Kann Interphase II an seinen Vorgänger anknüpfen?

Unter Hochdruck!
Die Situation für die U.S.S. DaVinci und ihrer Crew könnte besser sein. Ein Teil der Mannschaft befindet sich auf der alten Defiant und wurde zurück in den Riss gezogen. Und derweil die Besatzung hart daran arbeitet, eine Möglichkeit zu finden, ihre Kameraden zurückzuholen, steht der aktuelle Captain Kieran Duffy unter enormen Druck. Denn die Tholianer würden das Schiff lieber gestern als heute abreisen sehen. Und um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen, bauen sie ein neues Netz auf.
Die verschollenen Mannschaftskameraden haben derweil ganz andere Probleme. Denn ihnen droht der Wahnsinn. Sie haben zwar Gegenmaßnahmen gegen diesen Effekt getroffen. Doch diese verlieren an Effektivität.
Druck! Das ist der Eindruck, den man beim Lesen von Interphase II erhält. Jede Menge Druck auf alle Protagonisten des Romans.
Jede Menge Potential
Da ist zum einen die zurückgebliebene Mannschaft der DaVinci, die nach einer Option suchen muss, nicht nur ihre Kameraden zurückzuholen, sondern auch selber am Leben zu bleiben. Da ist Kieran Duffy, der wegen des Drucks lieber als Ingenieur arbeitet, statt sich seinen Pflichten als amtierender Kapitän zu stellen. Und dann ist da noch die Außenmannschaft, die nach einer Möglichkeit sucht, wieder ins Standarduniversum zu kommen, ohne der verrücktmachenden Strahlung anheimzufallen.
Jede Menge Druck und jede Menge Potential für spannende Geschichte. Dazu noch Auftritte von Scotty und Doktor McCoy von der Enterprise. Im Prinzip das perfekte Rezept für eine abwechslungsreiche Story. Und das bei den Autoren!
Doch leider vermag Interphase II nicht ganz so zu überzeugen, wie noch der direkte Vorgänger. Es ist zwar nett, wenn man sieht, wie die Sicherheitsoffizierin der DaVinci, Dominica Corsi, den stellvertretenden Captain an seine Verantwortung erinnert. Auch ist es schön zu lesen, wie dieser schließlich an dieser Herausforderung heranwächst.
Nicht sehr überzeugend
Doch der Rest von Interphase II vermag nicht zu überzeugen, was verschiedene Ursachen hat. So nervt es, dass die Autoren sich, anstatt sich auf ein Problem zu konzentrieren, ihren Figuren stattdessen wiederholt neue Hindernisse entgegenwerfen. So gibt es auf einmal ein neues Netz der Tholianer. Oder die DaVinci hat technische Probleme, so dass das Schiff nicht weg kann, als die Tholianer kommen. Und natürlich die Schwierigkeiten der Außenmannschaft, bei denen das Gegenmittel, dass kaum noch anschlägt, das geringste aller Herausforderungen ist. Man muss bedenken, dass das kein 300 Seiten-Roman ist, wo all diese Hürden in aller Ruhe abgehandelt werden können. Stattdessen ist dies ein etwa 100 Seiten starkes eBook, das selbst in Kombination mit dem Vorgänger deutlich unter 200 Buchseiten bleibt. Da ist nicht mehr viel übrig, um sowohl Charaktere weiterzuentwickeln, als auch die ganzen Gefahren glaubwürdig darzustellen.
Noch schlimmer ist, dass die Tholianer dieses Mal vernachlässigt werden. Anstatt weiterhin Kapitel zu erhalten, wo man deren Perspektive sieht, ist nur ein einziges vorhanden, wo deren Sichtweise nicht zur Geltung kommt. Und selbst das langt nicht aus, um an die Glanzleistung von Interphase I anzuknüpfen.
Interphase II ist enttäuschend. Der Roman hat zwar gute Ansätze, macht daraus allerdings zu wenig. Schade.
Bewertung 07/15
Info
Autoren: Dayton Ward, Kevin Dilmore
Originaltitel: Star Trek – Corps of Engineers: Interphase II
Übersetzung: Susanne Picard
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 11/2014
Einband: eBook
Seiten: 86
ISBN: 978-3-86425-482-6
Sonstige Informationen:Produktseite
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