Es hätte mehr Sinn gemacht, wenn diese Folge den Platz der vorherigen eingenommen hätte.
Traumatabewältigung auf Star Trek-Art
Die Erlebnisse auf der Miyazaki ziehen immer noch Konsequenzen nach. Die Kadetten gehen sich gegenseitig an die Gurgel und handeln nicht mehr als Team, als Einheit. In ihrer Not bittet Kanzlerin Ake (Holly Hunter) Sylvia Tilly (Mary Wiseman) um Hilfe. Die auf die Idee kommt, dass die angehenden Sternenflottenoffiziere ein Theaterstück aufführen sollen, um wieder zusammenzufinden. Doch es kommt zu Problemen: Tarima (Zoë Steiner), frisch zurückgekehrt und nicht mehr Teil des Kriegscollege, rebelliert. Und Sam (Kerrice Brooks), die besonders erpicht auf das Stück war, bricht zusammen und lässt sich vor Ort nicht heilen.
Deswegen fliegen der Doktor (Robert Picardo) und Ake gemeinsam mit ihr zu ihrer Heimatwelt. Dort soll herausgefunden werden, was mit ihr los ist und ob ihr geholfen werden kann. Doch am Ende kommt es anders als gedacht.
Komm fort war grandios, ein absolutes Highlight. Weshalb auch Ko’Zeine so irritierte, weil diese Episode zwar die Ereignisse jener Folge verarbeitete. Aber ansonsten eher wie Back to Business wirkte. Und deshalb ist es gut, dass jetzt The Life of Stars ausgestrahlt wird. Da sich hier wirklich einzig und allein auf die Traumata konzentriert, die die Sternenflottenkadetten erlebt haben. Und auf die Traumatabewältigung.
Tilly ist wieder da!
Dabei wartet die Folge mit einem besonderen Gaststar auf. Mary Wiseberg nimmt ihre Rolle als Sylvia Tilly aus Star Trek – Discovery wieder auf. Als sie in der fünften Season aus dem Maincast ausschied, hieß es damals, dass sie Teil der Starfleet Academy-Serie werden würde, die zu jener Zeit noch in Entwicklung war. Doch wie man sieht, kam es anders.
Die Serie geht dabei sehr geschickt vor. Sie thematisiert am Rande die gemeinsame Zeit von Tilly und Jett Reno. Lässt aber ansonsten Tilly auf die Kadetten los. Die mit ihr und ihrem Enthusiasmus und Optimismus zunächst wenig anfangen können. Vor allem auch, weil ihre Idee zur Traumabewältigung ausgerechnet ein Theaterstück ist.
Zunächst ist man von dem Gedanken irritiert. Doch im Laufe der Folge macht sie immer mehr Sinn. Es handelt sich dabei um das Stück Meine kleine Stadt von Thornton Wilder, das gewisse Besonderheiten aufweist. Und diese werden mit in den Verlauf der Episode verflochten.
Zum Glück keine Soap
Dabei gibt es auch die Rückkehr von Tarima zu vermelden, die ja zur Genesung auf ihrer Heimatwelt Betazed war. Ihre Wiederkehr steht für einen dramatischen Wechsel bei ihrer Figur. Auf Grund der Ereignisse auf der Miyazaki darf sie nicht mehr aufs Kriegscollege. Sondern ist ab sofort Teil der Sternenflottenakademie. Und man sieht im Laufe dieser Episode, wie sehr sie damit und auch den anderen Veränderungen zu knabbern hat.
Wobei es nicht nur das ist. Vor allem bei ihr macht sich bemerkbar, wie traumatisch die Ereignisse waren. Und jetzt, bei ihrer Rückkehr muss sie quasi wieder bei null anfangen. Sie ist in einer anderen Umgebung und hat zwar bekannte Gesichter um sich. Die sich jedoch während in ihrer Abwesenheit weiterentwickelt haben.
Was in einer erstklassigen Zusammenbruchsszene mündet. Wo sie sich betrinkt und gegenüber Caleb und später auch Genesis all das „ausspuckt“ was sie beschäftigt. Und das ist einiges. Sehr schön ist, dass die Serie hier vermeidet, dass dieser Plot sich wie eine Soap entwickelt. Sondern beweist, dass die Kadetten vernünftige Leute sind, die sich gegenseitig unterstützen, wenn es drauf ankommt.
Ein fantastischer Rückgriff
Und dann ist da der Sam-Plot. Seit Anfang der Serie an hat sie wiederholt versucht, den Doktor als Mentor zu gewinnen. Der dies allerdings immer wieder ablehnte, ohne dass man wusste, wieso. Diese Folge bringt da endlich Klarheit.
Ausgangspunkt ist, dass Sam immer stärker glicht und der Doktor keine Lösung findet. Weshalb sie zu ihrer Heimatwelt reisen, um dort hoffentlich Heilung zu finden. Und was hier geschieht, ist einfach nur großartig. Zum einen werden die Figuren großartig weiterentwickelt, vor allem die Beziehung zwischen Sam und dem Doktor. Und zum anderen ist dies ein fantastischer Rückgriff auf die Voyager-Folge Das wirkliche Leben. Und am Ende wird man gerührt sein.
Eigentlich hätte diese Folge den Platz der Vorherigen einnehmen müssen. Weil sie sich noch besser mit dem Traumata der Ereignisse der Miyazaki beschäftigt. Aber das ist Kritik, die an der Qualität dieser Episode nichts ändert. Sie ist genial und grandios! Ein Must-See!
Informationen
Regie: Andi Armaganian
Drehbuch: Gaia Violo & Jane Maggs
Showrunner: Alex Kurtzman, Noga Landau
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