Mit dem Beginn des Herbstsemesters beginnt eine aufregende Zeit, vor allem für Caleb.
Das Semester fängt an
Das Herbstsemester beginnt und damit auch die Zeit, wo die angehenden Studenten entscheiden müssen, was sie studieren wollen. Die jeweiligen Seminare bieten viel und unterhalten die meisten. Bis auf Caleb (Sandro Rosta), der sich von allem bewusst nicht beeindrucken lässt, sondern stattdessen weiterhin den Einzelgänger spielt. Bis ein kleiner Unfall das Maß vollmacht und er abhauen will. Dann trifft er allerdings ein schönes Mädchen, was ihn dazu bringt, zu bleiben.
Doch handelt es sich dabei nicht einfach um irgendein Mädchen. Sie ist Tarima (Zoë Steiner), die Tochter des Betazoidischen Präsidenten und Anführerin der Jugendorganisation, die sich für den Wiedereintritt ihrer Heimat in die Föderation stark gemacht hat. Die Verhandlungen sind allerdings alles andere als einfach, weil ihr Vater teils ungeheure Forderungen stellt, die die Gegenseite unmöglich erfüllen kann. Droht ihr und der Traum ihrer Altersgenossen zu scheitern?
In Betatest (Inzwischen sind die deutschen Episodentitel vorhanden) beginnt der Alltag der Sternenflottenakademie. Das nutzt die Folge auch gut aus, um die diversen Seminare und ihre Professoren zu präsentieren, aber ebenso, wie die Studenten sich darin integrieren. Wo es dann direkt zu Beginn eine Überraschung gibt, als man sieht, dass Tig Notaro ihre Rolle als Jett Reno wieder aufnimmt. Dieses Mal als Lehrkraft für Temporal Mechanik. Ihr Auftritt ist natürlich ein kleines Highlight in dieser Episode.
Wenn die Figuren weiter ausgebaut werden
Allgemein bietet diese Folge viele kleine und große Überraschungen. So wurden viele kleine Eastereggs eingebaut. So sieht man beispielsweise einen Brikar durch die Gänge der Akademie laufen, was seit Star Trek – Prodigy der erste Auftritt dieser Spezies ist. Dieses Mal allerdings in einer Live Action-Reihe. Es gibt diverse launige Durchsagen, die im Original von dem Comedian Stephen Colbert gesprochen werden. Und wenn man genau hinsieht, findet man lauter Anspielungen auf die Star Trek-Historie.
Dabei bemüht sich die Folge auch, die Charakterisierungen der Kadetten, die ja im Auftakt eher rudimentär dargestellt worden sind, weiter auszubauen. Der Großteil von ihnen erhält kleinere Momente, die ihre Darstellungen weiter vorantreiben. So beispielsweise als Sam vorgeworfen wird, dass sie die ganze Energie im Raum aufsaugt und sie deswegen mit ihrer Freundin Genesis Lythe darüber sprechen will. Die dafür eigentlich keine Zeit hat.
Doch auch die Lehrkräfte erhalten viele Momente, in denen sie ausgebaut werden. So wird wiederholt gezeigt, wie unkonventionell Holly Hunters Nahla Ake ist, wie wenig sie teilweise auf bestimmte Vorschriften gibt. Aber ebenso, dass ihr das Schicksal ihrer Studenten am Herzen liegt. Wobei auch hier stellenweise ungewöhnliche Methoden wählt, wie man vor allem beim Umgang mit Caleb sieht.
Ein grandioser Streit
Der Betazed-Plot zeigt dabei sehr schön, was für eine gute Idee es war, die Serie in der Zukunft der letzten drei Discovery-Staffeln anzusiedeln. So dumm die Auflösung der Brandursache auch war, die Konsequenzen dieses Ereignisses bietet immer noch jede Menge Story-Potenzial, wie man hier anhand des Betazed-Plots wunderbar sieht.
Der diplomatische Streit, den sich der betazoidische Präsident Sadal zunächst mit Admiral Vance und dann später mit Captain Ake vor versammelten Publikum liefert, ist grandios inszeniert. Man weiß natürlich, dass die Föderation eigentlich im Recht ist. Aber die Episode verzichtet darauf, Sadal als ein reaktionäres Staatsoberhaupt und damit eindeutigen Antagonisten darzustellen. Er bietet gute Argumente dafür, wieso er sich so sehr gegen einen Wiedereintritt sträubt.
Und doch ist dies nur die Geräuschkulisse, vor der die eigentliche Haupthandlung stattfindet. Nämlich die von Caleb, der weiterhin nach seiner Mutter sucht, der weiterhin seinen eigenen Weg geht und dabei kritische Systeme hackt, um eine Spur zu finden. Und der schließlich auf ein wunderschönes Mädchen trifft, die ihm, über Umwege, irgendwann sogar eine neue Chance bietet, Hinweise auf das Schicksal seiner Mama zu finden.
Interesse trotz Vorhersehbarkeit
Vieles an diesem Plot ist natürlich Malen nach Zahlen. So kriegt Caleb natürlich ein Zimmer, dass er mit seinem ärgsten Rivalen bewohnt. Natürlich gibt er den gewohnten Großkotz und Rebellen, der sich ausgerechnet mit der Tochter einer wichtigen Persönlichkeit befreundet. Und stellenweise muss man auch kritisieren, dass die Folge bei seiner Charakterisierung etwas übers Ziel hinausschießt.
Und doch schafft es die Episode, dass man Interesse an ihm und seinem Schicksal entwickelt. Dass man wissen möchte, wie es weitergeht, was hier am Ende bei rumkommt. Und das liegt vor allem an den Interaktionen, die Caleb mit den anderen Figuren hat.
Vor allem seine Beziehung zu Tarima ist dabei interessant. Es ist klar, dass er sich heimlich in sie verschossen hat und es ihm wirklich leid tut, als er ihr Vertrauen sozusagen missbraucht. Aber gleichzeitig fragt man sich, was sie für ihn empfindet. Ist er für sie nur eine flüchtige Liebschaft? Oder ist da noch mehr? Das werden vermutlich die kommenden Folgen zeigen.
Ein vielversprechendes Ende
Klar ist, dass Tarima in dieser Episode als eine junge Frau dargestellt wird, die mit großem Interesse die neue Umgebung beobachtet und in sich aufnimmt. Sie scheint Gefallen an ihrem Flirt mit Caleb zu finden, auch wenn er ihr Vertrauen stellenweise missbraucht. Aber sie und ihr Bruder wirken bei den ganzen Verhandlungen zu passiv. Dafür, dass es ihre Organisation war, die sich für den Wiedereintritt Betazeds in die Föderation stark gemacht hat, überlässt sie die Verhandlungen zu sehr ihrem Vater. Ohne irgendwie auf ihn einzuwirken. Stattdessen scheint sie eben zu sehr mit dem Flirt beschäftigt zu sein.
Das Ende der Episode wirkt vielversprechend. Symbolhaft wird gezeigt, dass Caleb anscheinend beschlossen hat, bei der Sternenflottenakademie zu bleiben. Und die Wahl, die Tamira trifft, dürfte noch für erhebliche Konsequenzen sorgen.
Am Ende ist das eine gute Folge, mit vielen kleinen netten Momenten. Man merkt im positiven Sinne, wie viel Budget die Serie hat und mit welchem Spaß die Schauspieler aktiv sind. Jetzt muss nur noch an den Plots gearbeitet werden, dann dürfte dies eine der besten Star Trek-Serien überhaupt werden.
Info
Regie: Alex Kurtzman
Drehbuch: Noga Landau & Jane Maggs
Showrunner: Alex Kurtzman, Noga Landau
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