Bei dem Handlungstrio dieser Ausgabe wird schnell klar, wer Sympathien genießen kann und wer nicht.

Es wird wieder hard boiled
Ein skrupelloser Bankier fördert und forciert den Bau einer Eisenbahnlinie durch den amerikanischen Westen. Die Ureinwohner sind ihm dabei im Weg, weshalb er sie aus dem Weg räumen lässt. Allerdings nicht ohne sie zu verhören. Denn er ist auf der Suche nach einem Tempel mit einem bestimmten Monolithen.
Doch seine Taten bleiben nicht folgenlos. Die Kirche schickt eine ihrer Nonnen los, die Teil eines geheimen Ordens ist, dessen Mitglieder Auftragsmörder sind. Wobei diese schnell realisiert, dass sie den Auftrag, den Bankier zu töten, nicht alleine schafft. Sie braucht Hilfe. Und findet diese in der Form der Orkfrau Yaretsi.
Ein neuer Band von West Fantasy ist immer wieder ein Grund zur Freude. Einfach, weil diese Hard-boiled-Western-Reihe bislang noch nie enttäuscht hat. Ob das auch in Die Orkfrau, der Bankier & die Auftragsmörderin der Fall sein wird?
Es steht viel auf dem Spiel
Der Autor dieses Ausgabe ist Olivier Peru, der zuvor unter anderem einige Geschichten der Elfen oder der Androiden-Reihe verfasst hat. Die Illustrationen stammen dieses Mal von Simone Buonfantino. Der Künstler hat unter anderem für Marvel Comics einige Hefte illustriert, darunter beispielsweise Black Widow: Widow’s Sting # 1.
Der Comic lässt sich Zeit, die Story aufzubauen. Er führt nach und nach die handlungstragenden Figuren ein, wer sie sind und was ihre Motivation ist, ehe er sie alle in Verbindung bringt und so die Geschichte Fahrt aufnehmen lässt.
Dabei wird schnell klar, was hier auf dem Spiel steht, denn man sieht, wie der Bankier absolut skrupellos agiert. Wiederholt wird außerdem im Laufe der Story klargemacht, dass für ihn Menschenleben nichts bedeutet. Am Ende sind sie nur eine Kalkulationsmasse, nicht mehr. Er ist also ein eiskalter Mann.
Eine zweifelnde Frau
Gleichzeitig agiert er allerdings klug. Klug und skrupellos. Er hat ein System aufgebaut, um sich und seine Investitionen zu schützen. Er befindet sich die ganze Zeit in einem auch magisch abgesicherten Eisenbahnwaggon, den er nie verlässt. Von dort aus bestimmt er das Vorgehen.
Er ist das Ziel der Auftragsmörderin, die man zu Beginn des Albums kennenlernt, als sie gefesselt zusammengeschlagen wird. Sie kann sich dann befreien und ihren Auftrag zu Ende führen. Der erste Eindruck ist der einer eiskalten Frau, doch im Laufe der Geschichte ändert sich dies. Sie ist zwar sehr auf ihren Auftrag fokussiert. Gleichzeitig sorgt sie sich jedoch ebenfalls um diejenigen, die arm und unschuldig sind. Sie ist gläubig und zweifelt dennoch wiederholt an ihrem Glauben. Sie ist auf ihre Mission fokussiert, zweifelt aber auch an dieser ständig.
Yaretsi ist dabei der Konterpart zu ihr. Eine geradlinige Orkfrau, die nur daran interessiert ist, den nächsten Morgen zu erleben. Die auch von dem Glauben der Nonne nichts hält und zu Beginn eher widerwillig Almosen verteilt. Doch nach und nach erlebt man, wie die beiden Freundinnen werden.
Schiefe Gesichter
Die Geschichte entwickelt sich spannend und dramatisch. Stets wird ein neuer Plottwist eingebaut und gibt es jede Menge Leichen. Dabei sieht man auch, wie die Nonne immer mehr Alliierte um sich versammelt, wie sie Verbündete unter den Zentauren findet, derweil sie gleichzeitig daran arbeitet, den Bankier zu erwischen. Zu sehen, wie sie diverse Versuche unternimmt, wie sie aus Fehlern lernt, ehe sie dann gemeinsam mit der Orkfrau einen finalen Vorstoß unternimmt, ist spannend und gut gemacht.
Selbstverständlich taucht auch wieder ein Monolith in dieser Story auf. Das ist ja eines der Bindeglieder zwischen den einzelnen Alben dieser Reihe. Wobei man natürlich hionsichtlich der Frage, was diese sind und bewirken, kein Stück weiter ist. In dieser Ausgabe ist er einfach nur da.
Eigentlich ist dies ein grandioser Comic. Wären da nicht die Illustrationen von Simone Buonfantino. Denn diese sind leider schwach. Oft genug sieht man, wie einige Gesichter schief und krumm wirken. Und das sollte im Grunde genommen nicht sein.
Weshalb dies auch das erste Album ist, das nicht ganz so gelungen ist.
Info
Autor: Olivier Peru
Zeichnungen: Simone Buonfantino
Farbe: Nanja
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
Warpskala
Warpskala- Star Trek: Strange New Worlds – 37 – Wie Chronitonen durch das Stundenglas - 6. September 2026
- West Fantasy – 5 – Die Auftragsmörderin, der Ronin und die Hure - 4. September 2026
- Batman: Caped Crusader – 15 – Tödliches Experiment - 4. September 2026

