Auf die Dauer fühlt sich vieles, was in dieser Folge geschieht, repetitiv an. Was kein gutes Zeichen ist.
Karriere machen durch Mord
Jonathan Archer (Scott Bakula) und seine Leute haben die Defiant übernommen. Doch die Enterprise wurde dabei zerstört und Captain Forrest (Vaughn Armstrong) kam ums Leben. Eher widerwillig befehligt Archer, dass die Überlebenden eingesammelt werden und macht sich dann auf den Weg an die Front.
Auf der Reise dahin verläuft nicht alles reibungslos. So stellt sich heraus, dass ein Gorn sein Unwesen an Bord treibt. Und nachdem Commander Archer gemeinsam mit Hoshi Sato (Linda Park) den Computer des Schiffes nach den Lebensläufen ihrer ichs aus dem anderen Universum durchstöbert hat, sucht ihn eine Illusion seines anderen ichs heim. Doch Spiegel-Archer versucht, diesen zu ignorieren und konzentriert sich auf sein wahres Ziel: Macht zu sammeln.
Durch den dunklen Spiegel, Teil II knüpft nahtlos an seine Vorgängerepisode an. Erneut wird hier gezeigt, wie das Leben im Spiegeluniversum aussieht. Und das Karriere zu machen hier bedeutet, dass man Vorgesetzte umbringt.
Vieles Bekannt
Im Prinzip ist vieles, was man hier sieht, schon bekannt. Schließlich konnte man bereits beim ersten Auftritt des Spiegeluniversums vieles von dem erfahren, was hier noch mal präsentiert wird. Dass dies nämlich ein Universum ist, in dem das Recht des Stärkeren gilt. Und in dem die Aliens unterdrückt und versklavt werden.
Dabei merkt man den Schauspielern einmal mehr an, wie viel Spaß sie hier hatten. Vor allem Linda Park als Spiegel-Hoshi Sato und Scott Bakula als Spiegel-Jonathan Archer sind mit Verve bei der Sache und stechen entsprechend am meisten hervor. Nicht, dass die anderen Darsteller deshalb untergehen. Auch bei ihnen merkt man an, dass sie Freude daran hatten, etwas andere Interpretationen ihrer Charaktere darzustellen. Aber im Vergleich können Linda Park und Scott Bakula am meisten überzeugen.
Interessant ist das Auftreten eines Gorns. Anscheinend wurde die Figur komplett am Computer erstellt. Wobei deren Aussehen nur wenig mit dem aus dem TOS-Klassiker Ganz neue Dimensionen zu tun hat. Es gibt optisch überhaupt keine Übereinstimmungen, sieht man davon ab, dass es sich um humanoide Echsen handelt. Lower Decks sollte Jahrzehnte später das besser lösen, derweil Strange New Worlds sich ebenfalls lieber für einen eigenen Ansatz entschied.
Viele gute Momente
Dabei ist die Episode ein Auf und Ab. Grandios sind die Momente, wo die Crew der Spiegel-Enterprise nach und nach die Defiant erkundigt und hierbei unter anderem den Kleiderschrank plündert. Was dann Hoshi Sato zu einem großartigen Spruch über den neuen Look von Spiegel-Archer bringt.
Auch die Momente, wo dieser immer wieder den anderen Archer sieht und sich einbildet, dass dieser ihm ins Ohr flüstert, sind spitze. Es zeigt, dass der Commander trotz der Tatsache, dass er Erfolg hat, sich immer noch unsicher ist. Weshalb er ja den Einflüsterungen seines imaginären anderen ichs folgt, auch wenn er ansonsten versucht, diesen zu ignorieren.
Und das Ende von Durch den dunklen Spiegel, Teil II ist ebenfalls sehr gut geworden. Es ist ein überraschender Plottwist, der aber zum Spiegeluniversum passt. Und der sogar temporär neugierig macht, wie es jetzt in diesem Universum weitergehen könnte.
Auf Dauer ermüdend
Aber andererseits ist man froh, dass die Folge dann irgendwann vorbei ist. Denn trotz starker Momente merkt man allerdings ebenfalls, dass das Konzept des Spiegeluniversums an sich, sich sehr schnell abnutzt. Die ständigen Verschwörungen, das Umbringen von Vorgesetzten, um weiterzukommen, sowie die allgemeine Skrupellosigkeit ist auf Dauer sehr ermüdend. Daran merkt man einfach, wieso die anderen Spiegeluniversumsfolgen jemanden von dem Standarduniversum als Hauptfigur dabei haben. Einfach weil diese und ihre Reaktionen dann quasi der Ankerpunkt ist, um den diese Folgen aufgebaut werden. Und das fehlt hier.
Trotzdem ist dies immer noch eine gute Episode.
Informationen
Story: Manny Coto
Drehbuch: Michael Sussman
Regie: Marvin V. Rush
Showrunner: Manny Coto
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