Review: Star Trek TNG 42 – Zeitsprung mit Q

Lesezeit circa: 6 Minuten

Eine erneute Begegnung mit dem übermächtigen Q konfrontiert die Enterprise mit einem erbarmungslosen Gegner.

Zeitsprung mit Q – Q Who
Staffel 2 – Folge 16

Inhalt

Bei einem seiner wiederholten Besuche auf der Enterprise warnt Q Captain Picard und seine Mannschaft davor nicht ausreichend darauf gefasst zu sein, was für Wunder und auch Gefahren in den unbekannten Weiten der Galaxis auf sie warten. Er bietet sich ihm deshalb als Führer an, was vom Captain natürlich sofort abgelehnt wird, da er der Überzeugung ist, dass seine Crew sehr wohl auf alles vorbereitet ist, was auch kommen mag. Daraufhin versetzt Q das Schiff tausende von Lichtjahre entfernt, in einen völlig unerforschten Winkel der Milchstraße, um ihn eine Lexikon in Bescheidenheit zu erteilen, denn hier lauert eine Bedrohung, die alles in den Schatten stellt, was der Enterprise je zuvor begegnet ist…

Zeitsprung mit Q

Kritik

Die Episode Zeitsprung mit Q stellt einen Wendepunkt in der Geschichte von Star Trek da, denn sie präsentiert uns erstmals die gnadenloseste und bei Fans beliebteste Spezies, des ganzen Franchises: Die Borg. Jener Rasse von emotionslosen Maschinenwesen, deren Ziel es ist alles Leben in der Galaxie in ihr Kollektiv aufzunehmen.
Und bereits bei ihrem ersten Auftritt werden keine Zweifel daran gelassen wie gefährlich sie sind. Sie haben keinerlei Interesse an Verhandlungen, da sie die Menschen nur als unvollkommene, minderwertige Spezies betrachten. Ihre Raumschiffe scheinen praktisch unzerstörbar zu sein und auch die einzelnen Borgdrohnen selbst sind nur verdammt schwer tot zu kriegen.

Gerade in dieser einzigartigen Erbarmungslosigkeit ist wohl der Grund zu finden, warum die Borg unter den Fans so populär sind. Sie sind einerseits abgrundtief böse und anderseits der Sternenflotte technologisch so weit überlegen, dass die Waffen der Enterprise ihnen nichts anhaben können. Ihre maschinelle Kälte steht im starken Kontrast zum humanistischen Ideal der Menschen von der Sternenflotte, die normalerweise immer darum bemüht sind jegliche gewalttätige Auseinandersetzung mit einen eventuellen Feind zunächst durch den gezielten Einsatz von Diplomatie zu verhindern, eine Strategie, die hier jedoch von vornherein zu Scheitern verurteilt ist. Auch all die Erfahrungen, die Captain Picard und seine Leute mit anderen feindseligen außerirdischen Rassen, wie den Romulanern oder den Cardassianern gemacht haben, nützen ihnen in der Konfrontation mit den Borg überhaupt nichts.

Zeitsprung mit Q

Und genau dies ist ein besonders bemerkenswerter Punkt in der Handlung: Zu Beginn wirft Q Picard vor zu selbstsicher in seinem Glauben zu sein auf jegliche unbekannte Bedrohung vorbereitet zu sein. Doch als Picard im letzten Moment erkennt, dass er gegen die Borg machtlos ist und ein Kampf nur im Tot enden kann, gibt er Q gegenüber zu, dass dieser die ganze Zeit recht hatte. Es spricht für Picards Charakterstärke, dies ihm gegenüber so offen einzugestehen, zumal Q immer selbst ziemlich selbstherrlich erschien, da er sich den in seinen Augen primitiven Menschen überlegen fühlt. Ein anderer Captain, der es für ein Zeichen von Schwäche gehalten hätte zuzugeben gegen die Borg nichts ausrichten zu können, hätte dadurch das Schicksal seiner Mannschaft besiegelt. Diese Form von Demut würde auch vielen politischen Führungspersönlichkeiten unserer realen Welt gut zu Gesicht stehen.
Doch apropos Schwäche: Zu Beginn der Episode wird deutlich gemacht, dass Q und Guinan sich offensichtlich von früher kennen.

Q behauptet, dass die geheimnisvolle Bardame nicht die ist, die sie zu sein vorgibt. Und Guinan scheint sogar dazu in der Lage zu sein, sich gegen Q’s Macht wehren zu können. Leider wird dies in keiner weiteren Folge der Serie je wieder aufgegriffen, so dass wir nie erfahren, was es mit der Bekanntschaft der Beiden auf sich hat, was schade ist, da hier sicherlich eine Menge Potential enthalten gewesen wäre.

Aber davon abgesehen ist Zeitsprung mit Q eine hervorragende Episode, die eine atemberaubende Spannung, eine düstere Atmosphäre und – wie für Star Trek üblich – auch eine wichtige Moral zu bieten hat: Man sollte nie zu stolz sein, zu seinen eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten zu stehen, weil man daraus nur lernen kann. Außerdem greift die Folge wieder das Hauptthema des Pilotfilms Mission Farpoint auf. Einmal mehr konfrontiert Q die Menschen mit ihren Grenzen, um seine Überzeugung zu unterstreichen, dass diese nur eine primitive Rasse wäre und wieder straft Picard ihn durch sein kluges Handeln lügen.

Zeitsprung mit Q

Fun Facts

  • Lycia Naff, die den übereifrigen Fähnrich Gomez spielt, war auch als die dreibrüstige Prostituierte in Paul Verhoevens Sci-Fi Klassiker Total Recall zu sehen.
  • Die Präsenz der Borg im Alpha-Quadranten wurde bereits in der letzten Folge der ersten Staffel, Die neutrale Zone, angedeutet.
  • Ursprünglich sollten die Borg als Insektenwesen dargestellt werden, was aber aus Kostengründen nicht möglich war.
  • Dies ist Whoopi Goldbergs fünfter Auftritt als Guinan in der Serie und John deLanices drittes Gastspiel als Q.

Con permiso, Capitan. The hall is rented, the orchestra engaged. It’s now time to see if you can dance.
-Q


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