Julian Wangler widmet sich einem weiteren berühmten SciFi-Werk.

Alle Blickwinkel abdecken
Julian Wangler ist vor allem für seine Star Trek-Sachbücher bekannt. Abstecher in andere Franchises sind rar. Er hat je ein Buch über Blade Runner und die Fortsetzung Blade Runner 2049 geschrieben. Doch jetzt liegt mit The Man in the High Castle – der Roman: Durch ein Spiegel ein dunkles Bild ein weiteres Sachbuch vor, wo er sich mit einem anderen SciFi-Werk außerhalb von Star Trek widmet.
The Man in the High Castle war einer von vielen Romanen, die der berühmte Autor Philip K. Dick verfasst hat. Das Buch wurde auch in einer US-Serie adaptiert, doch mit dieser beschäftigt sich Julian Wangler in einem anderen Sachbuch. In dem vorliegenden steht einzig und allein der Roman im Mittelpunkt.
Und wie man es von dem Autor gewohnt ist, nähert er sich dem Objekt seines aktuellen Sachbuches aus allen möglichen Winkeln. Er stellt das Genre vor, in dem der Roman stattfindet. Er beschäftigt sich mit der Handlung an sich, sowie der Rolle des I Ging, das in dem Plot besonders wichtig ist. Ebenso analysiert er die Figuren.
Gänsehaut
Mein klarer Favorit ist sein Kapitel über das Genre „Alternate History“ an sich, sowie auch Empfehlungen von anderen Werken, die diese literarische Kategorie bedienen. Einige von diesen Empfehlungen kannte ich schon, andere nicht. Das eine oder andere Buch werde ich mir in Zukunft zu Gemüte führen.
Ebenso interessant ist der Abschnitt, wo er sich mit der nicht realisierten Fortsetzung beschäftigt. Er beschreibt, worum sich diese eventuell gedreht hätte und woran sie am Ende gescheitert ist. Hier merkt man, dass er sich ausgiebig mit Philip K. Dick und seinem Werdegang beschäftigt hat.
Dabei schafft es Julian Wangler, dass man selbst als Nicht-Leser von The Man in the High Castle eine Gänsehaut von der Story kriegt. Seine Zusammenfassung der Geschichte, das, was man durch ihn von der Welt, in der das Buch stattfindet, erfährt … All das wirkt gruselig und schon fast surreal. Aber man erhält dadurch einen guten Einblick in das, was den Roman von Philip K. Dick ausmacht. Und wieso das Werk auch heutzutage legendär ist.
Ein unnötiger Fehler
Alles in allem ist man bereits jetzt schon gespannt, was Julian Wangler dann zu der Fernsehserie sagen wird. Ein wenig kann man schon zwischen den Zeilen lesen, was einen da erwarten wird. Aber konkret wird der Autor diesbezüglich nie. Kein Wunder, schließlich will er garantiert, dass noch genügend Leute das Sachbuch lesen.
Aber bis dahin muss sich etwas getan haben. Weil er in The Man in the High Castle – Der Roman einen Kardinalsfehler begeht, den man im Prinzip von einem Sachbuchautor, der so erfahren ist, wie er, nicht erwarten würde. Er zitiert, ohne Quellen zu nennen. Und das ist eigentlich ein No Go! Dass er es besser weiß und auch kann, hat er zuletzt in seinen Star Trek-Sachbüchern bewiesen. Weshalb es um so unverständlicher ist, dass er es dieses Mal nicht gemacht hat.
Trotzdem ist dies immer noch einen Blick wert.
Info
Autoren: Julian Wangler
Verlag: BoD – Books on Demand
Erschienen: 04/2026
Einband: Taschenbuch
Seiten: 170
ISBN: 9783695736256
Sonstige Informationen: Produktseite
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