Der Auftakt zur zweiten Staffel verändert einiges, ist aber gleichzeitig auch nicht überzeugend geworden.
Neue Staffel, neuer Handlungsort
Agent Carter (Hayley Atwell) und das SSR können Dottie Underwood (Bridget Regan) einige Monate nach den Ereignissen aus der ersten Staffel endlich auf frischer Tat ertappen und verhaften. Peggy macht sich dann später daran, sie zu verhören. Doch kurz, bevor sie sie weichgekocht hat, wird sie von ihrem Chef Jack Thompson (Chad Michael Murray) zwangsversetzt.
Denn Daniel Soulsa (Enver Gjokaj), frisch ernannten Chef des Büros in Los Angeles, findet einen mysteriösen Fall. Für den er um Verstärkung gebeten hat. Dass Peggy kommt, wollte er eigentlich nicht, ist aber dennoch froh, dass sie jetzt da ist, um ihm zu helfen. Denn er hat es mit einem merkwürdigen Phänomen zu tun. Inmitten einer Hitzewelle ist ein See fast zugefroren. Und in der Nähe wurde außerdem auch noch eine tote Frau gefunden, die vollständig in einem großen Eisblock war. Schon bald wird klar, dass die beiden Ereignisse zu etwas größerem führen.
Die zweite Staffel von Agent Carter führt mit Die Dame im See zu einigen Veränderungen. Nicht nur vom Handlungsort her. Sondern auch von anderen Aspekten her. Die zweite Season wurde um zwei Episoden verändert und es stießen neue Namen zum Cast hinzu. Von denen vor allem Wynn Everett (The Newsroom) als Whitney Frost, das niederländische Modell Lotte Verbeek als Ana Jarvis und der Schauspielveteran Kurtwood Smith als Vernon Masters, Mentor von Jack Thompson, zu nennen sind.
Mehr Respekt ist vorhanden
Das neue Setting bietet selbstverständlich eine neue Umgebung und neue Figurenkonstellationen. Wobei Edwin Jarvis wieder zurückkehrt, um Peggy Carter zu helfen. Doch ist er, neben Daniel Sousa, die einzige Figur des ehemaligen Maincasts, die auch in der neuen Handlungsumgebung an der Seite der Titelheldin zu sehen sind.
Gleichzeitig versucht die Reihe alles zu vermeiden, dass die neue Umgebung wie eine bloße Kopie der alten wirkt. Peggy wird in Los Angeles deutlich mehr Respekt entgegengebracht, als in New York. Daniel Sousa weiß, woran er bei ihr ist. Und behandelt sie wie eine Gleichberechtigte. Er hört auf ihren Rat und bindet sie auch mehr in die Ermittlungen ein.
Wie viel Wert er auf ihre Ideen gibt, zeigt sich, als sie vorschlägt, dass man einen bestimmten Verdächtigen bei einem Pferderennen verhören kann. Polizeichef Andrew Harry ist dagegen, weil der Verdächtige sehr viel Macht und Einfluss besitzt. Daniel Sousa stimmt ihm zunächst zu, wartet allerdings ab, bis er nicht mehr da ist, um dann Peggy loszuschicken. Denn das war die ganze Zeit seine wahre Absicht. Er wollte, dass die Agentin ungestört agieren kann.
Die Chemie stimmt, der Anfang nicht
Der Fall selbst entwickelt sich sehr mysteriös. Es geht hier um Eiseskälte, um Personen, die durch und durchgefroren sind, eine Kälte, die anscheinend „ansteckend“ ist und um jemanden, der zu Eisstatuen gefrorene Leute mit einer abgefeuerten Kugel zerschmettert. Gleichzeitig wird man allerdings auch nicht im Dunkeln gelassen, was die Identitäten der Drahtzieher angeht. Diese werden am Ende der Folge enthüllt. Wobei man natürlich nichts über ihre Motive erfährt. Aber teilweise scheint eine mysteriöse Substanz eine große Rolle dabei zu spielen.
Es ist eigentlich ein guter Auftakt. Vor allem, weil die Teamchemie stimmt und man endlich auch Edwin Jarvis Ehefrau kennenlernt. Die der perfekte Gegenpart zu ihm ist und sich ebenfalls bestens mit Peggy Carter versteht.
Das Problem ist, dass der Anfang der Episode nicht so gelungen ist. Es ist zunächst natürlich schön, dass der Plot mit Dottie Underwood aufgegriffen und weiterentwickelt wird. Und es scheint so, als ob sie noch weiterhin in dieser Season auftreten wird.
Ein merkwürdiger Rückfall
Aber die Art und Weise, wie ihr vorgesetzte Jack Thompson sie inmitten des Verhörs abzieht und nach Los Angeles schickt, wirkt wie ein Rückfall in den Anfang der Erste Season. Keine Spur mehr von dem Respekt, den er ihr gegenüber am Ende jener Staffel entwickelt hatte. Stattdessen macht er schon wieder Andeutungen, dass er das tut, weil sie eben eine Frau ist. Und eigentlich hatte der Charakter diesen Charakterzug hinter sich gebracht.
Dennoch ist dies ein guter Auftakt.
Info
Drehbuch: Brant Englestein
Showrunner: Tara Butters, Michele Fazekas & Chris Dingess
Regie: Lawrence Trilling
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