[Star Trek – Deep Space Nine] Mysterien

Lesezeit circa: 5 Minuten

Elim Garak muss in Star Trek – Deep Space Nine: Mysterien um die Zukunft von Cardassia kämpfen.

Wenn zum Pech auch noch Unglück kommt

Elim Garak ist jetzt der Kastellan, der höchste Politiker der cardassianischen Union. Und als solcher muss er sich mit einigen Sachen auseinandersetzen, die die Zukunft seiner Heimat bestimmen. Da ist zum einen ein Bericht, der die Kriegsverbrechen des cardassianischen Militärs während der bajoranischen Besatzungsmacht enthüllt und gegen dessen Konsequenzen die führenden Offiziere protestieren. Und dann ist da noch die Enthüllung eines grausamen Experiments an einigen Cardassianern, die bajoranische Vorfahren haben.

Als ob dies nicht schon genug wäre, kommt auch noch Katherine Pulaski auf Cardassia an. Eigentlich soll sie nur eine Rede halten. Uneigentlich mischt sich die streitbare Ärztin in Angelegenheiten ein, die sie im Prinzip nichts angehen. So möchte sie zum Beispiel wissen, was mit Julian Bashir los ist.

Mysterien ist die direkte Fortsetzung von Sektion 31: Kontrolle. Der Roman knüpft an das Ende des Buches an. Julian Bashir befindet sich in einem katatonischen Zustand auf Cardassia in der Obhut seines alten Freundes Elim Garak, der sich gut um ihn kümmern möchte.

Zwei grundverschiedene Charaktere, eine gemeinsame Geschichte

Geschrieben wurde dieser Roman von niemand geringerem als Una McCormack, deren letztes Werk hierzulande das Romanprequel zu Star Trek – Picard war. Doch während Die letzte und die beste Hoffnung zwar ein gutes, wenn auch kein überragendes Buch war, ist das mit diesem Band komplett anders. Mysterien ist eine erstklassige Geschichte. Eine, die vor allem durch ihre exzellente Charakterarbeit glänzt.

Getragen wird die Story sowohl von Elim Garak als auch von Katherine Pulaski. Zwei grundverschiedene Figuren. Er ist der geheimnisvolle und häufig unvorhersehbar agierende Kastellan, der seine Neigung, sich nie in die Karten blicken zu lassen, nicht abschütteln kann. Sie ist hingegen eine erstklassige Nervensäge, die oft mit dem Kopf durch die Wand geht, um ans Ziel zu kommen. Und die sich um Regeln einen Dreck schert.

Dabei müssen sie in Mysterien auf unterschiedliche Ereignisse reagieren. Da ist zum einen eine Verschwörung um eine angesehene Professorin, die plötzlich in den Verdacht gerät, Teil eines Programms des obsidianischen Ordens gewesen zu sein, der einem äußerst kontroversen Zweck diente. Dann wird Katherine Pulaski entführt und ausgerechnet Elim Garak soll der Drahtzieher sein. Der hingegen seine eigenen Probleme hat, weil er sich nicht dazu durchringen kann, Julian Bashir zu besuchen.

Man kann alte Gewohnheiten schlecht abschütteln

Es gelingt Una McCormack dabei, die Figuren wunderbar nachvollziehbar darzustellen. Vor allem ihren Garak zu lesen, ist das pure Vergnügen, einfach weil dieser so unvorhersehbar agiert. Mehr als einmal stellt sich heraus, dass seine Aktionen ein Test waren, um herauszufinden, wie eine Person zu seiner Vision von Cardassia steht. Beziehungsweise ob sie wirklich in der Lage ist, eigenständig zu agieren, ohne Furcht vor potentiellen Repressalien irgendwelcher höherer Beamte. Dabei betont die Autorin einmal mehr bekannte Aspekte des ehemaligen Schneiders. Sein unbedingter und ungebrochener Glaube an eine positive Zukunft Cardassias, in dem die dunkle Vergangenheit aufgearbeitet worden ist und die Welt ein wertvoller und gleichberechtigter Verbündeter mit anderen galaktischen Schwergewichten ist. Und zum anderen seine Geheimniskrämerei.

Pulaski ist da das komplette Gegenteil: Sie sagt, was sie denkt und denkt, was sie sagt. Dass sie dabei aneckt, ist ihr klar und gleichzeitig egal. Und mehr als nur einmal spürt man die Verzweiflung der sie umgebenden Personen, weil sie erneut etwas vollkommen Unsinniges macht, ohne nachzudenken oder sich mit anderen abzusprechen. Sie ist es einfach nicht gewohnt, Regeln wie zum Beispiel denen der Föderation zu folgen.

Mysterien ist ein fantastischer und spannend geschriebener Roman. Wiederholt baut die Autorin Plottwists ein, die man so nicht hat kommen sehen. Und am Ende gibt sie dem Leser in Sachen Julian Bashir einen kleinen Hoffnungsschimmer. Das, in Kombination mit der erstklassigen Charakterisierung. macht dieses Buch zu einem Must-Read!

Cover © Cross Cult

Bewertung 15/15

Autor: Una McCormack
Titel: Star Trek – Deep Space Nine: Mysterien
Originaltitel: Star Trek – Deep Space Nine: Enigma Tales
Übersetzer: René Ulmer
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 03/2020
Einband: Taschenbuch
Seiten: 345
ISBN: 978-3-95981-148-2
Sonstige Informationen:
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