[Star Trek] The Enduring Legacy of DeForest Kelley. Actor – Healer – Friend

Lesezeit circa: 5 Minuten

Für nicht wenige Star-Trek-Fans ist der Schiffsarzt Dr. Leonard McCoy der eigentliche Star der ursprünglichen Raumschiff Enterprise-Serie.

The Enduring Legacy of DeForest KelleyDie große Liebe, die diesem Charakter entgegengebracht wird, basiert in vielerlei Hinsicht auf der großartigen Art und Weise, mit der der Schauspieler DeForest Kelley die Rolle des McCoy verkörperte. Mit The Enduring Legacy of DeForest Kelley. Actor – Healer – Friend hat die DeForest-Kelley-Expertin Kris M. Smith 2008 ein Buch vorgelegt, das 2019 in einer aktualisierten Version erschienen ist und nicht die Biographie Kelleys in den Vordergrund stellt, sondern sich vielmehr der Frage widmet, welche Wirkung McCoy auf das Leben seiner Fans hatte.

Über die Autorin

Kristine M. Smith ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Werbetexterin, deren Leben eng mit dem des Schauspielers DeForest Kelley verbunden ist. Denn es waren Kelley und seine Frau Caroline, die die Autorin ursprünglich zu ihrer Karriere ermuntert haben. Später arbeitete Smith als Kelleys persönliche Assistentin und pflegte ihn während der letzten, von schwerer Krankheit gezeichneten, Monate seines Lebens. Kris M. Smith stand DeForest Kelley also ausgesprochen nahe und veröffentlichte 2001 mit DeForest Kelley: A Harvest of Memories ein erstes Buch über ihn, auf das ein paar Jahre später die hier vorliegende Publikation folgte.

Der Aufbau des Buches

Auf ein kurzes Vorwort der Herausgeberin Kris M. Smith folgen vier thematische Blöcke, von denen sich der erste dem Schauspieler DeForest Kelley widmet, während ihn der zweite Block als „Heiler“ betrachtet (siehe unten). Es folgt eine Sinneinheit über Kelley als Freund, bevor das Buch schließlich mit Überlegungen zum Vermächtnis des Schauspielers endet.

Innerhalb der thematischen Blöcke finden sich kurze Texte von McCoy/DeForest-Kelley-Fans, wobei erfreulicherweise Menschen aus vielerlei Ländern berücksichtigt wurden. So ist auch die deutsche Fanszene stark in dem Buch vertreten. Stellvertretend sei hier auf Thorsten Walch verwiesen, der einen schönen Beitrag über sein persönliches Verhältnis zu DeForest Kelley verfasst hat.

Die einzelnen Beiträge

In den Beiträgen beschreiben die Autorinnen und Autoren ihre Beziehung zu DeForest Kelley bzw. zu dem von ihm verkörperten Charakter Dr. McCoy. Dabei möchte ich unterscheiden zwischen Menschen, die Kelley tatsächlich getroffen haben oder schriftlichen Kontakt mit ihm hatten, und Menschen, deren Leben er ohne „realen“ Kontakt tief beeinflusste.

Die Beschreibungen der Treffen, Gespräche und Briefwechsel mit dem Schauspieler sind sehr spannend, weil sie viel über den Menschen DeForest Kelley aussagen. Denn eines wird mehr als deutlich: DeForest Kelley war ganz offensichtlich ein besonders warmherziger Mensch, der einen sehr respektvollen und herzlichen Umgang mit seinen Fans pflegte.

Fast noch bemerkenswerter sind die Beiträge, die zeigen, welchen tiefen Eindruck McCoy/Kelley auf Menschen hatte, die ihn nie getroffen und nie mit ihm kommuniziert haben. So melden sich Menschen zu Wort, die durch die Darstellung des McCoy dazu bewegt wurden, Medizin zu studieren, oder denen Kelleys Präsenz auf dem Fernsehbildschirm Kraft und Hoffnung in düsteren und von Krankheit geprägten Zeiten gab – daher das Kapitel über Kelley als „Heiler“. Teilweise wird es in den Beiträgen dann auch sehr persönlich.

Kritikpunkte

Aufgrund der äußerst persönlichen Note des Buches scheue ich mich ein wenig, an dieser von Kris M. Smith herausgegebenen Sammlung Kritik zu üben. Nichtsdestotrotz muss das Buch eingeordnet werden. Beginnen wir mit Oberflächlichkeiten. Rein optisch gefällt mir das Buch nicht so sehr. Weder das Cover noch die Gestaltung des Textes empfinde ich in irgendeiner Form als ansprechend. Dem stehen jedoch ein äußerst günstiger Preis und vor allem natürlich die Inhalte der einzelnen Beiträge gegenüber.

Was die einzelnen Texte der Fans angeht, bin ich mir nicht so sicher, ob wirklich jeder Beitrag zwingend in dieses Buch gehört hätte, doch liegt es hier nicht an mir, die tiefgreifenden, persönlichen Gefühle von Fans zu bewerten oder zu beurteilen. Es ist ein Buch aus der Perspektive von Fans für Fans, weshalb letztlich alle Beiträge ihre Existenzberechtigung haben, zumal es sicherlich vom persönlichen Geschmack abhängt, welche Erzählungen der Leserschaft besser oder schlechter gefallen.

Fazit. Mein Eindruck von The Enduring Legacy of DeForest Kelley. Actor – Healer – Friend

Die Stärke des Buches liegt in der Wärme und der Menschlichkeit, die aus den einzelnen Beiträgen hervorgehen. Ganz deutlich wird auch, welche Verantwortung mit dem Status eines Stars verbunden ist. Sicher ist, dass DeForest Kelley dieser Verantwortung geradezu vorbildlich gewachsen war.

Wenn ihr also Dr.-Leonard-McCoy und/oder DeForest-Kelley-Fans seid, schaut gerne in The Enduring Legacy of DeForest Kelley. Actor – Healer – Friend hinein. Vielleicht sagen diese Außenperspektiven der Fans letztlich mehr aus, als es jede Selbstdarstellung Kelleys je vermocht hätte.

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Michael Kleu

Michael Kleu

Michael ist Jahrgang 1978 und Althistoriker. Er schreibt einen eigenen Blog über die Antikenrezeption in fantastischen Medien.

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