Zum Finale der Staffel steht natürlich alles auf dem Spiel. Nur schade, dass es dann teilweise schwächelt.
Kein perfektes Finale
Das SSR untersucht das Kino, in dem Dottie Underwood (Bridget Regan) zuvor einen Gaszylinder geöffnet hatte, dessen Inhalt zu einer Massenpsychose führte. Als Agent Daniel Sousa (Enver Gjokaj) diesen entdeckt und aus Versehen noch mal öffnet, wird er davon auch betroffen, kann sich dann allerdings nach einiger Zeit wieder beruhigen. Und als alle rätseln, was es damit auf sich hat, kommt Howard Stark (Dominic Cooper) um die Ecke und erklärt, was das für eine Erfindung ist.
Es ist damit klar, dass die Zeit drängt. Wie sehr, wird ihnen erst klar, als es Ivchenko (Ralph Brown) später gelingt, Howard Stark zu hypnotisieren, so dass er kurz davor steht, das Gas über ganz New York abzulassen. Was natürlich Peggy und die anderen verhindern wollen.
Die Zutaten standen bereit. Die Bösewichte waren auf freien Fuß, hatten noch eine letzte schreckliche Waffe und die Helden mussten sich anstrengen, um eine Katastrophe zu verhindern. Eigentlich die perfekten Vorbereitungen für ein großartiges Staffelfinale. Und doch bleibt nach dem Ende von Das ist erst der Anfang ein gewisser schaler Nachgeschmack zurück. So, als ob die Serie die Vorlage nicht perfekt umsetzen konnte.
Ein interessantes Gespräch
Dabei macht sie über weite Teile alles richtig. Sie baut das Drama noch mal zusätzlich dadurch auf, dass Howard Stark wieder in Erscheinung tritt und bewusst das Interesse von Ivchenko und Dottie Underwood geweckt wird.
Dabei erfährt man mehr über das, was Letztere am Ende der letzten Episode aus der Gasflasche rausgelassen hat. Es handelt sich natürlich um eine weitere Erfindung des Industriellen. Die, wie so vieles andere auch, gut gemeint war aber am Ende negative Auswirkungen hatte. Was er aufrichtig bedauert.
Interessant ist das Gespräch, das er mit Peggy hat. Wo sie ihn ein wenig mit seinen Taten konfrontiert. Aber nicht damit, dass er ihr vorenthalten hat, dass er noch eine letzte Blutprobe von Steve Rogers hatte. Allgemein spielt diese Probe in dieser Episode im Hauptteil der Handlung so absolut keine Rolle, was dann schon irritiert, wenn man bedenkt, wie prominent sie eingeführt wurde.
Erwartungen werden nicht ganz erfüllt
In jedem Fall merkt man in diesem Gespräch, dass Howard zwar einige charakterliche Schwächen haben mag, aber wenn es darauf ankommt, wenn eine seiner schlimmsten Erfindungen eingesetzt zu werden droht, dann wird er selber aktiv. Und er ist bereit, den Lockvogel für Ivchenko und Dottie Underwood zu spielen.
Die riechen den Braten allerdings und schaffen es am Ende trotzdem, den Industriellen zu entführen und dann natürlich entsprechend auch noch zu hypnotisieren. So dass am Ende er es ist, der das Flugzeug steuert, wobei ein wenig der Eindruck des heldenhaften Opfers von Captain America wiedererweckt wird.
Am Ende des Tages wird natürlich die Katastrophe verhindert. Doch der Weg dahin ist etwas frustrierend. Weil Erwartungen, die vorher geweckt wurden, nicht ganz erfüllt werden.
Zuerst bedrohlich, dann harmlos
Das fängt mit Dottie Underwood an. Seit ihrem Erstauftritt in Bedrohte Zukunft war sie eine faszinierende Gestalt. Jemand, der sich unscheinbar und harmlos gab, es dann aber am Ende nicht war. Doch als ihre Undercoveridentität in Kein guter Tag aufgeflogen war, ist ein Stück ihre faszinierenden Aura abhandengekommen. Ab dieser Folge wirkt sie blass und ihr Versuch, gefährlich zu wirken, stellenweise lächerlich.
Das zeigt sich in dieser Episode besonders gut. So fehlt ihrem Duell gegen Peggy Carter deutlich der Biss. Sie prügelt ein paar Mal auf die Agentin ein, die ihrerseits ein, zwei Treffer landen darf. Peggy wird anschließend durch einen müde wirkenden Kick aus dem Fenster geworfen und ist dann anscheinend tot. Angesichts der Art und Weise, wie sie eingeführt wurde und was die Serienheldin bislang bewiesen hatte, hätte man sich hier etwas mehr gewünscht.
Besser läuft es bei Ivchenko, der von den Agenten Sousa und Johnson erwischt wird. Für einen kurzen Moment wirkt es so, als ob er davonkommen könnte. Bis sich Sousa als sehr schlau erweist. Das gefällt deutlich besser als die Auseinandersetzung zwischen Peggy und Dottie.
Sachen werden abgehakt
Am Ende erhält Peggy vom SSR endlich die verdiente Anerkennung, kommt mit ihrer Freundin in einem der Anwesen von Howard Stark unter und kann sich endgültig von Steven verabschieden. Auch das ist alles ganz nett. Aber es fühlt sich unterm Strich eher wie ein Abhaken von einigen Punkten auf einer Checkliste an.
Insgesamt also ein eher müdes Finale.
Info
Drehbuch: Michele Fazekas, Tara Butters
Showrunner: Tara Butters, Michele Fazekas & Chris Dingess
Regie: Lindsey Allen
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