Es zeigt sich, dass wenn das Drama erheblich reduziert wird, ist dies der Qualität förderlich.
Es geht doch!
Auf der Erde holt UN Generalsekretär Esteban Sorrento-Gillis (Jonathan Whittaker) seine alte Freundin, die Methodistin-Pfarrerin Annushka „Anna“ Volovodov (Elizabeth Mitchell), mit an Bord. Sie soll ihm helfen, die Erdbevölkerung zu beruhigen, in dem sie klar macht, dass Gott auf ihrer Seite steht. Sie willigt etwas widerwillig ein und schafft es dann später auch noch, Untersekretär Errinwright (Shawn Doyle) zu irritieren, als sie Zurückhaltung empfiehlt.
Unterdessen werden die marsianische Soldatin Bobbie (Frankie Adams) und die Untersekretärin Avasarala (Shohreh Aghdashloo) im All von einem UN Schiff verfolgt. In ihrer Not und weil es Avasarala schlecht geht, setzt Bobbie (Frankie Adams) einen Notruf ab, der allerdings einige wichtige Details auslässt. Dieser Notruf wird von der Rocinante empfangen, woraufhin an Bord daraufhin Unstimmigkeit ausbricht, ob man ihnen helfen soll oder nicht. Am Ende bricht ausgerechnet Prax (Terry Chen) das Stimmpatt und muss mit den entsprechenden Konsequenzen leben.
Es geht doch! Es geht, dass wenn man in IFF das Drama und die Klischees auf ein absolutes Minimum reduziert, man als Endergebnis eine Episode erhält, die einen bestens unterhält. Zugegeben, es gibt zwei Kleinigkeiten, über die man meckern kann. Doch ist dies immer noch besser als das, was zuletzt in The Expanse abgeliefert worden ist.
Eine interessante neue Figur
Mit der Figur von Annushka „Anna“ Volovodov wird ein Charakter eingeführt, den man gleich direkt von Beginn an mag. Einfach weil sie einen gewissen Charme hat und es schafft, gegen den Strom zu schwimmen. Sie ist pragmatisch, was man unter anderem daran sieht, dass sie von Esteban im Gegenzug zu ihrer Hilfe für seine Rede Unterstützung für ihre Kirche verlangt. Aber gleichzeitig merkt man ebenfalls, dass sie Menschen nicht einfach nur als anonyme Masse sieht. Sondern sie als Individuen mit Rechten anerkennt. Weshalb sie dann ja auch Errinwright irritiert, als der Sippenhaft für die Maos vorschlägt und sie davon abrät.
Das einzige Manko bei ihr, ist ihre Einführung. Wo sie sich, obwohl sie zuvor niedergeschlagen wird, um einen Demonstranten kümmert, der von einem Polizisten niedergeknüppelt wurde. Und für den medizinische Versorgung erlangt. Das wäre wesentlich glaubwürdiger, wenn man nicht das Gefühl hätte, dass das Chaos, das vorher um sie herum herrschte, extra pausiert wird, damit sie ungestört agieren kann.
Stichwort Mao: Die Episode zeigt auch, wie der Großindustrielle und Firmeneigentümer, sowie überhaupt erst Auslöser der ganzen Protomolekülmisere auf Io auftaucht, wo sich die entführten Kinder befinden. Es ist klar, dass er diese als Druckmittel für seine eigenen Zwecke nutzen will. Doch während er noch überlegt, ob er das Experiment einstellen soll, kann ihn Dr. Strickland überzeugen, es weiterlaufen zu lassen.
Ein exzellenter Überlebenskampf
Hier zeigt sich, wie kaltblütig und egozentrisch Jules-Pierre Mao agiert. Ihm geht es einzig und allein um seine Familie und sein Geld. Alles andere ist ihm egal. Kurzum: Ein Antagonist, den man hassen muss!
Spannend sind auch die Ereignisse im All. Der Überlebenskampf von Bobbie und Avasarala wird exzellent dargestellt. Vor allem, weil hier ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden deutlich gemacht wird. Bobbie ist enorme Schwerkraftbelastung der extremen Beschleunigung ihres Fluchtschiffes gewöhnt, die Untersekretärin nicht. Es ist dabei rührend zu sehen, wie die Marsianerin versucht, ständig abzuwägen, was wichtiger ist. Dass sie den Angriffen des UN-Schiffes entkommen? Oder dass ihr Schützling nicht wegen der zu hohen Belastung einen Schlaganfall kriegt.
Die Szenerie mag hier zwar auf einen Raum und ein paar CGI-Szenen, die das Raumschiff zeigen, begrenzt sein. Aber das stört nicht, weil es dann trotzdem sehr packend ist. Hier stimmt auch die Chemie zwischen den beiden Darstellern.
Etwas zu überdramatisch
Derweil zeigt sich auf der Rocinante, dass die Crew die letzten Ereignisse immer noch nicht verarbeitet haben. Denn bei der Spaltung werden teilweise die letzten Ereignisse als Argument für oder gegen die Rettung des anderen Schiffes hervorgebracht. Umso schöner, dass sie auch Prax eine Stimme geben, der dann für die Rettung stimmt.
Die Rettungsaktion läuft anschließend dramatisch ab. Stellenweise etwas zu dramatisch. Denn dass eine Tür bei hoher Beschleunigung aufgeht und Werkzeug durch die Gegend fliegt und dabei das Leben von Prax in Gefahr bringt, dass wirkt dann zu aufgesetzt und nicht sonderlich überzeugend.
Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Denn ansonsten kann diese Folge überzeugen.
Informationen
Regie: Breck Eisner
Drehbuch: Daniel Abraham & Ty Franck
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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