Der gläubige Selkirk muss einige gottlose Dinge tun, um gegen Xenomorphe zu bestehen.
Handlung
Selkirk ist mit Captain Foss auf einem unbesiedelten Planeten abgestürzt. Zuvor ist die geheime Fracht der Nova Maru entkommen und hat die Crew angegriffen. Der Captain hätte alle mit dem Shuttle retten können, hat jedoch nur an sich selbst gedacht und die einzige Rettungskapsel genommen. Den Schiffskoch hat er nur mitgenommen, da er einen Piloten brauchte. Auf dem Planeten lässt er Selkirk auch nur am Leben, da er durch Säureverbrennungen schwer verletzt ist und Hilfe braucht.
Wenig später stürzt die Nova Maru ab und die Fracht entkommt. Foss erschießt am Strand einen Xenomorphen und verliert daraufhin den letzten Rest seines Verstandes. Als er den Koch angreift, muss dieser den Captain in Notwehr töten. Allein schlägt sich dieser durch den Dschungel des einzigen kleinen Kontinents der fremden Welt, bis er auf Dean trifft. Sie ist die einzige andere Überlebende der Nova Maru und rettet ihn vor einer Horde Xenomorphe.
Gemeinsam kämpfen sich die beiden bis zum Wrack ihres Schiffes durch, um ein Notsignal zu senden und mit dem Shuttle zu entkommen. An der Absturzstelle angekommen, sorgt Dean für eine Ablenkung, während Selkirk ins Nest der Alien-Königin tappt. Er kann entkommen und findet Dean schwer verstümmelt im Shuttle vor. Dabei muss er erkennen, dass sie kein Mensch, sondern ein Synth ist. Sie bittet ihn um Reparatur, bevor ihr der künstliche Lebenssaft aufgeht, doch zuvor will der Koch wissen, wofür die Nova Maru Aliens an Bord hatte. Widerwillig beichtet sie ihm die geheime Mission, woraufhin er sie sterben lässt und die Selbstzerstörung des abgestürzten Raumschiffs aktiviert.
Rezension von Aliens: Erlösung
Der Comic ist aus der Sicht eines streng gläubigen Schiffkochs geschrieben, der alles aus seiner religiösen Perspektive kommentiert. An Captain Foss lässt er dabei kein gutes Haar und das vollkommen zu recht. Nachdem die Xenomorphe an Bord der Nova Maru ausgebrochen sind, ballert dieser erst einmal ein Besatzungsmitglied über den Haufen und lässt alle anderen zum Sterben zurück, bis auf Selkirk, den er noch braucht. Warum die anderen nicht versuchen, zum Shuttle zu kommen, statt sich um eine Rettungskapsel zu bemühen, die nur für zwei Personen ausgelegt ist, weiß der Teufel. Und warum gibt es überhaupt nur eine Rettungskapsel? Da war ja selbst die Titanic besser ausgestattet!
Jedenfalls strandet Selkirk erst einmal allein mit dem Captain auf dem Zielplaneten. Wobei es schon erstaunlich ist, dass ein Koch die Rettungskapsel fliegen kann. Es wäre eigentlich logischer gewesen, wenn Foss die Androidin Dean mitgenommen hätte, die sein Handeln im Sinne der Company sicherlich unterstützt hätte. Oder wusste er etwa auch nichts über ihre wahre Natur, obwohl er als einziger anderer über die geheime Mission informiert war?
Jedenfalls muss Selkirk den Captain töten, als dieser komplett durchdreht und in seinem Wahn den Koch für einen Xenomorphen hält. Dabei hatte dieser zuvor noch für ihn gebetet und natürlich macht sich Selkirk nun schlimme Vorwürfe wegen der begangenen Todsünde. Überdies treibt ihn sein Hunger dazu, die Leiche des Captains zu essen, was schon ziemlich drastisch ist. Immerhin hätte er sich einen weiteren Flugsaurier schnappen können, von denen er zuvor schon einen serviert hat. Der schmeckte zwar nicht sonderlich gut, aber Menschenfleisch ist wohl kaum besser.
Weitere Selbstvorwürfe macht er sich, als er im Dschungel einen Primaten erlegt, weil er diesen für einen Xenomorph gehalten hat. Kurz darauf begegnet Selkirk Dean, die ihm zunächst wie ein Engel erscheint und von der er erotische Fantasien bekommt. Da weiß er natürlich noch nicht, dass sie ein Synth ist. Gemeinsam wehren sie Aliens ab und dringen zur Absturzstelle vor, wo Selkirk durch Zufall ins Nest der Königin stolpert. Hielt er die Xenomorphe bereits für Dämonen, glaubt er sich nun in der Hölle wiederzufinden.
Der nächste Schock ist die wahre Natur von Dean, die er ohne Reue ausbluten lässt, da sie ohnehin kein lebendiges Wesen ist. Noch weniger Skrupel hat er, nachdem sie ihm den Zweck der Mission offenbart hat. Das Militär wollte die Xenomorphe ausrotten, doch die Company wollte einige als Biowaffe bewahren. So entschied man sich, die Viecher auf einen unbesiedelten Planeten auszusetzen, der nur eine kleine Landmasse hat, auf dem die Brut leicht zu kontrollieren wäre. Da macht Selkirk nicht mit und opfert sich, um die Aliens auszulöschen. Die Nova Maru wird dabei ihrem Namen gerecht und explodiert einer Nova gleich.
Als später ein Raumschiff auf den Notruf von Dean reagiert, findet die Crew nur noch einen Krater vor, in dem kein Lebenszeichen zu orten ist. Rein zufällig handelt es sich um ein christliches Missionsschiff, welches mit gigantischen Kreuzen geschmückt ist. Das ist ein wenig zu viel der Missioniererei und es entsteht der Eindruck, als richte sich der Comic explizit an eine christliche Leserschaft. Allerdings ist der Glaube in der gottlosen Welt des Alien-Franchise‘ durchaus noch vorhanden, wie bereits die Gefangen auf Fiorina 161 bewiesen haben. Da der Comic nach Alien 3 (1992) entstand, passt das also.
Zumindest ist die Gedankenwelt des gläubigen Protagonisten in sich schlüssig und sein Handeln entspricht seiner Religion. Er begreift sein Schicksal als von Gott auferlegte Prüfung und bringt schlussendlich das ultimative Opfer, um das Universum vom Bösen zu befreien.
Erdige Farben
Der Zeichenstil ist minimalistisch und spart an Details. Die Charaktere sind meist nur grob umrissen, aber für Deans Nippel reicht es noch. Nach dem rettenden Sprung in einen Fluss schimmern sie durch ihr Top, welches später zerreißt und eine Brust ganz freilegt. Der Comic ist damit nicht ganz jugendfrei, aber das ist er schon aufgrund des hohen Gewaltpegels nicht.
Die Xenomorphe hätten ebenfalls etwas mehr Details vertragen können, halten sich aber sonst an die Filmvorlage und die Alien-Königin ist sogar recht gut getroffen. Die Flugreptilien auf dem fremden Planeten sehen derweil aus wie Pteranodons, sodass anfangs der Eindruck entsteht, Selkirk und Foss seien auf der prähistorischen Erde gelandet. Verstärkt wird dieser Eindruck durch gigantische Libellen und affenartige Primaten gibt es obendrein noch. Die Flora erinnert ebenfalls an die Erde, wobei vor allem die Palmen am Strand hervorstechen. Der Rest der Umwelt ist eher spärlich umgesetzt.
Das Design der Nova Maru ist okay und passt durchaus ins Alien-Franchise. Das Missionsschiff St. Peter mit seinem roten Kreuz auf einem weißen Segel erinnert hingegen an ein antikes Kreuzfahrtschiff. Also nicht die Urlaubskreuzfahrt, sondern die Kreuzfahrer des Mittelalters. Der Weltraum besteht schlussendlich aus weißen Tupfern auf schwarzem Grund.
Bei den Farben dominieren Braun- und Ockertöne mit ein wenig mattem Grün. Innerhalb der Raumschiffe ist dagegen alles entweder in Blau- oder in Rottönen gehalten. Bis auf wenige Farbverläufe sind die Farben vollflächig aufgetragen, Leucht- oder gar Glanzeffekte gibt es keine. Dass der Comic kein visuelles Highlight ist, kündigt diesmal schon das Cover an, welches im Wesentlichen dem Inhalt entspricht.
Fazit: Durchwachsen
Die Story ist auf jeden Fall spannend erzählt, allerdings sehr religionslastig. Der Zeichenstil ist okay, wenn auch nicht sehr ausgereift. Die größte Schwäche ist die Farbwahl, die nicht gerade naturgetreu ausschaut. Als Bonus bietet die Feest-Ausgabe einen fünfseitigen Bericht über die Live-Action-Show Alien Wars, welche 1994 am Piccadilly Circus in London von Sigourney Weaver persönlich eröffnet wurde. Das Ganze liest sich wie ein Werbetext, doch wer nun Lust auf diese Attraktion bekommt, dem sei gesagt, dass sie nach einer Überflutung 1996 geschlossen werden musste.
Info
Autor: Dave Gibbons
Zeichner: Mike Mignola
Tusche: Kevin Nowlan
Farben: Matt Hollingsworth
Verlag: Feest Comics
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Warpskala
Warpskala-
Story6/10
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Zeichenstil4/10
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Kolorierung3/10
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