chef, Kobra, übernehmen Sie und Ihr Auftritt, Al Mundy mit.

In den 1970er Jahren wurde es rollentechnisch etwas ruhiger um Ellenstein. Dennoch waren einige markante Karrierepunkte dabei, wie beispielsweise seine Gastauftritte in dem Columbo-Krimi Blut ist dicker als Wein und in den Serien Quincy, Die knallharten Fünf, CHiPs und Detective Rockford. Auch in den 1980ern ging es serientechnisch ähnlich weiter, sodass man ihn unter anderem in Magnum, Mord ist ihr Hobby, Das Model und der Schnüffler sehen konnte. Im Sci-Fi-Bereich konnte Robert Ellenstein Auftritte in V – Die außerirdischen Besucher kommen zurück verzeichnen. Darüber hinaus hatte er in Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart die Rolle des Föderationsratspräsidenten und war in Raumschiff Enterprise – Das Nächste Jahrhundert in der Folge Die Frau seiner Träume als Steven Miller zu sehen.

Familie

Robert Ellenstein heiratete 1958 Lois Sylvia Stang und blieb mit ihr bis zu seinem Tod 2010 zusammen. Das Paar bekam drei Kinder: David, Peter und Jane. Peter und David Ellenstein sind ebenfalls Schauspieler. Letzterer trat auch in Star Trek IV auf. Er spielte dort einen der Ärzte, die nach Chekovs (Walter Koenig) Unfall um dessen Leben kämpfen und sich dabei mit Dr. McCoy (DeForest Kelley) anlegen.

Er verstarb am 28. Oktober 2010 in einem Pflegeheim in Los Angeles im Alter von 87 Jahren an Altersschwäche.

Robert Ellenstein im Web

Kirsten P.
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