Es droht Krieg im Sonnensystem und einige Leute scheinen nur allzu bereit zu sein, da noch extra Öl ins Feuer zu gießen.
Komplex und vielschichtig
Auf Ganymed wird die marsianische Soldatin Bobbie (Frankie Adams) gerettet. Später sagt sie mehrere Mal aus. Und nachdem sie ursprünglich der Meinung war, dass die UN für den Angriff verantwortlich war, ändert sie ihre Meinung, als ihr ein Mittel gegeben wird, mit dem sie sich wieder klar erinnern kann. Doch niemand will ihr so recht glauben. Und am Ende soll sie aussagen, dass die Schuld für die Attacke bei den Marsianern liegt.
Im Gürtel wird derweil über den Angriff, die Konsequenzen davon und über die gestohlenen Nuklearwaffen diskutiert. Fred Johnson (Chad L. Coleman) setzt sich dafür ein, diese zurückzugeben und mit den inneren Welten um Frieden zu verhandeln. Anderson Dawes (Jared Harris) ist hingegen anderer Meinung. Er will für den Gürtel die Autonomie. Und als er überstimmt wird, fängt er an, hinter dem Rücken der anderen seinen eigenen Plan vorzubereiten.
Mit Der Siebte Mann zeigt sich wieder einmal mehr, wie komplex und vielschichtig die Figur in The Expanse aufgebaut sind. Nahezu jede Figur hat ihre Geheimnisse oder Hintergedanken. Und diejenigen, bei denen dies nicht so sehr der Fall ist, die sind dann am Ende die Armen. Weil sie häufig nur bessere Spielfiguren in einem politischen Schachspiel sind, wo das große Ganze auf dem Spiel steht und die Einzelnen keine Rolle haben.
Was für eine Tragik
Das zeigt sich besonders bei Bobbie. Die zunächst verarbeiten muss, dass sie die einzige Überlebende ihrer Einheit ist. Nur um dann anschließend wiederholt auszusagen, was sie erlebt hat. Doch die meisten Vorgesetzte glauben nicht ihren Aussagen.
Dem wohnt eine gewisse Tragik bei. Wenn man sieht, wie sie immer wieder von einer Drohne redet oder darüber, dass die UN zwar als Erstes gefeuert haben. Allerdings nicht auf die Marsianer, wie sie zunächst glaubte. Sondern auf den siebten ihrer Gruppe.
Und so sieht man im Laufe der Folge, wie sie es wiederholt mit diversen Vorgesetzten zu tun kriegt. Die sich zwar ihre Aussage anhören. Aber gleichzeitig auch deutlich machen, dass sie ihr nicht glauben. Dass ihnen am Ende der Frieden mit der UN wichtiger ist als die Wahrheit.
Krieg und Frieden
Wobei man gleichzeitig bei der UN erfährt, dass es zwar hier ebenfalls solche gibt, die einen Krieg wollen. Doch im Moment bestimmen immer noch diejenigen, die Frieden möchten. Unter denen ebenso Chrisjen Avasarala ist, die hinter den Kulissen alles tut, damit kein bewaffneter Konflikt ausbricht. Es ist gut, dass man auch diese Perspektive sieht. Weil so deutlich wird, wer alles Krieg möchte und wer nicht.
Definitiv an einem Krieg interessiert ist Anderson Dawes. Er schielt auf einen Vorteil für die Gürtler und inszeniert sich unter den Flüchtlingen von Ganymed als der große Fürsorger. Als derjenige, der sich um ihr Wohl sorgt.
Derweil er hinter den Kulissen Fred Johnsons Vorschlag ablehnt. Und damit nur deshalb scheitert, weil James Holden, Kapitän der Rosinante, sich für Johnsons Idee ins Zeug legt.
Was für ein charismatisches Arschloch
Womit der Anführer der OPA jedoch nicht zufrieden ist. Und so sieht man die ganze Folge über, wie er wiederholt seinen Charme einsetzt, um mehr zu erfahren. Um die düsteren Geheimnisse seiner Gegenspieler kennenzulernen und diese dann anschließend gegen sie einzusetzen.
Anderson Dawes zeigt sich als charismatisches Arschloch. Am Ende hat man das Gefühl, dass es ihm nicht so sehr um die Vormachtstellung der gürtler oder seiner OPA geht. Sondern darum, dass er recht hat und die anderen nicht. Weshalb er ja auch jedes nur erdenkliche Mittel einsetzt.
Am Ende ist er der lachende Gewinner, der seinen Gegner eine empfindliche Schlappe eingebracht hat. Wobei offenbleibt, was er damit wirklich vorhat. Das werden dann die folgenden Folgen zeigen.
Informationen
Regie: Kenneth Fink
Drehbuch: Georgia Lee
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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